Führt der beste Bruno Labbadia aller Zeiten Hertha in die Europa League?

Berlin - Hoffenheim geschlagen, Kantersieg gegen Union, Remis in Leipzig und ein Arbeitssieg gegen Augsburg. Hertha gelingt mit Bruno Labbadia ein perfekter Start. Mit dem Hessen an der Seitenlinie sammeln die Berliner zehn Punkte aus vier Spielen.

Bruno Labbadia gibt Anweisungen an seine Mannschaft.
Bruno Labbadia gibt Anweisungen an seine Mannschaft.  © Hannibal Hanschke/Reuters Pool/dpa

Mit dem Abstiegskampf hat der Hauptstadt-Klub plötzlich nichts mehr tun. Vielmehr winkt plötzlich die Europa League. Bis auf Platz sechs sind es nur noch vier Punkte.

"Prinzipiell haben wir überhaupt keine Probleme, nach vorne zu schauen, wenn die Möglichkeit da ist. Da würden wir uns nie verschließen, weil das ja unser Ziel ist. Man muss Ziele haben", betonte Labbadia.

Dass sich seine Mannschaft nach dieser turbulenten Saison so schnell gefangen hat, damit hat auch der 54-Jährige nicht gerechnet. "Dafür war zu viel Durcheinander da", berichtete der nun schon vierte Hertha-Coach im Hinblick auf die vielen Trainerwechsel und den Klinsmann-Rücktritt.

Es scheint, als liegt Labbadia mit seinen Entscheidungen immer goldrichtig. Peter Pekarik ist plötzlich wieder Stammspieler, ebenso wie Vedad Ibisevic. Auch mit 35 Jahren hat Herthas Kapitän das Toreschießen nicht verlernt.

Star-Einkauf Krzysztof Piatek bleibt vorerst nur die Bank, trifft aber als Joker. In Leipzig sicherte der Pole mit seinem Elfmeter das 2:2 und sorgte gegen Augsburg für die Entscheidung.

Hertha BSC ist wieder ein Team

Javairo Dilrosun jubelt mit Dedryck Boyata über seinen Treffer zum 1:0.
Javairo Dilrosun jubelt mit Dedryck Boyata über seinen Treffer zum 1:0.  © Hannibal Hanschke/Reuters Pool/dpa

Gegen Augsburg fiel ausgerechnet Matheus Cunha aus. Labbadia beorderte Dilrosun in die Startelf, der wunderschön zum 1:0 traf. 

Jarstein hatte zuletzt schwer gepatzt, bekam vom Trainer demonstrativ den Rücken gestärkt und sicherte mit starken Paraden gegen Augsburg die drei Punkte. 

Es spricht für Hertha, dass die Berliner trotz erheblichen Leistungsabfalls in der zweiten Halbzeit auch solche Spiele für sich entscheiden. 

Labbadia hat aus dem Chaos-Klub wieder eine Einheit geformt. Jeder kämpft für jeden. Die Mannschaft setzt trotz der ungewöhnlichen Umstände infolge der Corona-Pandemie und der wenigen Vorbereitungszeit seine Ideen erstaunlich gut um.

Auffällig auch, wie oft die Spieler betonen, dass Hertha nun wieder ein Team sei.

"Mit jeder Station bin ich besser geworden. Ich glaube, ich bin heute der beste Trainer, der ich je war, weil die Erfahrung einfach unfassbar wichtig ist", sagte Labbadia nach der Partie im leeren Olympiastadion gegen den FCA.

Führt Bruno Hertha nun nach Europa? Setzt die Alte Dame ihren Lauf auch am Samstag bei Borussia Dortmund (18.30 Uhr/Sky) fort, könnte der Erfolg schneller als gedacht kommen.

Titelfoto: Hannibal Hanschke/Reuters Pool/dpa

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