Feiern oder wieder Zittern? Drei Szenarien für Herthas Klassenerhalt

Berlin - 35 Minuten lang hatte Hertha BSC den Klassenerhalt vergangenen Samstag schon sicher, ehe drei verrückte Minuten die Berliner zurück in den Abstiegskampf beorderten. Die eingewechselten Luca Wollschläger (19) und Maximilian Mittelstädt (25) ließen erst die Riesen-Chance zur Entscheidung liegen, dann glich der VfB Stuttgart aus und keine 60 Sekunden später fing sich auch die Alte Dame den Ausgleich.

Ishak Belfodil (30, 2.v.r.) erlöste Hertha gegen Stuttgart. Felix Magath (68, l.) gibt sich weiter als Mahner.
Ishak Belfodil (30, 2.v.r.) erlöste Hertha gegen Stuttgart. Felix Magath (68, l.) gibt sich weiter als Mahner.  © Andreas Gora/dpa

Der Ärger dürfte aber schnell verflogen sein, denn im Prinzip hat sich nichts geändert. Der Hauptstadtklub hat weiterhin alles in der eigenen Hand. Mehr noch: Weil das Saisonende immer näher rückt, hat sich Herthas Situation gar verbessert.

Vier Punkte trennen die Blau-Weißen von Stuttgart (29) und dem Relegationsrang, sechs sind es auf Arminia Bielefeld (27) und einem direkten Abstiegsplatz. Bei nur noch zwei Spieltagen.

Sich zurücklehnen wird in Charlottenburg aber niemand. Dafür hat vor allem Felix Magath (68) viel zu viel erlebt. Quälix bleibt weiter in der Rolle des Mahners. "Als ich diesen Job übernommen habe, war ich sicher, dass wir in der Relegation gegen den HSV spielen. Darauf arbeite ich nicht hin. Aber es würde mich auch nicht überraschen, wenn es zu dieser Konstellation käme."

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Ein Szenario, was man in der Hauptstadt natürlich vermeiden möchte. TAG24 zeigt, wie Hertha bereits am Wochenende die Klasse halten kann.

1. Szenario: Hertha BSC gewinnt gegen Mainz

Damit die Herthaner gar nicht erst rechnen oder auf die anderen Plätze schauen müssen, sollte der BSC nur auf sich gucken. Die Erfolgsformel ist einfach: Gewinnen die Berliner am Samstag gegen den 1. FSV Mainz 05, sind sie durch - egal, was Stuttgart und Bielefeld machen.

Hertha BSC ist mit einem Sieg gerettet

Gegen Mainz 05 wird es auch wieder auf Leadership-Qualitäten von Kevin-Prince Boateng (35) ankommen.
Gegen Mainz 05 wird es auch wieder auf Leadership-Qualitäten von Kevin-Prince Boateng (35) ankommen.  © Friso Gentsch/dpa

Die Mainzer konnten zwar den FC Bayern München klar mit 3:1 schlagen, haben in fremden Stadien zuletzt nicht gerade für Angst und Schrecken gesorgt. In dieser Saison gelangen erst zwei Auswärtssiege, der letzte Ende Oktober. Und da gibt es noch den Bayernbesiegerfluch. Wer den Rekordmeister schlägt, hat das folgende Spiel nicht gewinnen können.

2. Szenario: Hertha nur Remis, aber Stuttgart gewinnt nicht

Magath wird schon gewusst haben, warum er die Bayern für ihren schwachen Auftritt in Mainz kritisiert hat. Die Bayern empfangen am Sonntag den VfB. Doch selbst wenn Hertha nicht gegen Mainz gewinnen sollte, könnte sie einen Tag später von der Couch aus den Klassenerhalt feiern - vorausgesetzt, sowohl die Bayern als auch die Alte Dame holen mindestens einen Punkt.

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Dann ist aus Berliner Sicht auch egal, was die Arminia bereits am Freitag beim VfL Bochum zustande bringt.

3. Szenario: Hertha verliert, Bielefeld gewinnt nicht und Stuttgart verliert

Theoretisch kann sich die Magath-Elf sogar eine Niederlage erlauben, ist dann aber auf Schützenhilfe angewiesen. Aufgrund des extrem schlechten Torverhältnisses sollten die Blau-Weißen eine Pleite aber tunlichst vermeiden, denn selbst der direkte Abstieg ist noch möglich.

Kommen die Arminen in Bochum jedoch höchstens zu einem Remis, ist der Relegationsplatz schon sicher. Schlagen am Sonntag die Bayern Stuttgart, können sie sogar endgültig auch in der neuen Saison mit einem weiteren Jahr im Fußball-Oberhaus planen.

Die Chancen auf weitere Berlin-Derbys in der Bundesliga stehen also nicht schlecht, doch allein Herthas jüngster Keller-Krimi in Bielefeld hat gezeigt: Bei diesem Abstiegskampf sollte sich keiner zu sicher fühlen!

Titelfoto: Andreas Gora/dpa

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