Hertha-Coach Pal Dardai sieht in Abstiegskracher gegen Mainz "kein Endspiel"

Berlin - "Es ist wichtig aus den ersten drei Spielen mindestens vier Punkte zu holen", wiederholte Hertha-Coach Pal Dardai (45) immer wieder gebetsmühlenartig während der Pressekonferenz am Sonntag.

Hertha-Coach Pal Dardai (45) sieht den anstehenden Abstiegskracher gegen den 1. FSV Mainz 05 nicht als Endspiel an.
Hertha-Coach Pal Dardai (45) sieht den anstehenden Abstiegskracher gegen den 1. FSV Mainz 05 nicht als Endspiel an.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/POOL/dpa

Nach der Corona-Zwangspause geht am Montag (18 Uhr/Sky) für Hertha BSC "der wilde Ritt mit sechs Spielen in nur 20 Tagen" beim 1. FSV Mainz 05 los, wie Sportdirektor Arne Friedrich (41) hervorhob.

Das Nachholspiel vom 29. Bundesliga-Spieltag sei natürlich wichtig "aber es ist kein Endspiel!", stellte Dardai klar, um auch den Druck von seiner Mannschaft zu nehmen.

Wenn die Berliner aus ihren ersten drei Nachholspielen die vom Trainer geforderten vier Punkte holen, dann würden sie zunächst die Abstiegszone hinter sich lassen und diese Aufgabe sei "machbar", betonte der Ungar.

Das Team sei für diese Aufgabe gerüstet und auch der allgemeine Fit­ness­zu­stand ist nach Aussage des 45-Jährigen nach der Quarantäne gut. Falls doch Probleme auftauchen sollten, hat er den Schuldigen bereits gefunden: "Wenn etwas schiefgeht, ist Kuchno schuld", scherzte Dardai.

Gemeint ist Athletik-Trainer Henrik Kuchno (47), der die Spieler während der Pause mithilfe von Online-Übungseinheiten fit gehalten hat. "Er hat das gut hinbekommen", lobte der Hauptübungsleiter seinen Assistenten.

Hertha-Trainer Pal Dardai spricht bei der Pressekonferenz über den Zustand seiner Mannschaft

Sami Khedira wieder fit für die Startelf und wichtig für die Ausbildung der jungen Spieler

Mit seiner Erfahrung agiert Sami Khedira (34, l.) auf dem Platz als verlängerter Arm seines Trainers Pal Dardai.
Mit seiner Erfahrung agiert Sami Khedira (34, l.) auf dem Platz als verlängerter Arm seines Trainers Pal Dardai.  © Michael Sohn/AP-Pool/dpa

Bislang hätte kein Spieler mit muskulären Problem zu kämpfen. Allerdings konnte die Mannschaft verschiedene Einheiten nicht absolvieren: "Was passiert bei Schüssen, Pässen und richtigen Sprints?", stellte der Coach fragend in den Raum.

Es sei wichtig, dass die Spieler ehrlich zu ihm sind und Bescheid geben, wenn sie müde oder angeschlagen sind. Falscher Ehrgeiz ist in dieser Situation in der Tat nicht angebracht.

Man müsse sich während des Spiels die Kräfte gut einteilen und auch schnell auf auftretende Schwierigkeiten reagieren. In diesem Zusammenhang deutete der Trainer auch mögliche Blockwechsel im Mittelfeld an.

Seine Startaufstellung habe Dardai bereits im Kopf, wie er preisgab. Darin soll auch Leitwolf Sami Khedira (34) wieder eine wichtige Rolle einnehmen, dem die zweiwöchige Pause sichtlich gutgetan haben soll. Seine Kraft könnte nach Aussage des Coaches für 60 bis 70 Minuten reichen.

Dardai betonte die Wichtigkeit des 34-Jährigen, der auf dem Platz der verlängerte Arm des Trainers ist und in der Kabine die Ausbildung der jungen Spieler übernimmt.

Arne Friedrich überzeugt, dass Hertha BSC den Klassenerhalt schafft

Sportdirektor Arne Friedrich (41) geht fest davon aus, dass Hertha BSC den Klassenerhalt schaffen wird.
Sportdirektor Arne Friedrich (41) geht fest davon aus, dass Hertha BSC den Klassenerhalt schaffen wird.  © Tom Weller/dpa

Auch Kapitän und Abwehrchef Dedryck Boyata (30) wird gegen Mainz 05 wieder im Kader stehen, sofern er sich im Abschlusstraining nicht noch verletzt. Ein Startelf-Einsatz kommt für den Belgier allerdings noch zu früh. Dennoch sei er ein wichtiger Teil der Mannschaft.

Dem anstehenden Gegner zollte Friedrich währenddessen seine Hochachtung: "Respekt an die Mainzer für ihre Leistungen in den vergangenen Wochen."

"Aber auch wir sind eine gewisse Unbekannte und die Mainzer können uns schwierig einschätzen", konstatierte der Sportdirektor der Charlottenburger.

"Wir wollen den Klassenerhalt schaffen und dafür müssen wir Spiele gewinnen – das werden wir tun, davon bin ich überzeugt", zeigte sich der ehemalige Nationalspieler kämpferisch.

Auf ihre Fans können die Spree-Athener sich in dieser schwierigen Lage jedenfalls verlassen. Mit einer Aktion am Trainingsplatz haben sie den Spielern und Betreuern Mut gemacht.

"Die Botschaft ist klar. Sie haben uns sehr nett empfangen. Ich persönlich fand die Aktion super. Man merkt, dass alle in dieser schwierigen Lage eng zusammenrücken", freute sich Friedrich.

Titelfoto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/POOL/dpa

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