Hertha entgeht Schalke-Rekord nur knapp: "Werden den Punkt nicht überbewerten"

Berlin - In der vierten Minute Nachspielzeit wagte sich Hertha BSC doch noch nach vorne. Der harmlose Kopfball des eingewechselten Jessic Ngankam (20) stellte Leverkusens Torwart Lukas Hradecky (31) zwar vor keine Probleme, sollte aber noch wichtig werden. Es war der erste Torschuss der Berliner im zweiten Durchgang.

Matteo Guendouzi war noch einer der auffälligsten Herthaner.
Matteo Guendouzi war noch einer der auffälligsten Herthaner.  © Ina Fassbender/AFP Pool/dpa

Ohne dessen Versuch hatte die Einstellung eines Schalke-Rekords gedroht. So aber bleibt der Revierklub der einzige Bundesligist, der beim 0:3 bei Borussia Dortmund in einer zweiten Halbzeit nicht einmal aufs Tor geschossen hat.

Positiv ist: Hertha kann doch noch gegen einen Großen punkten. Gegen Dortmund (2:5), Bayern München (3:4) oder RB Leipzig (1:2) gab es im Nachhinein Lob vom Gegner, aber nichts Zählbares.

"Es war ein leistungsgerechtes Unentschieden. Wir haben gegen eine der formstärksten Mannschaften der Liga gespielt, haben wenig zugelassen und waren gut dran", erklärte Bruno Labbadia (54) nach der müden Nullnummer bei Bayer Leverkusen.

Nach der Haaland-Show und 18 Gegentoren aus acht Spielen lag der Fokus vermehrt auf der Defensive. Hertha schaffte es, arg verletzungsgebeutelte Leverkusener in Schach zu halten. Vorne gibt es aber noch Steigerungsbedarf.

Die Offensivbemühungen sind durch zwei Halbchancen von Dodi Lukebakio (23) und einem Distanzschuss aus der 27. Minute von Omar Alderete (23) schnell erzählt. "Wir sind immer noch einer Phase, in der wir Stabilität brauchen. Deshalb hilft es, dass wir zu Null gespielt haben", so Labbadia. "Wir werden den Punkt nicht überbewerten."

Hertha BSC im Spiel nach vorne viel zu harmlos

Dedryck Boyata (l.) kommt vor Leverkusens Moussa Diaby an den Ball.
Dedryck Boyata (l.) kommt vor Leverkusens Moussa Diaby an den Ball.  © Ina Fassbender/AFP Pool/dpa

Anders als zuletzt hat sich Hertha zumindest mit einem Teilerfolg belohnt. Dabei wäre es beinah noch so gekommen, wie in den letzten Wochen zuvor.

Lars Bender (31) hätte das Spiel in der Nachspielzeit doch noch für den Champions-League-Teilnehmer entscheiden können. Sein Kopfball verfehlte den Hertha-Kasten nur um Zentimeter.

Mit nun acht Punkten hängen die Berliner weiter in der unteren Tabellenhälfte fest, doch am Freitag kann die Alte Dame die Fans ein Stück weit versöhnen. Der 1. FC Union Berlin kommt zum brisanten Stadtderby.

Schon jetzt ist klar: Union ist derzeit der Hauptstadt-Klub Nummer eins. Selbst bei einem Sieg kann Hertha den Stadtrivalen angesichts von beachtlichen acht Punkten Rückstand nicht überholen. "Dieses Derby ist immer etwas Besonderes für die Spieler und für das ganze Umfeld. Der einzige Wermutstropfen ist, dass wir nicht vor ausverkauftem Haus spielen."

Ob bis dahin Alderete wieder mitwirken kann, ist offen. Der Abwehrspieler musste nach 75 Minuten angeschlagen vom Feld.

Titelfoto: Ina Fassbender/AFP Pool/dpa

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