Hertha-Coach Pal Dardai wünscht sich Hauptstadtderby als Tradition in der Bundesliga

Berlin - Die Derby-Tradition scheint in der Bundesliga langsam auszusterben: Das letzte Münchener-Derby gab es in der Saison 2003/04 und auch ein echtes Nordderby zwischen dem SV Werder Bremen und dem Hamburger SV liegt mittlerweile mehr als drei Jahre zurück.

Hertha-Coach Pal Dardai (45) wünscht sich eine lange andauernde Berliner Derby-Tradition in der Bundesliga.
Hertha-Coach Pal Dardai (45) wünscht sich eine lange andauernde Berliner Derby-Tradition in der Bundesliga.  © Thomas Frey/dpa

Und nun steht auch noch das Revierderby durch den beinahe schon besiegelten Abstieg des FC Schalke 04 vor dem zwischenzeitlichen Aus.

Daher wünscht Hertha-Coach Pal Dardai (45) sich eine neue Berliner Derby-Tradition.

"Wir müssen zusammen die nächsten 10, 15 Jahre Derby-Geschichte schreiben", sagte der Trainer von Hertha BSC vor dem Gastspiel seines Klubs am Sonntag beim 1. FC Union Berlin.

Das sei für alle gut in Berlin. "Sie machen richtig gute Arbeit. Für sie ist wichtig, sie müssen die nächsten zehn Jahre oben bleiben und auch internationale Erfahrung sammeln. Wie wir auch", erklärte Dardai zur Entwicklung des Lokalrivalen aus Köpenick.

Der positive Weg der Eisernen habe nicht erst mit ihrem Aufstieg 2019 begonnen, betonte der Hertha-Trainer, sondern "in dem Moment, in dem die Fans das Stadion gebaut haben".

2009 hatten sich Union-Anhänger an der Rekonstruktion der Alten Försterei unentgeltlich beteiligt. Das spreche für Energie und Willen bei Union, so Dardai: "Sie haben eine positive Vereinsstrategie."

Hertha-Coach Pal Dardai lobt den 1. FC Union Berlin für eine "Toparbeit"

Das vorerst letzte Hauptstadtderby mit Zuschauern fand im November 2019 in hitziger Atmosphäre im Stadion An der Alten Försterei statt.
Das vorerst letzte Hauptstadtderby mit Zuschauern fand im November 2019 in hitziger Atmosphäre im Stadion An der Alten Försterei statt.  © Andreas Gora/dpa

In der zweiten Saison nach dem Aufstieg attackiert der 1. FC Union überraschend die internationalen Startplätze, während Hertha trotz vieler Investoren-Millionen um den Klassenerhalt kämpft.

"Es liegt in ihren eigenen Händen, ob sie es international schaffen", sagte Dardai. Alles, was bei der starken Konkurrenz besser als Platz zehn ist, spreche für eine "Toparbeit".

In der Bundesliga ist es das vierte Derby, immer gewann bisher der Gastgeber: zweimal Hertha und einmal Union. In Liga zwei hatte es je einen Sieg und zwei Remis gegeben.

"Es waren immer faire Duelle, auch im Nachwuchs", betonte Dardai. Selbst beim Hallenturnier der Senioren sei es zwar hart, aber korrekt zugegangen, auch unter den Fans, sagte Mitspieler Dardai.

Wegen der Corona-Pandemie sind Zuschauer wie schon bei den zwei jüngsten Duellen auch diesmal ausgeschlossen.

Titelfoto: Andreas Gora/dpa, Thomas Frey/dpa (Bildmontage)

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