Herthas Stadionpläne "unwahrscheinlicher geworden": Keine Dauerkarten für neue Saison

Berlin - Zwei Spiele, sechs Punkte, 7:0 Tore - besser hätte der Start für Hertha BSC unter Bruno Labbadia nicht sein können. Nach dem überzeugenden 4:0 gegen den Stadtrivale Union wäre den Herthaner normalerweise bei der Mitgliederversammlung ein tosender Applaus sicher gewesen, doch in Zeiten von Corona ist alles anders.

Hertha BSC will raus aus dem Berliner Olympiastadion.
Hertha BSC will raus aus dem Berliner Olympiastadion.  © Stuart Franklin/Getty Images Europe/Pool/dpa

Stattdessen sorgte der Hauptstadt-Klub für ein weiteres Novum. 1574 Anhänger der "Alten Dame" waren an Computern, Tablets und Handys bei der ersten digitalen Mitgliederversammlung in der Fußball-Bundesliga dabei - und auch Cheftrainer Bruno Labbadia grüßte per Video in die Wohnzimmer. 

"Wir haben eine komische Zeit", erklärte der nun schon vierte Trainer dieser Saison angesichts der Auswirkungen der Corona-Pandemie: "Eigenartig, dass ich mich über eine Videobotschaft vorstellen muss. Aber wir versuchen, das Beste daraus zu machen."

Stellvertretend für 37.500 Mitglieder wies ein Fragesteller auf den riesigen Image-Schaden hin, der durch den Knall-Abgang von Big-City-Trainer Jürgen Klinsmann und das Live-Video des inzwischen suspendierten Salomon Kalou noch gesteigert wurde. Der Ivorer hatte Verstöße gegen das Hygienekonzept öffentlich gemacht.

"Na klar, es ist nicht von der Hand zu weisen, dass wir in der Vergangenheit für ausreichend Gesprächsstoff gesorgt haben", bemerkte Preetz. 

Hertha BSC muss Stadionpläne wohl korrigieren

Das Podium mit Herthas Finanz-Geschäftsführer Ingo Schiller (l) und Hertha-Manager Michael Preetz (2.v.l.), ist bei der digitalen Mitgliederversammlung von Hertha BSC auf einem Tablet zu sehen.
Das Podium mit Herthas Finanz-Geschäftsführer Ingo Schiller (l) und Hertha-Manager Michael Preetz (2.v.l.), ist bei der digitalen Mitgliederversammlung von Hertha BSC auf einem Tablet zu sehen.  © Jens Mende/dpa

Dass Hertha anhaftende Graue-Maus-Image sei revidiert worden, "aber nicht immer in der Form, wie wir uns das gewünscht haben". Allerdings bat der Manager um Differenzierung. In Sachen Corona beispielsweise habe der Verein die Profis "in etlichen Sitzungen auf die Regeln hingewiesen und werden das weiter tun".

Schlechte Nachrichten gab es in Sachen Stadionplänen. Die Berliner wollen raus dem Olympiastadion und ab 2025 in einer eigenen reinen Fußballarena spielen. 

"Es ist eher unwahrscheinlicher geworden, dass das Datum gehalten werden kann. Wir wollen aber an dem Projekt festhalten", sagte Herthas Finanz-Geschäftsführer Ingo Schiller.

In Zeiten der Corona-Krise könne der Verein "nicht den Fokus auf das Thema richten", sagte Schiller: "Derzeit gilt es, die aktuelle Situation zu beherrschen." 

Auch Dauerkarten für die neue Saison werde es zunächst nicht geben. "Das wäre den Fans bei der derzeitigen Unsicherheit nicht zuzumuten." 

So wie es derzeit aussieht, ist es unwahrscheinlich, dass in diesem Jahr noch vor Zuschauern gespielt werden kann.

Titelfoto: Stuart Franklin/Getty Images Europe/Pool/dpa

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