Hertha BSC: Darum kommt Labbadia und nicht Kovac!

Berlin - Die Corona-Zwangspause wird Alexander Nouri zum Verhängnis. Hertha BSC tauscht zum vierten Mal in dieser Saison den Trainer. Bruno Labbadia soll in den kommenden Tagen einen Vertrag bis 2022 unterschreiben.

Bruno Labbadia (r.) wird neuer Trainer von Hertha BSC. Niko Kovac galt lange als der Wunschkandidat.
Bruno Labbadia (r.) wird neuer Trainer von Hertha BSC. Niko Kovac galt lange als der Wunschkandidat.  © Bernd Thissen/dpa, Uwe Anspach/dpa

Eigentlich galt bislang Niko Kovac bei Verein und Fans als Wunschlösung. Der gebürtige Berliner und ehemaliger Hertha-Profi wurde bereits nach der Entlassung von Ante Covic kontaktiert, doch der ehemalige Bayern-Coach sagte ab

Er wollte während der laufenden Spielzeit keinen neuen Verein übernehmen. Daran änderte sich auch in Folgezeit nichts.

Zuletzt konnten sich die Hertha-Fans trotz namhafter Konkurrenz ein wenig Hoffnungen machen, dass der Kroate tatsächlich bei der ambitionierten Alten Dame landet. 

Nach seinem Bayern-Aus sprach der 48-Jährige im Ende Februar bei Servus TV erstmals über seine Zukunftspläne. Dabei scheint ein Engagement im Ausland ebenso möglich, wie in der Bundesliga: 

"Am Ende wird man sehen, was es wird. Nationalteam habe ich in jedem Fall schon hinter mir - und das tägliche Arbeiten liegt mir mehr. Ich bin auf jeden Fall bereit, dorthin zu gehen, wo ich mich geschätzt fühle. Das ist letztendlich entscheidend."

Der Plan: Hertha spielt die Saison mit Nouri zu Ende und stellt sich mit Kovac als Trainer im Sommer neu auf. Bei den Verantwortlich wuchsen jedoch die Zweifel, ob die Berliner unter Klinsmann-Nachfolger Nouri tatsächlich die Klasse halten können. Zu wackelig waren die jüngsten Auftritte seiner Mannschaft.

Kovac-Engagement bei Hertha BSC wurde unwahrscheinlicher

Interimstrainer Alexander Nouri konnte nur bedingt überzeugen.
Interimstrainer Alexander Nouri konnte nur bedingt überzeugen.  © Bernd Thissen/dpa

Dem 2:1-Auftaktsieg beim SC Paderborn folgte ein desaströses 0:5 gegen den 1. FC Köln. 

Zwar zeigte Hertha sowohl in Düsseldorf (0:3 zur Pause) und gegen Bremen (0:2-Rückstand nach sechs Minuten) Comeback-Qualitäten, doch vor allem defensiv wirkte der Hauptstadt-Klub alles andere als sattelfest.

Offenbar wuchs bei den Berlinern die Befürchtung, dass Nouri die Trendwende bei einem möglichen Absturz im nervenaufreibenden Abstiegskampf nicht mehr einleiten könnte.

Wie "Bild" berichtet soll sich Michael Preetz mit Niko Kovac getroffen haben, doch der Ex-Berliner blieb dabei, in der laufenden Saison keinen Verein zu übernehmen. Da ein Bekenntnis zu Hertha ausblieb und somit auch ein Engagement im Sommer immer unwahrscheinlicher wurde, sagte Preetz letztendlich ab.

Nun soll 1B-Lösung Bruno Labbadia, den der Hertha-Manager sehr schätzt, erst den Klassenerhalt sichern und dann die Berliner nach Europa führen. Dass der 54-Jährige das kann, hat er bereits beim VfL Wolfsburg bewiesen. 

Zudem ist dem langjährigen Bundesliga-Trainer das gelungen, wonach sich die Herthaner seit Jahren sehnen: Er stand bereits zweimal im DFB-Pokalfinale!

Titelfoto: Bernd Thissen/dpa, Uwe Anspach/dpa

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