Hertha BSC: Bruno Labbadia und die Suche nach dem Führungsspieler

Berlin - Das klingt irgendwie nach dem Titel einer Filmreihe und ist tatsächlich auch mit einer Fortsetzung verbunden, denn Trainer Bruno Labbadia (54) ist bei Hertha BSC weiterhin mit der Suche nach Führungsspielern beschäftigt - und dieser Prozess wird auch noch länger andauern, wie er selbst sagt.

Hertha-Coach Bruno Labbadia (54) ist weiterhin auf der Suche nach Führungsspielern und ist sich bewusst, dass dieser Prozess noch länger andauern wird.
Hertha-Coach Bruno Labbadia (54) ist weiterhin auf der Suche nach Führungsspielern und ist sich bewusst, dass dieser Prozess noch länger andauern wird.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

"Es macht keinen Sinn, immer wieder über Führungskräfte zu reden. Das bedarf einfach Zeit", sagte der 54-Jährige bei der Pressekonferenz vor dem Spiel bei Bayer 04 Leverkusen am Sonntag (15.30 Uhr, Sky).

Herthas Coach ist quasi schon seit der Saisonvorbereitung auf der Suche nach einer neuen Achse, die vormals von Spielern wie Vedad Ibišević (36), Salomon Kalou (35) oder Per Skjelbred (33) auf und abseits des Platzes gebildet wurde.

Der Abgang der Führungsspieler hinterließ ein Vakuum, die hohe Fluktuation insgesamt war in der Sommerpause nicht gerade hilfreich für das Zusammenwachsen des Teams.

"Wir haben halt 14 Spieler abgegeben und acht geholt", merkte Labbadia an. Daher sei es auch "normal", dass einige Dinge noch nicht richtig funktionieren würden.

Die langen Länderspielpausen und die verschärften Regeln aufgrund der Corona-Pandemie kommen erschwerend hinzu.

Arrivierte Kräfte wie Pekarik, Darida oder Plattenhardt sind von Natur aus keine Führungsspieler

Vladimir Darida (30) ist einer der arrivierten Profis in den Reihen von Hertha BSC doch "von Natur aus kein Führungsspieler", wie sein Trainer anmerkt.
Vladimir Darida (30) ist einer der arrivierten Profis in den Reihen von Hertha BSC doch "von Natur aus kein Führungsspieler", wie sein Trainer anmerkt.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Die aktuelle Bundesliga-Saison ist gerade einmal drei Monate alt, doch in dieser Zeit seien die vielen Nationalspieler bereits fast sechs Wochen auf Reisen gewesen. Das treffe natürlich auch auf andere Teams zu, jedoch sei dies für im Aufbau befindliche Mannschaften besonders schwer zu verkraften.

Zudem erlauben die strengen Hygieneregeln nicht einmal Mannschaftsabende, die sich sicherlich positiv auf das Team-Building auswirken würden. Selbst bei den gemeinsamen Mahlzeiten säßen die Spieler mittlerweile nur noch zu viert an den Tischen.

Natürlich gibt es auch immer noch arrivierte Kräfte in den Reihen der Hertha, doch seien beispielsweise Peter Pekarik (34), Vladimir Darida (30) oder Marvin Plattenhardt (28) alles feine Kerle und Top-Profis, "aber von Natur aus keine Führungsspieler", wie Labbadia erklärte.

Das gelte auch für den neu gewählten Kapitän Dedryck Boyata (30), der nach Aussage seines Trainers kein Lautsprecher sei. Hier kommt wohl auch ein weiteres Problem zum Tragen: die Sprachbarriere.

Nur Siege bringen Hertha BSC Selbstvertrauen und lassen die Mannschaft enger zusammenwachsen

Mattéo Guendouzi (21, r.) könnte für seinen Trainer Bruno Labbadia zu einem wichtigen Führungsspieler werden. Mit Leistung überzeugte der Neuzugang bereits.
Mattéo Guendouzi (21, r.) könnte für seinen Trainer Bruno Labbadia zu einem wichtigen Führungsspieler werden. Mit Leistung überzeugte der Neuzugang bereits.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Leistungsträger wie Matheus Cunha (21) oder Neuzugang Mattéo Guendouzi (21) können die Mannschaft zwar über Einsatz, Willen und Spielstärke mitreißen, doch mit der Verständigung hapert es noch.

Aus diesem Grund versucht der Coach, den Spielern immer wieder klarzumachen, "wie wichtig es ist, miteinander zu kommunizieren".

Torhüter Alexander Schwolow (28) ist zwar meinungsstark und nimmt kein Blatt vor den Mund, allerdings kann er aufgrund seiner Position höchstens abseits des Spielfeldes als Führungsspieler auftreten.

Letztendlich ist sich Labbadia bewusst, dass seiner Truppe nur Erfolgserlebnisse weiterhelfen: "Wir müssen immer wieder auch kurzfristigen Erfolg abliefern, das können wir."

Siege bringen Selbstvertrauen und lassen ein Team enger zusammenwachsen.

Den Anfang kann die Alte Dame gegen die Werkself machen, um so am kommenden Freitag (20.30 Uhr, DAZN) mit gestärktem Selbstbewusstsein ins Stadtderby gegen den 1. FC Union Berlin zu gehen, die acht Spiele in Folge ungeschlagen sind und mit breiter Brust im Olympiastadion auflaufen werden.

Titelfoto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

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