Hertha BSC ermauert Unentschieden gegen kraftlose Leverkusener

Leverkusen/Berlin - Weiße Weste aber keine Torgefahr: Hertha BSC erkämpfte sich gegen ein kraftlos wirkendes Bayer 04 Leverkusen ein 0:0-Unentschieden. Die Alte Dame neutralisierte die Werkself, die nach dem Einsatz in der Europa League am Donnerstag in ihrem Offensivdrang sichtlich gehemmt wirkte.

Bayers Lars Bender (l.) und Herthas Matteo Guendouzi im Kampf um den Ball. Der Leverkusener wurde doch noch rechtzeitig für das Spiel fit und wurde von seinem Trainer Peter Bosz in die Startelf befördert.
Bayers Lars Bender (l.) und Herthas Matteo Guendouzi im Kampf um den Ball. Der Leverkusener wurde doch noch rechtzeitig für das Spiel fit und wurde von seinem Trainer Peter Bosz in die Startelf befördert.  © Ina Fassbender/AFP Pool/dpa

Die Partie, die aufgrund der Corona-Pandemie vor leeren Rängen in der BayArena stattfand, war von Anfang bis Ende ereignisarm. Die Herthaner legten nach zuletzt fünf Gegentreffern ein besonderes Augenmerk auf die defensive Stabilität.

Bayer war zwar insgesamt überlegen, konnte aber kaum Druck nach vorne entwickeln und wirkte müde. Die lange Verletzungsliste tat ihr Übriges.

Hertha-Coach Bruno Labbadia schickte dieselbe Mannschaft wie bei der 2:5-Niederlage gegen Borussia Dortmund aufs Feld.

Trainerkollege Peter Bosz ließ nach dem überzeugenden 4:1-Sieg gegen Hapoel Beer Sheva in der Europa League kräftig rotieren und veränderte sein Team auf gleich vier Positionen. Außerdem stellte er von Dreier- auf Viererkette um.

Lars Bender wurde doch noch rechtzeitig fit und ersetzte Tin Jedvaj (Bank) in der Abwehr, in der auch Daley Sinkgraven wieder für Wendell (Bank) zum Zug kam.

Im Mittelfeld spielte Julian Baumgartlinger für Nadiem Amiri und offensiv durfte Moussa Diaby statt Karim Bellarabi ran.

Die Anfangself von Hertha BSC bei Bayer 04 Leverkusen

Bayer 04 Leverkusens Startformation gegen Hertha BSC

Kerem Demirbays Distanzschuss war das Highlight einer ereignisarmen ersten Halbzeit

Leverkusens Kerem Demirbay (l.) und Berlins Vladimir Darida lieferten sich umkämpfte Duelle. Ein Distanzschuss des Bayer-Spielers war das Highlight in einer ereignisarmen ersten Halbzeit.
Leverkusens Kerem Demirbay (l.) und Berlins Vladimir Darida lieferten sich umkämpfte Duelle. Ein Distanzschuss des Bayer-Spielers war das Highlight in einer ereignisarmen ersten Halbzeit.  © Ina Fassbender/AFP Pool/dpa

In der Anfangsphase neutralisierten sich beide Teams gegenseitig. Besonders die Berliner waren darauf bedacht, keine Fehler bei eigenem Ballbesitz zu begehen und den Spielaufbau der Rheinländer früh zu stören.

In der 18. Minute kam Bayer dennoch erstmals gefährlich vors Tor der Alten Dame, doch Abwehrchef Dedryck Boyata konnte eine scharfe Hereingabe von der linken Außenbahn gerade noch rechtzeitig vor dem einschussbereiten Patrik Schick klären.

Im Anschluss wurde Leverkusen stärker und hatte mehr Spielanteile, was allerdings kaum Gefahr heraufbeschwor.

Dann fasste sich Kerem Demirbay ein Herz und zog aus rund 30 Metern einfach mal ab. Herthas Keeper Alexander Schwolow konnte den zu zentral platzierten Flatterball aber über die Latte lenken (32.).

Mehr passierte vor der Pause nicht, sodass die Teams mit einem 0:0 in die Kabine gingen. Bei den Gästen lief in der ersten Hälfte offensiv rein gar nichts zusammen. Defensiv standen die Blau-Weißen dafür sehr stabil.

Lars Bender vergibt in der Nachspielzeit den Siegtreffer für Bayer 04 Leverkusen

Herthas Matheus Cunha (v.l.n.r.), Leverkusens Leon Bailey und Lars Bender sowie Marvin Plattenhardt in Aktion. Bender hatte in der Nachspielzeit den Siegtreffer auf dem Kopf.
Herthas Matheus Cunha (v.l.n.r.), Leverkusens Leon Bailey und Lars Bender sowie Marvin Plattenhardt in Aktion. Bender hatte in der Nachspielzeit den Siegtreffer auf dem Kopf.  © Ina Fassbender/AFP Pool/dpa

Beide Mannschaften begannen die zweite Halbzeit unverändert und auch das Bild auf dem Platz glich weiterhin den ersten 45 Minuten.

Hertha agierte aus einer stabilen Grundordnung heraus und Bayer 04 fand keine Lösungen, um den Abwehrriegel der Berliner zu knacken.

Nach 70 torlosen Minuten tauschte Bruno Labbadia seinen äußerst harmlosen Sturm komplett aus - neuen Schwung brachte diese Maßnahme jedoch nicht.

Im Gegenteil, das Spiel plätscherte dahin und bot bis zum regulären Ende keine weiteren Höhepunkte.

In der vierminütigen Nachspielzeit hatte Bender nach einem Freistoß dann doch noch den Siegtreffer auf dem Kopf, setzte die Kugel aber knapp neben den rechten Pfosten. Somit trennten sich die Mannschaften mit einem leistungsgerechten 0:0.

Für die Hertha geht es am kommenden Freitag (20.30 Uhr/DAZN) mit dem wichtigen Stadtderby gegen den 1. FC Union Berlin weiter. Die Werkself muss bereits am Donnerstag (21 Uhr/DAZN) in der Europa League bei OGC Nizza wieder antreten.

Titelfoto: Ina Fassbender/AFP Pool/dpa

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