"Du Flitzpiepe": Herthas Marken-Boss schießt gegen "Union-Fan" Tim Bendzko!

Berlin - Die 57. Bundesliga-Saison ist gerade mal einen Spieltag alt und schon fliegen in Deutschlands neuer Fußball-Hauptstadt die Fetzen! Tim Bendzko, nach eigenen Aussagen großer Union-Fan, schießt gegen den blau-weißen Anhang des Stadtrivalen Hertha BSC. Aus Charlottenburg folgte nun die forsche Antwort.

Verschiedene Stimmungslagen: Hertha BSC spielte 2:2 bei Bayern München, Union unterlag in der Alten Försterei RB Leipzig mit 0:4.
Verschiedene Stimmungslagen: Hertha BSC spielte 2:2 bei Bayern München, Union unterlag in der Alten Försterei RB Leipzig mit 0:4.  © dpa/Britta Pedersen

Während Hertha BSC mit dem Unentschieden bei Rekordmeister FC Bayern München relativ erfolgreich in die Saison startete, geriet Union bei der Bundesliga-Premiere ziemlich unter die Räder. Trotz der hohen 0:4-Niederlage gegen RB Leipzig herrscht weiterhin große Euphorie beim eisernen Anhang.

Vor dem ersten Bundesliga-Spiel der Vereinsgeschichte offenbarte sogar Bayern-Präsident Uli Hoeneß leichte Sympathien gegenüber den Köpenickern.

Auch Musiker Tim Bendzko (Kurz die Welt retten), selbsternannter Union-Fan, lobt im Interview mit der "Welt" die sensationelle Stimmung im Verein, huldigt die Individualität des Clubs und kann sich einige herbe, durchaus unnötige Spitzen Richtung Charlottenburg nicht verkneifen.

Hertha BSC testet gegen Eintracht Braunschweig im Hanns-Braun-Stadion
Hertha BSC Hertha BSC testet gegen Eintracht Braunschweig im Hanns-Braun-Stadion

Der gebürtige Ost-Berliner betitelt Hertha BSC als "Touri-Verein" und bemängelt die schlechte Stimmung im Olympiastadion. Relativ unpassend vergleicht Bendzko, kurioserweise auch "leidenschaftlicher" Anhänger des FC Bayern (Quelle: rponline.de) und der TSG 1899 Hoffenheim (Quelle: hna.de), die Zuschauer-Problematik mit seinem eigenen Berufsfeld.

"Man kann das auf die Musikbranche übertragen. Es macht mehr Spaß, wenn der Laden voll ist und du weißt, dass da draußen noch mal so viele warten. Als wenn du in einem Laden spielst, der nur halb voll ist, es aber doppelt so viele Menschen sind wie in dem kleineren. So ist es doch bei Hertha", so Bendzko. Zur ganzen Wahrheit gehört, dass die Alte Dame in der abgelaufenen Saison einen Zuschauerschnitt von 49.318 (Quelle: statista.com) aufwies, trotz blauer Tartanbahn.

Paul Keuter (r.) schießt auf Twitter gegen Sänger Tim Bendzko (l.). (Bildmontage)
Paul Keuter (r.) schießt auf Twitter gegen Sänger Tim Bendzko (l.). (Bildmontage)  © dpa/Oliver Killig, dpa/Matthias Balk

Bendzko erörtert: "Die Distanz, die ein Zuschauer in diesem Stadion zum Platz hat, ist in etwa so wie die Distanz, die einfach alles in der Stadt zu diesem Verein hat. Die Nähe zu Union ist da schon eine andere. Und bei Hertha? Da sind Leute, die gesagt haben, was machen wir am Wochenende, ach komm, wir gehen mal zum Fußball, die aber nichts mit dem Verein am Hut haben."

Überraschend interveniert Interviewer Stefan Frommann und bewertet: "Herthas Ostkurve ist schon regelmäßig voll und die Stimmung dort ist sehr gut."

Bendzkos Reaktion: "Ja? Leipzig hat auch eine riesen Kurve, wo alle so tun, als seien sie schon immer große RB-Leipzig-Fans, dabei gibt es den Verein noch gar nicht so lange."

Der Vergleich hinkt. Im Juli 2019 feierte Hertha BSC sein 127. Jubiläum, der Club überlebte zwei Weltkriege und gehört zu den ältesten Sportvereinen Deutschlands. Jahrzehntelang stehen tausende stimmgewaltige Hertha-Anhänger in der Ostkurve, dem Stimmungs-Mittelpunkt des Berliner Olympiastadions, und peitschen Spiel für Spiel ihre Mannschaft an.

Paul Keuter, Mitglied der Geschäftsführung von Hertha BSC, gehen Bendzkos Aussagen ordentlich gegen den Strich, wie er nun forsch auf Twitter äußert. Herthas Markenboss twitterte: "Vielleicht konzentrierst Du Dich lieber mal auf‘s erwachsen werden, Du Flitzpiepe @bendzko!? Bayern, Hoffenheim und jetzt Union?!?! Was denn nun? ....und nebenbei noch dummes Zeug reden."

Stimmungs-Mittelpunkt im Olympiastadion: Die Ostkurve.
Stimmungs-Mittelpunkt im Olympiastadion: Die Ostkurve.  © dpa/Soeren Stache

Eine Reaktion bezüglich des durchaus diskutablen Tweets seitens des Sängers blieb bisher aus.

Übrigens, Bendzko, der wahrscheinlich noch nie Heimspiele der Hertha besucht hat und deren Atmosphäre vorverurteilt, hat so richtig Bock auf die eiserne Reise durch die Fußball-Bundesliga.

Auf die Frage, wie oft er in der Alten Försterei anzutreffen ist, antwortete er: "Ich möchte schon ein paar Mal hingehen. Am meisten freue ich mich natürlich auf das Spiel gegen die Bayern." Eventi-Alarm?

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In Köpenick allseits bekannt: Unions aktive Fanszene geht vehement gegen sogenannte Event-Fans vor. In Kreisen des Anhangs werden immer wieder "Fußball-Touristen" als gewisse Störer der eisernen Familie kategorisiert.

Vor derartigen Aktionen sollte sich der Musiker nicht fürchten, denn Bendzko kickte von der E- bis B-Jugend in Köpenick. Falls doch, sollte in Hoffenheim noch ein Plätzchen im Stadion frei sein.

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