Hertha-Aufsichtsrat Jens Lehmann löst mit Corona-Tweet Sturm der Entrüstung aus

Berlin - Jens Lehmann (51), Ex-Nationaltorwart und Aufsichtsrat-Mitglied bei Hertha BSC, hat mit einer Aussage im Netz über das Coronavirus für Befremden gesorgt und musste dafür harsche Kritik einstecken.

Jens Lehmann (51), ehemaliger Fußballer und damaliger TV-Experte, steht vor dem Spiel im Stadion.
Jens Lehmann (51), ehemaliger Fußballer und damaliger TV-Experte, steht vor dem Spiel im Stadion.  © Sven Hoppe/dpa

"2017 mussten wir in Deutschland 23.000 Grippe-Tote betrauern. Da hat es keiner wahrgenommen. Jetzt müssen wir genau die gleiche Sterberate innerhalb der Bevölkerung von 0,028% betrauern. Bleibt gesund und frohe Weihnachten", teilte der Klinsmann-Nachfolger beim Hauptstadtklub auf dem Kurznachrichtendienst Twitter am Samstag mit.

Zur Einordnung: Die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit dem Virus beläuft sich in Deutschland bislang auf 21.900. Weltweit sind es sogar aktuell mehr als 1,5 Millionen. Nach Ansichten von Experten ist Covid-19 weitaus ansteckender als eine Grippe-Erkrankung, auch wenn sich Symptome ähneln.

Außerdem soll laut Gesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU) erst spätestens im Herbst kommenden Jahres ausreichend Corona-Impfstoff für die gesamte Bevölkerung vorhanden sein. Der Vergleich hinkt also.

Wenig verwunderlich, dass die Aussage des 51-Jährige einen Shitstorm im Netz auslöste und sich sogar Fans der Alten Dame von der Aussage distanzierten.

Mittlerweile ruderte Lehmann zurück und twitterte am Sonntagmorgen: "Wir müssen ältere Menschen und Risikogruppen mehr schützen, damit die Zahlen nicht weiter steigen."

Jens Lehmann auf Twitter: "Wir müssen ältere Menschen und Risikogruppen mehr schützen, damit die Zahlen nicht weiter steigen"

Pikante Randnotiz: Lehmann hatte sich laut Bild Mitte März mit dem Coronavirus infiziert und litt anderthalb Tage an Husten und leichtem Fieber. "Nach zwei Wochen Quarantäne wurde ich von den Behörden wieder für gesund erklärt. Es war leichter als bei einer Grippe. Aber gefährdete Menschen müssen natürlich aufpassen. Es hilft wahrscheinlich auch, einigermaßen gesund zu leben", sagte er der Zeitung.

Titelfoto: Sven Hoppe/dpa

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