Deadline Day: Holt Hertha jetzt gar keinen mehr?

Berlin - Weston McKennie (22), Julian Draxler (27), Jeff Reine-Adelaide (22) oder auch Mario Götze (28) - Namen sind in Berlin bereits einige gehandelt worden. Ob sie dann aber auch tatsächlich bei Hertha BSC spielen werden, ist eine andere Sache.

Jeff Reine-Adelaide (l.) könnte neuer Rekord-Einkauf werden.
Jeff Reine-Adelaide (l.) könnte neuer Rekord-Einkauf werden.  © Laurent Cipriani/AP/dpa

"Spätestens Montag wird es mit den Spekulationen auch vorbei sein", sagte Manager Michael Preetz (53) mit Blick auf den heutigen Deadline Day. Viel Zeit bleibt den Berlinern damit aber auch nicht mehr.

Um 18 Uhr schließt das Transferfenster. Womöglich steht der Hauptstadt-Klub dann mit leeren Händen da. Das Problem ist mal wieder das Geld. 

So blöd es klingen mag: Hertha hat zu viel. Seit seinem Einstieg hat Investor Lars Windhorst nun schon 374 Millionen Euro investiert. Das wissen auch die Vereine.

"Es ist nicht mehr gesund, Talente, die ein halbes Jahr gespielt haben, kosten 10, 15 Millionen. Von Corona ist da nichts zu merken", beklagt Bruno Labbadia (54) die allgemeine Entwicklung im modernen Fußball.

Gesucht wird noch ein zentraler Mittelfeldspieler, sowie einer für die Außenbahn. Mit Lyons Reine-Adelaide soll sich Hertha bereits einig sein. Die "Bild" hatte den Transfer vor einigen Tagen als schon so gut wie perfekt vermeldet. Demnach könnte der Franzose ausgerechnet seinen ehemaligen Mannschaftskollegen Lucas Tousart (23) als Rekordtransfer ablösen. 

Passiert ist bislang aber nichts. Bei der Ablösesumme liegen die Vorstellungen beider Klubs offenbar aber noch weit auseinander. Zwischenzeitlich soll Olympique Lyon über 30 Millionen Euro aufgerufen haben. Zu viel für die Alte Dame.

Platzt der Wechsel von Reine-Adelaide zu Hertha BSC?

Hertha BSC ist angeblich an Mario Götze (r.) und Wendell (2.v.l.) interessiert.
Hertha BSC ist angeblich an Mario Götze (r.) und Wendell (2.v.l.) interessiert.  © Marius Becker/dpa, Uwe Anspach/dpa

Trotz der Windhorst-Million arbeitet man in Charlottenburg mit Bedacht. Die Verantwortlichen hatten schon oft genug betont, das Gehaltsgefüge nicht sprengen zu wollen. Ablösesumme von 30 Millionen oder mehr - "das wird es bei Hertha BSC in dieser Corona-Phase nicht geben", stellte Preetz klar.

Platzt der Wechsel nun auf den letzten Metern dieser langen Transferphase? Dazu passt: In einem Gespräch mit "Téléfoot" hatte Lyon-Präsident Jean Michel-Aulas möglichen Abgängen bereits eine Wechselfrist erteilt: "Spieler, die am Freitag nicht weg sind, werden uns nicht mehr verlassen."

Besser könnte es da schon bei Wendell (27) aussehen. Der Brasilianer soll laut "Sport Bild" etwa sechs Millionen Euro kosten. Eine machbare Summe für den finanzstarken Hauptstadt-Klub. 

Der Linksverteidiger dürfte den Konkurrenzkampf zwischen Maximilian Mittelstädt (23) und Marvin Plattenhardt (28) noch einmal verstärken.

Karim Rekik vor Blitz-Abgang zum FC Sevilla

Karim Rekik steht offenbar vor einem Wechsel zum FC Sevilla.
Karim Rekik steht offenbar vor einem Wechsel zum FC Sevilla.  © Swen Pförtner/dpa

Mittelstädt dürfte dann entweder eine Position weiter nach vorne rücken oder im zentralen Mittelfeld eingesetzt werden. Dort hatte der 23-Jährige bereits in der Vorbereitung und im Pokal gespielt. Womöglich gelingt den Herthanern aber doch noch der ganz große Coup und Mario Götze entscheidet sich für die Hauptstadt.

Die Spekulationen um den ehemaligen BVB-Star reißen nicht ab. Ein Telefonat mit Labbadia, der sich als Götze-Fan geoutet hat, soll bereits stattgefunden haben. Offenbar ist der 28-Jährige auch zu erheblichen Gehaltseinbußen bereit.

Da der WM-Final-Torschütze vereinslos ist, könnte ihn Hertha sogar nach Ende der Transferperiode unter Vertrag nehmen. Unterschreibt der Ex-Nationalspieler am Deadline Day bei keinem anderen Verein, dürften zumindest auch nach Montag in dieser Personalie die Spekulationen weiter gehen.

Derweil steht ein Herthaner vor dem Absprung: Karim Rekik, der offiziell wegen muskulärer Probleme bei der bitteren Niederlage gegen den FC Bayern München (3:4) nicht im Kader stand, steht laut "Kicker" vor einem Wechsel zum FC Sevilla. Sollte der Transfer zustande kommen, dürfte Hertha im Abwehrzentrum noch einmal nachlegen, zumal Jordan Torunarigha wochenlang nicht zur Verfügung steht.

Titelfoto: Marius Becker/dpa, Uwe Anspach/dpa

Mehr zum Thema Hertha BSC:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0