Abstiegsgefahr immer größer: Hertha braucht einen Valentin Stocker!

Berlin - Es ist wie verhext! Hertha BSC macht auch gegen den VfL Wolfsburg (0:2) ein gutes Spiel, lässt kaum etwas zu, scheitert am hervorragenden Koen Casteels (28) oder am Pfosten und verliert nicht nur das Match, sondern auch noch drei wichtige Spieler. Immerhin sind nun die Champions-League-Wochen endlich vorbei, doch der Druck wird größer. Hertha braucht am Samstag gegen den FC Augsburg (15.30 Uhr/Sky) unbedingt drei Punkte.

Genki Haraguchi und Valentin Stocker (r.) jubeln über seinen Treffer zum 1:0 gegen den SC Paderborn. (Archivbild)
Genki Haraguchi und Valentin Stocker (r.) jubeln über seinen Treffer zum 1:0 gegen den SC Paderborn. (Archivbild)  © Oliver Mehlis/dpa

Neun Spiele sind die Berliner nun schon sieglos. Ein Blick in die Vergangenheit könnte dennoch für etwas Zuversicht bei der gebeutelten Hertha-Fanseele sorgen.

Fast auf den Tag genau vor sechs Jahren, am 28. Februar 2015, siegte die Alte Dame im Olympiastadion gegen den FCA mit 1:0. Es war das zweite Heimspiel unter Pal Dardai (44). Der Ungar hatte erst knapp drei Wochen zuvor als Trainernovize Jos Luhukay (57) beerbt.

Dass seine Mannschaft im Mai schließlich über den Klassenerhalt jubeln konnte, lag nicht nur am späten Siegtorschützen Salomon Kalou (34), sondern vor allem an einem anderen Ex-Herthaner: Valentin Stocker (31).

Im Sommer als Hoffnungsträger vom FC Basel verpflichtet, musste der Schweizer unter Luhukay zwischenzeitlich bei den Amateuren ran. Erst unter Dardai trumpfte der Spielmacher richtig auf. Drei Tore und fünf Vorlagen gelangen ihm in der Rückrunde.

Vor allem sein Treffer beim Abstiegsgipfel bei Hannover 96, als der damals 25-Jährige per Seitfallzieher den wichtigen 1:1-Ausgleich erzielen konnte, dürfte den Hertha-Fans noch bestens in Erinnerung bleiben.

"Am Ende hat uns Valentin Sto­cker mit seinen Toren gerettet", hatte Dardai später im großen 11Freunde-Interview 2016 erklärt. Sein Co-Trainer Rainer Widmayer (53) drückte sich noch drastischer aus: "Er hat uns damals den Arsch gerettet."

Hertha BSC muss gegen Augsburg auf Matheus Cunha und Sami Khedira verzichten

Herthas Matheus Cunha im Zweikampf mit Wolfsburg Marin Pongracic (r.). Der Brasilianer erlitt in Wolfsburg eine Verletzung am Oberschenkel und wird erstmal pausieren müssen.
Herthas Matheus Cunha im Zweikampf mit Wolfsburg Marin Pongracic (r.). Der Brasilianer erlitt in Wolfsburg eine Verletzung am Oberschenkel und wird erstmal pausieren müssen.  © Swen Pförtner/dpa

Genau solch einen Unterschiedspieler könnten die Blau-Weißen derzeit gut gebrauchen. Matheus Cunha (21) ist für diese Rolle eigentlich prädestiniert. Herthas Topscorer (fünf Tore/vier Vorlagen) spielt an guten Tagen die Abwehrreihen schwindelig, wartet aber inzwischen seit mittlerweile mehr als 1000 Minuten auf einen eigenen Treffer.

Zu allem Überfluss hat sich der Brasilianer auch noch in Wolfsburg verletzt - ebenso wie Sami Khedira (33). Der Weltmeister von 2014 hatte zwar seit fast einem Jahr nicht mehr gespielt, ist aber alleine mit seiner Präsenz eine wichtige Stütze.

"Wie wir spielen, hat er uns gutgetan. Er spielt kaum Fehlpässe. Er gibt Ruhe für die Mannschaft", so Dardai. Wie lange der 33-Jährige ausfällt, ist noch unklar. Das Bruder-Duell mit Augsburgs Rani Khedira (27) wird er aber definitiv verpassen. Sein Cheftrainer befürchtet gar, dass sich die Wadenverletzung länger hinziehen kann.

Das größte Problem ist derzeit ohnehin die Offensive. In den vergangenen neun Spielen gelangen den Herthanern gerade mal drei Treffer. Da kommt die Rückkehr von Jhon Cordoba (27) gerade recht. Der Kolumbianer sorgte nach seiner Einwechslung für ordentlich Betrieb.

Am Samstag dürfte der Sturmtank wieder in der Startelf stehen und könnte mit seiner Wucht und Torgefahr womöglich den Unterschied ausmachen - so wie damals Stocker! Richtig glücklich wurde 31-Jährige unter Dardai aber nicht mehr. Im Januar 2018 kehrte der Offensivakteur zu seinem Ex-Klub nach Basel zurück. In seiner Heimat spielt er auch heute noch. Die Bilanz: drei Tore und fünf Vorlagen.

Titelfoto: Oliver Mehlis/dpa

Mehr zum Thema Hertha BSC:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0