Hertha-Star Lukebakio wird zum Matchwinner und muss doch auf die Bank?

Berlin - Entschlossen schnappte sich Dodi Lukebakio (23) den Ball. Schiedsrichter Florian Badstübner (30) hatte zuvor nach einem leichten Foul an Lucas Tousart (23) auf den Punkt gezeigt. Die Last war groß. Hertha BSC musste gegen den FC Augsburg unbedingt gewinnen.

Die pure Erlösung. Dodi Lukebakio (l.) jubelt nach seinem Treffer zum 2:1 gegen den FC Augsburg mit Krzysztof Piatek (r.).
Die pure Erlösung. Dodi Lukebakio (l.) jubelt nach seinem Treffer zum 2:1 gegen den FC Augsburg mit Krzysztof Piatek (r.).  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild POOL/dpa

Der Belgier behielt die Nerven und sorgte mit seinem Last-Minute-Treffer zum 2:1 für kollektive Erleichterung. Neun Spiele lang mussten die Berliner auf einen Sieg warten. Dabei schien es zwischenzeitlich so, als hätte sich der Fußballgott gegen den Hauptstadt-Klub verschworen.

Mangelnde Chancenverwertung, verschossene Elfmeter, unglückliche Gegentore und die permanente Schwäche bei Standards: Die letzten Wochen waren hart - für Spieler und Fans.

Der VfL Wolfsburg (0:2) schaffte es gar mit einer Halbzeitführung in die Pause zu gehen, ohne dabei überhaupt auf das Tor geschossen zu haben.

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Nicht auszumalen, was in den sozialen Netzwerken los gewesen wäre, wenn der 23-Jährige nicht getroffen hätte. "Ich liebe Druck", gab Lukebakio später bei HerthaTV zu. "Ich war mir sicher. Ich wollte diese Sicherheit auch dem Team geben."

Zuletzt gab die Alte Dame vom Punkt keine gute Figur ab. Krzysztof Piatek (beim Stand von 0:0 gegen die TSG 1899 Hoffenheim) und Matheus Cunha (beim Stand von 0:1 gegen Werder Bremen) vergaben wichtige Elfmeter teilweise kläglich.

Hertha BSC: Pal Dardai bei Elfmeter mit gutem Gefühl

Dodi Lukebakio trifft zum entscheidenden 2:1. Augsburgs Rafal Gikiewicz entscheidet sich für die falsche Ecke.
Dodi Lukebakio trifft zum entscheidenden 2:1. Augsburgs Rafal Gikiewicz entscheidet sich für die falsche Ecke.  © John Macdougall/AFP POOL/dpa

Neben dem belgischen Nationalspieler stand auch Jhon Cordoba (27) bereit. Am Ende setzte sich aber der Flügelflitzer durch, auch wenn sein Chefcoach Pal Dardai (44) eigentlich damit gerechnet hatte, dass Piatek schießen würde. "Jhon kenne ich bei Elfmetern noch nicht so gut, aber auch da habe ich volles Vertrauen. Das ist Gefühlssache. Ich war sicher, dass er reingeht - egal, wer schießt."

Noch vor dem Spiel hatte der Ungar mit dem Edelreservisten in der Kabine geflachst.

Ausgerechnet die Lockerheit, die so manchen Hertha-Fan in den letzten Wochen zur Verzweiflung trieb, könnte der entscheidende Vorteil gewesen sein. "Dodi macht einen lockeren Eindruck, er ist kein verkrampfter Typ", sagte Dardai. "Für so einen Moment brauchst du solche Spieler."

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Der schnelle Außenbahnspieler, vergangene Saison für 20 Millionen Euro vom FC Watford verpflichtet, sitzt derzeit aber nur auf der Bank.

Am Reservistendasein dürfte sich auch am Samstag bei Borussia Dortmund (18.30 Uhr/Sky) nichts ändern. Die letzten drei Spiele ließ Dardai mit Dreierkette agieren - mit Maximilian Mittelstädt (23) und Deyovaisio Zeefuik (22) als Schienenspieler.

In diesem System ist für den defensiv schwächeren Lukebakio kein Platz sein - zumindest in der Startelf. Auch gegen den BVB dürfte Dardai wieder auf eine Dreier- bzw. Fünferkette setzen und rechnet sich durchaus Chancen aus. "Jede Mannschaft hat gegen uns geschwitzt."

Titelfoto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild POOL/dpa

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