Wird das Berlin-Derby womöglich gar nicht übertragen?

Berlin - Berlin fiebert dem Derby entgegen. Am Freitagabend (20.30 Uhr) empfängt Hertha BSC den Stadtrivalen 1. FC Union Berlin zum viel erwarteten Rückspiel um die Stadtmeisterschaft. Vor allem die Alte Dame hat nach der schmerzlichen 0:1-Niederlage in der Hinrunde noch etwas gutzumachen, muss aber auf die Unterstützung der Fans verzichten.

Das Hinspiel konnte Union mit 1:0 für sich entscheiden.
Das Hinspiel konnte Union mit 1:0 für sich entscheiden.  © Britta Pedersen/dpa

Die restlichen Bundesligaspiele finden aufgrund der Corona-Pandemie nur noch ohne Zuschauer statt. Nun könnten die Berliner Fußball-Fans womöglich komplett in die Röhre schauen.

Normalerweise übertragt das Streaminportal DAZN die Spiele am Freitag und Montag bzw. Sonntag (13.30 Uhr), doch ob DAZN-Kunden tatsächlich das Hauptstadt-Derby sehen können, ist noch ungewissen.

Grund: der Streit zwischen der DFL und Eurosport. Die hatten sich bei der letzten Ausschreibung der TV-Rechte insgesamt 40 Bundesligaspiele pro Saison gesichert. 

Nach zwei Spielzeiten mit mäßigem Erfolg verkaufte der Spartensender diesen Sommer schließlich eine Sublizenz an DAZN. Das Medienunternehmen Discovery beruft sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur nun aber auf ein Sonderkündigungsrecht des TV-Vertrages wegen der Corona-Krise.  

Demnach stehen noch Zahlungen von rund 70 Millionen Euro an die DFL aus. Eurosport erhält jedoch nur einen Bruchteil davon von DAZN. Ein Verlustgeschäft für den Spartensender. 

Zeigt DAZN Hertha gegen Union? Sky kann nicht einspringen

Herthas Dodi Lukebakio (r) im Zweikampf mit Unions Christopher Trimmel (l).
Herthas Dodi Lukebakio (r) im Zweikampf mit Unions Christopher Trimmel (l).  © Andreas Gora/dpa

"Wir haben derzeit eine andere Auffassung über die Interpretation der Verträge als Eurosport/Discovery", hatte DFL-Chef Christian Seifert zuletzt gesagt. "Da sind wir in Gesprächen." Bisher blieben diese allerdings erfolglos. Die Deutsche Fußball Liga wartet weiterhin auf die noch ausstehende Zahlung.

Klar ist: Sky kommt für eine Übertragung nicht infrage. Laut RBB muss die Live-Übertragung der Bundesliga aus kartellrechtlichen Gründen von mindestens zwei Anbietern angeboten werden. Eine Entscheidung, wer das Derby nun zeigen darf, ist auch am Mittwochmorgen noch nicht gefallen. 

Schon das Montagsspiel zwischen Werder Bremen und Bayer Leverkusen entwickelte sich zu einer Hängepartie.Am Ende zeigte sowohl DAZN, als auch Amazon Prime Video die Partie. 

Womöglich müssen dann Hertha- und Union-Fans ebenfalls auf Amazon Prime Video ausweichen. Theoretisch könnte aber auch ein TV-Sender einspringen oder die DFL einen eigenen Live-Stream anbieten.

Kommt es zum unwahrscheinlichen Super-Gau bleibe nur noch die Option Live-Ticker oder der Live-Übertragung aus dem Radio. 

Titelfoto: Bildmontage: Screenshot/MDR-Riverboat, Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

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