Hat Union die spannendere Mannschaft als Hertha?

Berlin - Eines war die vergangene Saison von Hertha BSC mit Sicherheit nicht: langweilig. Vier Trainerwechsel, lange Zeit im Abstiegskampf, ein überraschender Abgang samt Nachtreten über Facebook Live, die Klinsmann-Tagebücher und ein Kabinen-Video, dass beinah den Re-Start der Bundesliga gefährdet hätte.

Die Königstransfers unter sich: Max Kruse (l) für Union und Lucas Tousart für Hertha BSC.
Die Königstransfers unter sich: Max Kruse (l) für Union und Lucas Tousart für Hertha BSC.  © Andreas Gora/dpa, Annette Riedl/dpa-Zentralbild/dpa

An diese Spielzeit dürften sich die Hertha-Fans noch lange erinnern, was allerdings nicht am sportlichen Erfolg liegen dürfte. Mit großen Ambitionen in die Saison gestartet, beendete der Hauptstadt-Klub die Spielzeit im grauen Mittelfeld auf Platz zehn - punktgleich mit Stadtrivale Union.

Doch Hertha weiß auch, dass es durchaus hätte schlimmer kommen können. Vielleicht halten sich auch deshalb die Verantwortlich mit dem Saisonziel für die neue Spielzeit zurück.

Klar ist: so eine unruhige Saison wollen weder der Verein, noch die Fans erleben. Es soll nach oben gehen. Helfen sollen dabei die Windhorst-Millionen.

Dank des Investors hat Hertha trotz Corona ganz andere Möglichkeiten als manch anderer Bundesligisten. Wer allerdings dachte, die Berliner würden wie schon im Winter, als sie zum Transferweltmeister aufstiegen, erneut auf große Shoppingtour gehen, sieht sich bislang getäuscht.

Mit Alexander Schwolow, Deyovaisio Zeefuik und Lucas Tousart (wurde bereits im Winter geholt) konnte die Alte Dame bislang drei Neuzugänge präsentieren. Alles kluge Transfers, doch große Namen klingen anders. 

Herthas Krzysztof Piatek (l), Dodi Lukebakio und Vladimir Darida (r) haben sich für die neue Saison viel vorgenommen.
Herthas Krzysztof Piatek (l), Dodi Lukebakio und Vladimir Darida (r) haben sich für die neue Saison viel vorgenommen.  © Annette Riedl/dpa-Zentralbild/dpa

Union Berlin gelingt mit Max Kruse ein echter Transfercoup

Berlins Cedric Teuchert jubelt nach seinem Treffer.
Berlins Cedric Teuchert jubelt nach seinem Treffer.  © Andreas Gora/dpa

Im Gensatz zum Stadtrivalen aus Charlottenburg hat Union die Transferplanungen schon weit vorangebracht. Mit Sebastian Grießbeck, Niko Gießelmann, Keita Endo, Andreas Luthe, Robin Knoche, Nico Schlotterbeck, Cedric Teuchert und Max Kruse konnte Manager Oliver Ruhnert für das schwierige zweite Jahr bereits acht Neue verpflichten.

Was auffällt: Die Eisernen haben nicht nur auf spielerische Klasse geachtet (Kruse, Endo), sondern auch echte Typen (Kruse, Teuchert), sowie mit Luthe (32 Bundesligaspiele/154 Spiele in der 2. Bundesliga) und Knoche (183 Bundesligaspiele) jede Menge Erfahrung

Allein mit dem Ex-Werder-Star Kruse ist den Eisernen ein echter Transfercoup gelungen. Kaum ein Stürmer in der Bundesliga kann seine Mitspieler so in Szene setzen, wie der 32-Jährige. Bleibt Andersson in Berlin, dürften der Schwede und der extrovertierte ehemalige deutsche Nationalspieler ein interessantes Sturmduo bilden.

Auch auf die Entwicklung des japanischen Nationalspielers Endo, bei dem bereits Parallelen zu Ex-BVB-Star Shinji Kagawa gezogen wurden, darf man gespannt sein.

Mit dieser Mannschaft haben die Köpenicker gute Chancen auch im dritten Jahr in der Bundesliga zu spielen. Zum Kräftemessen mit Hertha BSC kommt es dann Anfang Dezember, doch der Kampf um die Stadtmeisterschaft hat bereits begonnen,

Klar ist: Hertha dürfte noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv werden. Zeit genug haben sie. Das Transferfenster ist noch bis zum 6. Oktober geöffnet. Selbst ohne weiteren Neuzugänge dürften die Blau-Weißen normalerweise die Saison erneut vor Union beenden. Doch was ist nach dieser Saison und in Zeiten von Corona schon normal?

Titelfoto: Andreas Gora/dpa, Annette Riedl/dpa-Zentralbild/dpa

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