Hertha bleibt Stadtmeister: Labbadias glückliches Händchen

Berlin - Nach Schlusspfiff suchten Derby-Held Krzysztof Piatek (25) und Matteo Guendouzi (21) den Weg in die Ostkurve, feierten auch vor leeren Rängen den Sieg über den 1. FC Union Berlin. Später folgte noch die komplette Mannschaft.

Herthas Krzysztof Piatek (l.) bejubelt sein Tor zum 2:1 mit Matteo Guendouzi.
Herthas Krzysztof Piatek (l.) bejubelt sein Tor zum 2:1 mit Matteo Guendouzi.  © Odd Andersen/AFP-POOL/dpa

"Wir wussten, wie wichtig das Spiel heute für uns und vor allem auch für die Fans ist", erklärte Keeper Alexander Schwolow (28) bei DAZN. "Wir haben uns gedacht, dass das ein schönes Bild für die Fans ist. Es ist nicht immer rational, was da in den Köpfen passiert."

Es war kein schöner, aber ein umso wichtiger Sieg. Hertha BSC, die bis dato schlechteste Heimmannschaft der Liga, holt ausgerechnet gegen den Stadtnachbarn erstmals in dieser Spielzeit drei Punkte im Olympiastadion - auch weil sich Union nach 23 Minuten selbst schwächt.

Der Ex-Herthaner Robert Andrich hatte sein Bein zu hoch, erwischte Lucas Tousart (23) mit den Stollen im Gesicht und flog mit glatt Rot vom Platz.

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"Selbst gegen zehn Mann ist es nicht einfach so eine Mannschaft zu knacken, weil sie sehr diszipliniert spielen. Wir haben vor allem in der zweiten Halbzeit ein besseres Positionsspiel gehabt und dann auch verdient noch gewonnen", sagte Bruno Labbadia (54) auf der Pressekonferenz.

Dabei hätte es für die Eisernen kaum besser laufen können. Mit dem ersten Torschuss der Partie brachte Taiwo Awoniyi (23) die Gäste in Führung (20. Minute). Und auch in Unterzahl hatten die Eisernen lange keine Probleme mit den Offensivbemühungen der Charlottenburger.

Bruno Labbadia wechselt den Sieg ein

Die Mannschaft feiert nach Schlusspfiff vor der leeren Ostkurve den Derby-Sieg.
Die Mannschaft feiert nach Schlusspfiff vor der leeren Ostkurve den Derby-Sieg.  © Odd Andersen/AFP-POOL/dpa

Hertha fiel im ersten Durchgang gegen diszipliniert verteidigenden Köpenicker nichts ein. Erst nach 40 Minuten hatten die Gastgeber durch Dodi Lukebakio (23) die erste Torchance. Nicht aber aus dem Spiel heraus, sondern nach einem Eckball.

"Die drei Punkte sind das Wichtigste, weil uns das in der Entwicklung einen Schub geben kann", betonte Labbadia. "Es ist wichtig auch solche Spiele, die man nicht so top bestreitet dann trotzdem mal zu gewinnen."

Dass seine Mannschaft doch noch als Sieger vom Platz gehen konnte, lag auch seinem Doppelwechsel zur Pause und der darauffolgenden Systemänderung. "Es war in der ersten Halbzeit sehr, sehr einfach gegen uns zu verteidigen."

Dieser Hertha-Kicker hat es auf Anhieb in Elf des Spieltags geschafft
Hertha BSC Dieser Hertha-Kicker hat es auf Anhieb in Elf des Spieltags geschafft

Mit dem zuletzt unglücklich agierenden Piatek und Javairo Dilrosun (22) bewies Labbadia ein glückliches Händchen. Herthas Pistolero drehte mit einem Doppelpack (74./77.) das Spiel - jeweils nach Vorlage von Dilrosun.

Peter Pekarik (51.) hatte kurz nach dem Seitenwechsel den Ausgleich erzielen können.

Hertha BSC muss auf Matheus Cunha verzichten

Krzysztof Piatek wurde mit einem Doppelpack zum Derbyhelden.
Krzysztof Piatek wurde mit einem Doppelpack zum Derbyhelden.  © Odd Andersen/AFP-POOL/dpa

Hatte Piatek noch Glück, dass sein 2:1 noch entscheidend abgefälscht wurde, war das 3:1 nur drei Minuten später umso schöner. Union konnte den Ball nicht klären, Piatek fackelte nicht lange und setzte den Ball sehenswert aus 15 Metern in die lange Ecke. Ein Treffer, der zeigt, was für Abschlussqualitäten der Ex-Milan-Star hat.

"Ich hoffe, dass es ihm das nötige Selbstvertrauen gibt und die Konsequenz, die er braucht für sein Spiel", bemerkte Labbadia. Der Hertha-Coach wird noch zum Union-Schreck.

Für den 54-Jährigen ist es bereits der zweite Sieg im zweiten Spiel. "Es ist ein Derby-Sieg und es bedeutet mir persönlich sehr, sehr viel. Ich weiß auch, dass es unseren Zuschauern viel bedeutet."

Einziger Wehmutstropfen: Matheus Cunha (21) sah in der Schlussphase noch die fünfte Gelbe Karte. Der Brasilianer fehlt damit am Samstag (15.30 Uhr/Sky) gegen Borussia Mönchengladbach.

Titelfoto: Odd Andersen/AFP-POOL/dpa

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