Hertha betreibt gegen Wolfsburg Chancenwucher und verpasst in engem Fight den Sieg!

Berlin - Kein Sieger im Sonntagabendspiel! Hertha BSC kam am 6. Spieltag der 1. Bundesliga nicht über ein 1:1 (1:1) gegen den VfL Wolfsburg hinaus. Die Tore im leeren Berliner Olympiastadion erzielten Matheus Cunha zum 1:0 für die Alte Dame (6. Minute) und Ridle Baku zum 1:1 für die Wölfe (20.).

Traumtor! Ridle Baku bejubelt seinen Treffer zum 1:1-Ausgleich für den VfL Wolfsburg euphorisch. Es war seine erste Bude für seinen neuen Klub!
Traumtor! Ridle Baku bejubelt seinen Treffer zum 1:1-Ausgleich für den VfL Wolfsburg euphorisch. Es war seine erste Bude für seinen neuen Klub!  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Während Hertha-Coach Bruno Labbadia auf dieselbe Formation wie beim 1:2 bei RB Leipzig setzte, tauschte VfL-Trainer Oliver Glasner nach dem 2:1-Sieg gegen Arminia Bielefeld auf drei Positionen aus. 

Yannick Gerhardt, Xaver Schlager und Josip Brekalo begannen für Josuha Guilavogui (Muskelfaserriss), Maximilian Arnold (abgereist, um die Geburt seines zweiten Kindes mitzuerleben) und Admir Mehmedi (Bank).

Wolfsburg übernahm zu Beginn die Spielkontrolle und erzielte durch den früheren Hertha-Jugendspieler Maximilian Philipp direkt ein Tor, das wegen Abseits aber berechtigterweise nicht zählte (3. Minute).

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Die Alte Dame zeigte wenig später, wie man es richtig macht. Nach einem Pass von Dodi Lukebakio rutschte Cunha beim Schuss weg, traf den Ball aus 16 Metern Torentfernung aber so, dass er an Wölfe-Keeper Koen Casteels vorbei in die lange Ecke kullerte - 1:0 für die Hausherren (6.)!

Davon zeigten sich die Gäste jedoch keinesfalls geschockt, sondern machten weiter Druck und erspielten sich einige Möglichkeiten. So hatte Alexander Schwolow große Probleme mit einem an sich harmlosen Schuss von Brekalo auf den Mann, den der Schlussmann abklatschen ließ, doch kein VfL-Angreifer setzte nach (17.).

Startelf von Hertha BSC gegen den VfL Wolfsburg

Anfangsformation des VfL Wolfsburg gegen Hertha BSC

Ridle Baku gleicht für den VfL Wolfsburg gegen Hertha BSC aus

VfL-Flügelspieler Josip Brekalo (l.) wird von Herthas Sechser Lucas Tousart angegriffen.
VfL-Flügelspieler Josip Brekalo (l.) wird von Herthas Sechser Lucas Tousart angegriffen.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Dann war es aber passiert. Philipp passte von der linken Seite in den Rückraum, wo Baku das Leder in einer fließenden Bewegung annahm, es sich an Cunha vorbei legte, wuchtig abzog - und die Kugel aus 16 Metern unter die Latte nagelte, 1:1 (20.)!

Nun entwickelte sich ein temporeiches Spiel, an dem beide Mannschaften teilnahmen und für weitere Highlights sorgten.

Obwohl die Wölfe optisch leicht überlegen waren, setzte Hertha mit ansehnlichen und übersichtlichen Kombinationen immer wieder Nadelstiche nach vorne und beschäftigte den VfL defensiv regelmäßig.

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So tankte sich Lukebakio im Sechzehner durch, schloss aus spitzem Winkel satt ab, traf aber nur den Außenpfosten (32.). Wenige Augenblicke später zeigte Schiedsrichter Martin Petersen dann auf den Punkt.

Wout Weghorst sollte Hertha-Innenverteidiger Omar Alderete gefoult haben (35.). Nach Ansicht der Videobilder entschied Petersen dann völlig zu Recht: kein Strafstoß (37.)!

Anschließend gab es keine weiteren Gelegenheiten mehr, weshalb es zur Pause dieser intensiven Begegnung beim 1:1 blieb.

Hertha BSC nutzt mehrere Großchancen gegen den VfL Wolfsburg nicht zum Sieg!

Die beiden Torschützen im direkten Duell: Herthas Angreifer Matheus Cunha (l.) attackiert VfL-Rechtsverteidiger Ridle Baku.
Die beiden Torschützen im direkten Duell: Herthas Angreifer Matheus Cunha (l.) attackiert VfL-Rechtsverteidiger Ridle Baku.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Im zweiten Durchgang ging es nahtlos und mit Feuer weiter. Nachdem beide Teams je eine Chance hatten, spielte Hertha einen Konter wunderbar aus, am Ende stand Lukebakio frei, zog ab, scheiterte aber am glänzend reagierenden Casteels (53.)!

Nun waren die Gastgeber besser und setzten die Wölfe verstärkt unter Druck. Zwar gab es einige Zeit keine Möglichkeit mehr, die nächste hatte es dann aber in sich: Cunha bediente Jhon Cordoba klasse, doch der bullige Mittelstürmer zögerte frei vor Casteels zu lange, sodass sein Schuss in letzter Sekunde noch geblockt wurde (73.). 

Vier Minuten später kam der VfL dann nach einem Freistoß durch Weghorst zur ersten und einzigen wirklich guten Gelegenheit in Abschnitt zwei, doch der großgewachsene Angreifer köpfte knapp vorbei.

Hertha hatte durch Cordoba (81./zu hoch) und Dedryck Boyata (84./knapp drüber) noch zwei weitere Riesen, die aber nicht genutzt werden konnten. Das sollten die letzten Chancen gewesen sein, weshalb es beim 1:1-Remis blieb.

Für Hertha geht es am kommenden Samstag (15.30 Uhr) mit dem Auswärtsspiel beim FC Augsburg weiter, während die Wölfe am Sonntag (15.30 Uhr) die TSG 1899 Hoffenheim empfangen. 

Titelfoto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

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