Hertha-Coach Labbadia vor dem Aus? Alte Dame kassiert klare Heimpleite gegen Bremen!

Berlin - Die nächste Abreibung für Hertha BSC! Die sichtlich bemühte, aber fehlerhafte Alte Dame verlor am 18. Bundesliga-Spieltag deutlich mit 1:4 (1:2) gegen den SV Werder Bremen. Für Coach Bruno Labbadia dürfte es nun ganz eng werden.

Der Ex-Herthaner Davie Selke (r.) brachte Werder Bremen mit diesem Elfmeter mit 1:0 in Führung.
Der Ex-Herthaner Davie Selke (r.) brachte Werder Bremen mit diesem Elfmeter mit 1:0 in Führung.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/POOL/dpa

Die Werder-Tore im Olympiastadion erzielten Davie Selke vom Punkt zum 1:0 (10. Minute), Ömer Toprak zum 2:0 (29.), Leonardo Bittencourt zum 3:1 (57.) und Josh Sargent zum 4:1 (77.).

Für Hertha traf Jhon Cordoba zum 1:2 (45.+2). Zwischendurch verschoss der Berliner Matheus Cunha noch einen Elfmeter (21.).

Hertha-Coach Labbadia tauschte seine Mannschaft nach der 0:3-Heimpleite gegen die TSG 1899 Hoffenheim nur auf einer Position aus: Luca Netz feierte sein Startelfdebüt und ersetzte Krzysztof Piatek (Bank).

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SVW-Trainer Florian Kohfeldt nahm hingegen nach der 0:1-Auswärtsniederlage bei Borussia Mönchengladbach zwei Veränderungen vor. Leonardo Bittencourt und Selke rückten für den verletzten Kevin Möhwald (Adduktorenprobleme) und Josh Sargent (Bank) ins Team.

Nach verhaltenem Beginn sorgte ein großer individueller Aussetzer für das erste Highlight. Maximilian Mittelstädt ging im eigenen Strafraum völlig übermotiviert sowie ungestüm gegen Romano Schmid zu Werke und foulte diesen klar, weshalb Schiedsrichter Daniel Schlager auf den Punkt zeigte (8.).

Ausgerechnet Ex-Herthaner Selke trat an - und schoss die Kugel zum 1:0 für Werder in den rechten Winkel (10.)!

Die Startelf von Hertha BSC gegen den SV Werder Bremen

Die Mannschaftsaufstellung des SV Werder Bremen für das Bundesliga-Spiel bei Hertha BSC

Matheus Cunha verschießt Elfmeter, Ömer Toprak trifft für Werder, Jhon Cordoba für Hertha BSC

Matheus Cunha vergab die Riesenchance auf den Ausgleich. Der brasilianische Nationalspieler verschoss einen Elfmeter.
Matheus Cunha vergab die Riesenchance auf den Ausgleich. Der brasilianische Nationalspieler verschoss einen Elfmeter.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/POOL/dpa

Matheus Cunha gelang hingegen kein Elfmetertor. Der brasilianische Nationalspieler kreuzte zwar den Laufweg von Jean Manuel Mbom und bekam einen Strafstoß zugesprochen (20.), verschoss diesen aber kläglich. SVW-Keeper Jiri Pavlenka parierte den halbhohen Ball (21.).

Das sollte sich rächen. Werders Bittencourt schlug eine Ecke von der rechten Seite mit viel Schnitt in die Mitte, wo sich Toprak unbedrängt hochschrauben und das Leder wuchtig in den rechten Knick einköpfen durfte - 2:0 für die Grün-Weißen (29.).

Erst danach ruckte die Alte Dame endlich mal ein wenig an. Doch Mittelstädt mit seinem Distanzschuss und Vladimir Darida mit seiner gefährlichen Flanke fanden in Pavlenka ihren Meister (35./36.).

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Hertha blieb aber dran, bemühte sich und schnürte die Bremer in deren Hälfte ein. Für diesen Aufwand belohnten sich die Berliner noch vor der Pause.

Über Cunha und Darida landete der Ball bei Peter Pekarik, der eine scharf geschnittene Flanke aus vollem Lauf an den Fünf-Meter-Raum schlug, wo sich Cordoba hochschraubte und wuchtig einnickte - der 1:2-Anschlusstreffer für Hertha (45.+2)!

Leonardo Bittencourt und Josh Sargent erhöhen für den SV Werder Bremen

Für Hertha-Coach Bruno Labbadia dürfte es nach der neuerlichen Niederlage nun richtig eng werden.
Für Hertha-Coach Bruno Labbadia dürfte es nach der neuerlichen Niederlage nun richtig eng werden.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/POOL/dpa

Im zweiten Abschnitt hatte Werder dann erneut Verletzungspech. Nachdem Selke schon im ersten Durchgang verletzt raus musste (32./für ihn kam Sargent) musste Kohfeldt mit Toprak auch noch den zweiten Torschützen ersetzen (51./Niklas Moisander ersetzte ihn).

Die Bremer ließen sich davon aber nicht aus dem Rhythmus bringen - und erhöhten mit der nächsten Aktion! Maximilian Eggestein spielte einen wunderschönen Chip-Pass in den Lauf von Bittencourt, der das Leder mit dem Fuß ansog, direkt abschloss und durch die Beine von Hertha-Keeper Alexander Schwolow zum 3:1 traf (57.).

Fast hätte Milot Rashica sogar noch erhöht, scheiterte aber am Berliner Schlussmann (66.). Auf der anderen Seite verzog Cunha freistehend um einen Meter (66.).

Dann entschieden die Gäste die Partie endgültig. Sargent drehte sich und zog in einer fließenden Bewegung aus 20 Metern ab - die Kugel schlug im Torwarteck ein, 4:1 (77.)!

In der Folge plätscherte die Begegnung vor sich hin. Die Berliner hatten an dieser deutlichen Pleite sichtlich zu knabbern. Man darf gespannt sein, wie es nun bei den Blau-Weißen weitergeht. Hertha tritt am kommenden Samstag (15.30 Uhr) bei Eintracht Frankfurt an, während Werder zeitgleich den FC Schalke 04 empfängt.

Titelfoto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/POOL/dpa

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