Hauptstadtderby steigt am Freitag: Die Vorzeichen stehen auf Rot

Berlin - "Rien ne va plus - nichts geht mehr", wie es beim Roulette heißt. Zuvor hat man sich in der Regel zwischen Schwarz, Rot oder Null entschieden. Eine ähnliche Parallele lässt sich zum anstehenden Hauptstadtderby zwischen Hertha BSC und dem 1. FC Union Berlin ziehen, einzig Schwarz muss gegen Blau ausgetauscht werden.

Am Freitagabend steigt im leider leeren Berliner Olympiastadion das dritte Bundesliga-Derby zwischen Hertha BSC und dem 1. FC Union Berlin.
Am Freitagabend steigt im leider leeren Berliner Olympiastadion das dritte Bundesliga-Derby zwischen Hertha BSC und dem 1. FC Union Berlin.  © Andreas Gora/dpa

Betrachtet man die aktuelle Form beider Teams, so sollte Rot, sprich Union, eigentlich vorne liegen. Die meisten großen Wettanbieter sehen das allerdings anders, denn bei einem Auswärtssieg Unions erwartet den Tipper eine höhere Gewinnauszahlung als bei einem Heimsieg der Hertha.

Doch auch die aktuelle Bundesliga-Bilanz spricht eigentlich für die Eisernen, die auswärts bislang acht ihrer 16 Punkte einfahren konnten.

Dagegen steht eine eklatante Heimschwäche der Herthaner, die sich im Olympiastadion erst einen mageren Punkt erspielt haben und damit den letzten Platz in der Heimtabelle belegen.

Die beiden Duelle in der Bundesliga konnte jedoch das jeweilige Heimteam für sich entscheiden. Union Berlin gewann durch einen späten Elfmeter mit 1:0 im Stadtion An der Alten Försterei.

Die Alte Dame revanchierte sich dafür mit einem krachenden 4:0-Erfolg im Rückspiel.

Der 1. FC Union Berlin tritt mit breiter Brust im Olympiastadion gegen Hertha BSC an

Max Kruse (32) befindet sich zurzeit in Top-Form und kann auch das Hauptstadtderby für den 1. FC Union Berlin entscheidend beeinflussen.
Max Kruse (32) befindet sich zurzeit in Top-Form und kann auch das Hauptstadtderby für den 1. FC Union Berlin entscheidend beeinflussen.  © Maja Hitij/Getty Images Europe/Pool/dpa

Für das dritte Bundesliga-Duell der Berliner Teams stehen die Vorzeichen jedoch gänzlich anders. Union hat den Klassenerhalt in der vergangenen Saison vorzeitig eingetütet und sich in der Sommerpause gezielt verstärkt.

Unter anderem konnten die Eisernen mit Max Kruse (32) einen Top-Transfer landen. Der Neu-Köpenicker erzielte in den letzten fünf Bundesliga-Partien zehn Scorer-Punkte und präsentiert sich in absoluter Top-Form.

Allgemein ist der 1. FC Union seit acht Spielen ungeschlagen und wird mit sehr breiter Brust im Olympiastadion antreten.

Bei den Blau-Weißen sieht sie Angelegenheit etwas anders aus. BSC muss den Sommer-Abgang einiger Leistungsträger verkraften und befindet sich aktuell im Umbruch.

Junge Spieler, wie Arsenal-Leihgabe Matteo Guendouzi (21) oder Matheus Cunha (21), konnten in den vergangenen Bundesliga-Partien immer wieder mit Leistung überzeugen.

Kann Hertha BSC ausgerechnet gegen den Erzrivalen 1. FC Union Berlin einen Befreiungsschlag landen?

Kann Matheus Cunha (21) im Hauptstadtderby den Unterschied für Hertha BSC ausmachen?
Kann Matheus Cunha (21) im Hauptstadtderby den Unterschied für Hertha BSC ausmachen?  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/ZB

Besonders der brasilianische Stürmer kann den Unterschied ausmachen und wird eine wichtige Rolle im Derby einnehmen müssen, um seiner Mannschaft zum Sieg zu verhelfen.

Bitter ist der verletzungsbedingte Ausfall von Neuzugang Jhon Cordoba (27), der nach seinem Wechsel an die Spree sofort eingeschlagen hatte.

Noch herrscht Ruhe in den Reihen der Alten Dame, auch wenn der aktuelle Tabellenplatz sicherlich nicht den Ansprüchen der Verantwortlichen entspricht.

Allerdings stellt sich die Frage, wie lange das noch so bleibt? Das 0:0-Unentschieden beim Europa League Teilnehmer Bayer 04 Leverkusen hat immerhin eine Aufwärtstendenz angedeutet.

Mit einem Sieg gegen den Erzrivalen könnte Hertha ein Befreiungsschlag gelingen. Sollten sie jedoch eine weitere Niederlage einstecken müssen, so droht der Klub, in eine Abwärtsspirale zu geraten.

Schließlich sind die Charlottenburger aktuell nur drei Punkte vom Relegationsplatz entfernt und kein Team, das für einen Abstiegskampf gerüstet scheint. Somit könnte Hertha BSC ein ähnliches Schicksal wie Werder Bremen in der vergangenen Bundesliga-Saison drohen.

Titelfoto: Maja Hitij/Getty Images Europe/Pool/dpa, Maja Hitij/Getty Images Europe/Pool/dpa (Bildmontage)

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