Irre Szene von Tor-Dieb Lukebakio: Hertha-Star klaut Mitspieler das Tor

Berlin - Was für eine beeindruckende Leistung von Hertha BSC! Trotz zwölf Ausfällen siegten die Berliner völlig verdient mit 2:0 gegen Bayer Leverkusen und verpassten der  Werkself einen herben Dämpfer im Kampf um die Champions League.

Herthas Krzysztof Piatek geht an Torwart Lukas Hradecky (l) vorbei.
Herthas Krzysztof Piatek geht an Torwart Lukas Hradecky (l) vorbei.  © Michael Sohn/AP/POOL/dpa

Die lange Corona-Pause, das straffe Programm inklusive nur einer Woche Mannschaftstraining vor der Wiederaufnahme des Spielbetriebs macht sich vor allem bei den Herthanern bemerkbar. Schon vor dem Anpfiff wurde das ohnehin schon üppige Lazarett noch einmal durch Arne Maier, Marton Dardai und Lazar Samardzic erweitert.

Auch während des Spiels bleib den Hauptstädtern das Verletzungspech treu. Nach 50 Minuten musste Peter Pekarik wegen einer Verletzung am Oberschenkel runter. Für ihn kam Lukas Klünter, der in der Schlussphase noch die Gelbe Karte, seine fünfte insgesamt, sah.  

Der Ex-Kölner wird beim Saisonfinale in Gladbach, wenn die Alte Dame dem nächsten Champions-League-Aspiranten ein Bein stellen möchte, fehlen.

"Wir müssen uns Gedanken machen, wen wir auf der rechten Seite spielen lassen können, wenn Pekarik ausfällt und Lukas Klünter die 5. Gelbe Karte bekommen hat, dann kann ich heute nicht sagen, wer rechter Verteidiger spielen soll", sagte Trainer Bruno Labbadia.

Die Berliner schafften es nicht einmal die Bank zu füllen. Während Bayer alle neun Reservespieler mit nach Berlin nahm, saßen bei der Hertha inklusive Ersatzkeeper Dennis Smarsch nur acht Spieler auf der Bank bzw Haupttribüne.

Von "Luft raus" konnte aber nicht die Rede sein. Die taktisch hervorragend eingestellte Mannschaft von Labbadia warf sich in jeden Zweikampf und zeigte teilweise tollen Fußball. "Man muss einfach ein Riesenkompliment machen. Wir sind als Team aufgetreten, und da freuen wir uns, dass wir so einen starken Gegner geschlagen haben", freute sich der Chef-Coach vor allem über die Art und Weise.

Matheus Cunha und Dodi Lukebakio schießen Hertha BSC zum Sieg

Vladimir Dairda, Krzysztof Piatek und Lukas Klünter jubeln mit Dodi Lukebakio über seinen Treffer zum 2:0.
Vladimir Dairda, Krzysztof Piatek und Lukas Klünter jubeln mit Dodi Lukebakio über seinen Treffer zum 2:0.  © Michael Sohn/AP/POOL/dpa

Bayer gehörte klar die Anfangsphase und hätte bereits früh in Führung gehen können (Havertz/Volland). 

Vor allem über die schnellen Außenbahnspieler Bailey und Diaby machte die Werkself zu Beginn jede Menge Betrieb.

Alles hübsch anzusehen, aber ohne Ertrag. Ganz anders die Herthaner. Nach 20 Minuten entdeckten auch die Gastgeber ihre Offensivqualitäten - und wie! Piatek setzte Lukebakio in Szene, der bediente Cunha. 

Der Brasilianer nahm den Ball kurz an und zog sofort ab. Das war One-Touch-Fußball vom Allerfeinsten.

Glänzte Lukebakio in der ersten Halbzeit noch als Vorbereiter, wird er den meisten wohl als Tor-Dieb in Erinnerung bleiben. "Ich habe mir schon überlegt, ob ich ihn abgegrätscht hätte als Stürmer. Aber das hätte schon sein können", so Labbadia.

Mit einer tollen Ballmitnahme umkurvte Piatek Hradecky und schüttelte an der Außenlinie auch noch Demirbay ab. Der Pole musste den Ball nur noch über die Linie drücken, doch Lukebakio war schneller und erledigte den Rest. 

"Wichtig ist, dass jemand das Tor gemacht hat. Das Zweite ist, das eine Torvorbereitung mindestens so wichtig ist wie ein Tor. Der Anteil war so groß von Krzysztof, dass ich da nicht reden muss, weil das eine klasse Leistung war. Die beiden machen das untereinander aus, da wird es schon was geben."   

Während Bayer Leverkusen ernsthaft um die Teilnahme der Königklasse zittern muss, hat Hertha mit nun 22 Punkten  ndlich den Rückrundenfluch gebrochen. Erstmals seit der Bundesliga-Saison 2008/2009 konnten sie in der zweiten Saisonhälfte wieder mehr als 19 Punkte holen. 

Titelfoto: Michael Sohn/AP/POOL/dpa

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