Gechter vor Startelfpremiere: Jugend forscht bei Hertha BSC

Berlin - Jetzt ist wieder die Akademie gefragt! Als Hertha BSC vergangene Saison tief im Abstiegskampf steckte, bewies Pál Dárdai (45) wieder einmal, dass er auch in den schwierigsten Situationen den Jugendspielern das Vertrauen schenkt. Allein fünf Nachwuchsspieler feierten trotz der prekären Lage ihr Bundesliga-Debüt.

Linus Gechter (19) feierte nach seinem Bundesliga-Debüt kurz darauf seine Heimpremiere. Gegen RB Leipzig winkt die Startelf.
Linus Gechter (19) feierte nach seinem Bundesliga-Debüt kurz darauf seine Heimpremiere. Gegen RB Leipzig winkt die Startelf.  © IMAGO / Matthias Koch

Mit Jonas Michelbrink (20), Marten Winkler (18) und Jonas Dirkner (19) debütierten gleich drei Eigengewächse, die vor der Saison wohl nur die allerwenigsten Hertha-Fans auf dem Zettel hatten.

Bei Luca Netz (18) und Márton Dárdai (19) war die Entwicklung schon eher abzusehen. Der 18-jährige Netz spielt mittlerweile bei Borussia Mönchengladbach, Dárdais zweitältester Sohn Márton ist aus der Startelf kaum wegzudenken.

Auch im so wichtigen Spiel gegen den VfL Bochum (3:1) hatte der Hertha-Coach einen unerfahrenen 17-Jährigen einzuwechseln. Weil sich auch noch Dedryck Boyata (30) verletzte, folgte für Linus Gechter (19) gegen die SpVgg Greuther Fürth (2:1) erst die Heim- und nun die Startelfpremiere.

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Seine Qualitäten sind auch am Samstag (15.30 Uhr/Sky) gegen RB Leipzig gefragt. Zusammen mit Niklas Stark (25) und Dárdai wird Gechter die Dreierkette bilden.

Viel mehr Alternativen hat Herthas Übungsleiter auch nicht mehr. Jordan Torunarigha (24), Boyata (beide Oberschenkel) und Lukas Klünter (25/Schulter) fehlen noch wochenlang.

Pál Dárdai holt Cimo Röcker und Christalino Atemona von der U23

Pál Dárdai (45) bejubelte gegen Fürth den zweiten Sieg in Folge. Vor Leipzig haben sich die Abwehr-Sorgen weiter verschärft.
Pál Dárdai (45) bejubelte gegen Fürth den zweiten Sieg in Folge. Vor Leipzig haben sich die Abwehr-Sorgen weiter verschärft.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Gut möglich, dass in Leipzig der Nächste sein Bundesliga-Debüt feiert. Aufgrund der Abwehr-Not holte sich der Ungar Unterstützung aus der U23. Mit Cimo Röcker (27) und Christalino Atemona (19) konnte die Hertha-Ikone zwei neue Gesichter auf dem Trainingsplatz begrüßen. "Einen werden wir auch mitnehmen", kündigte Dárdai an.

Röcker ist mit seinen 27 Jahren der erfahrenere Abwehrspieler, so nah an der Bundesliga war der ehemalige Profi von Hannover 96 und Werder Bremen allerdings noch nie. Er durchlief zahlreiche Junioren-Nationalmannschaften, belegte unter anderem mit Mitchell Weiser (27), Emre Can (27) und Rani Khedira (27) mit Deutschlands U17 den dritten Platz, für mehr als 29 Einsätze in der 3. Liga hat es bislang aber nicht gereicht.

Atemona überzeugt vor allem mit seiner Dynamik und kennt einen seiner Mitspieler bereits bestens: Márton Dárdai. Der U19-Nationalspieler und der Trainersohn gehören demselben Jahrgang (2002) an und bildeten schon in zahlreichen U-Mannschaften von Hertha das Abwehr-Duo.

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"Er ist ein Sprintertyp, kann die Bälle ablaufen und ist sehr robust", zitiert der Tagesspiegel den Chefcoach. Nicht die schlechteste Eigenschaft gegen die flinken Leipziger.

Titelfoto: IMAGO / Matthias Koch

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