Hertha BSC feiert zweiten Sieg dank Traumdebüt von Ekkelenkamp: "Fühlt sich gut an"

Berlin - Er kam, sah und traf gleich doppelt, also fast jedenfalls: Neuzugang Jurgen Ekkelenkamp (21) hat als Joker einen Bundesliga-Einstand nach Maß bei Hertha BSC gefeiert.

Jurgen Ekkelenkamp (21, M.) feiert seinen Treffer zum 1:1-Ausgleich gegen die SpVgg Greuther Fürth.
Jurgen Ekkelenkamp (21, M.) feiert seinen Treffer zum 1:1-Ausgleich gegen die SpVgg Greuther Fürth.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Der junge Niederländer wurde am Freitagabend beim 2:1-Sieg gegen die SpVgg Greuther Fürth in der 60. Minute für Kevin-Prince Boateng (34) eingewechselt und besorgte schon 87 Sekunden später nach einer Ecke per Kopf den Ausgleichstreffer.

Auch in der Folge war er einer der Aktivposten bei der Alten Dame, bot sich im Mittelfeld immer wieder an und leitete mit seinem Spielwitz und seinen technischen Fähigkeiten gefährliche Angriffe mit ein.

Kein Wunder also, dass er auch maßgeblich am Siegtreffer der Berliner beteiligt war. Eine scharfe Hereingabe von der rechten Seite vom ebenfalls eingewechselten Marco Richter (23) verpasste er in der 79. Minute selbst zwar knapp, durch seinen Einsatz sorgte er jedoch für Verwirrung beim gegnerischen Abwehrspieler.

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Der junge Maximilian Bauer (21) verfehlte die Kugel bei seinem Klärungsversuch, die ihm dann anschließend unglücklich gegen das linke Standbein prallte und von dort unhaltbar ins Tor kullerte.

Hertha BSC feiert das Traumdebüt von Jurgen Ekkelenkamp bei Twitter

Jurgen Ekkelenkamp könnte die Lösung im Angriffsspiel von Hertha BSC sein

Jurgen Ekkelenkamp verabschiedet sich nach dem Spiel von den Fans in der Ostkurve des Berliner Olympiastadions.
Jurgen Ekkelenkamp verabschiedet sich nach dem Spiel von den Fans in der Ostkurve des Berliner Olympiastadions.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Nach dem wichtigen Führungstreffer entluden sich die Emotionen der Hertha-Kicker in der Fankurve - mittendrin Ekkelenkamp und Sportdirektor Arne Friedrich (42), der den Neuzugang enthusiastisch feierte.

Nach dem Spiel brachte der 21-Jährige seine Freude über den geglückten Einstand zum Ausdruck: "Es fühlt sich gut an, ich bin sehr froh", erklärte er noch ein wenig schüchtern am Mikrofon von DAZN. Über sein bisheriges Dasein als Bankdrücker war er allerdings weniger erfreut.

Mit dieser Leistung wird er sich davon aber wohl schnell verabschieden können, denn der zentrale Mittelfeldspieler hat nach seiner Einwechslung überzeugt. Gemeinsam mit Lucas Tousart (24) könnte er in Zukunft die Schaltzentrale im Spiel der Hertha bilden, wobei der Franzose dabei den etwas defensiveren Part übernehmen und Ekkelenkamp bei seinen Offensivaktionen den Rücken freihalten könnte.

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Der Holländer durchlief sämtliche Jugendabteilungen von Ajax Amsterdam - von jeher ein Gütesiegel für technisch hervorragend ausgebildete Spieler. Bereits im Alter von 17 feierte er sein Debüt in der Eredevisie, kam anschließend allerdings nur auf 25 Einsätze. Bei den Spree-Athenern will er sich nun als Stammspieler etablieren.

Hertha-Coach Pal Dardai spricht in der Pressekonferenz über das Spiel gegen die SpVgg Greuther Fürth

Hertha-Coach Pal Dardai überzeugt von Ekkelenkamp: "Er ist ein exzellenter Fußballer"

Hertha-Coach Pal Dardai (45) weiß, was er an seinem jungen Spielmacher hat.
Hertha-Coach Pal Dardai (45) weiß, was er an seinem jungen Spielmacher hat.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Auch Hertha-Coach Pal Dardai (45) weiß, was er an dem jungen Spielgestalter hat: "Gleich nach dem ersten Training habe ich gesagt: Er ist ein exzellenter Fußballer", sagte er nach Spielschluss über den Rechtsfuß. "Wir werden mit ihm noch viel Freude haben", prophezeite der Ungar.

Für die Ungeduld seines Schützlings zeigte der Übungsleiter Verständnis, argumentierte aber mit erzieherischen Maßnahmen: "Es gab die Überlegung, Jurgen von Anfang an spielen zu lassen. Aber man muss pädagogisch handeln. Wir müssen ihn noch formen."

Der richtige Zeitpunkt sei für seinen Einsatz wichtig gewesen. Demnach kann sich das neue Hertha-Juwel bei seinem Landsmann Deyovaisio Zeefuik (23) bedanken, der in der 56. Minute mit einem ungeschickten Foul an Jeremy Dudziak (26) einen Elfmeter verursachte, den Branimir Hrgota (28) eiskalt zur Greuther Führung verwandelte.

Dadurch war Dardai zum Handeln gezwungen und es folgte der eindrucksvolle Auftritt des Jurgen Ekkelenkamp, durch den die Blau-Weißen ihren zweiten Saisonsieg in Folge feiern konnten.

Allerdings wurden diese Siege gegen zwei Aufsteiger errungen. Am kommenden Bundesliga-Spieltag wartet am Samstag (15.30 Uhr/Sky) mit Vize-Meister RB Leipzig ein ganz anderes Kaliber auf die Charlottenburger. In dem Spiel kann die Truppe beweisen, ob sie mittlerweile zu einer echten Einheit zusammengewachsen ist, vielleicht ja beim Startelfdebüt ihres neuen Hoffnungsträgers.

Titelfoto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

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