Hertha-Stars hätten auf dem Platz "fast geweint": Ist das der Befreiungsschlag?

Berlin - Der Druck auf die Profis von Hertha BSC war groß, sehr groß! Gegen den FC Augsburg (2:1) zählte nur ein Sieg. Zumal der 1. FSV Mainz 05 zuvor mit dem Hauptstadt-Klub gleichgezogen hatte. Dass die Berliner sich am Ende doch noch kollektiv in den Armen lagen, lag an einem späten Elfmeterpfiff und der Nervenstärke von Dodi Lukebakio (23).

Dodi Lukebakio (l.) bejubelt mit Krzysztof Piatek seinen Siegtreffer zum 2:1.
Dodi Lukebakio (l.) bejubelt mit Krzysztof Piatek seinen Siegtreffer zum 2:1.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild POOL/dpa

Ein ungewohntes Gefühl. Neun Spiele lang mussten die Herthaner auf einen Sieg warten. "Wir hätten aber auch ohne Elfmeter gewinnen müssen bei diesen vielen Chancen. Ein wichtiger Dreier, vielleicht ein Weckruf", sagte Pal Dardai (44) bei Sky.

Wie groß die Last war, war bereits in der ersten Halbzeit zu spüren. Es schien, als würde sich auch gegen Augsburg die Serie von Pleiten, Pech und Pannen fortsetzen. Nach gerade mal 109 Sekunden lagen die Gäste durch Laszlo Benes (23) schon in Führung.

Hertha tat sich gegen auf Konter lauernde Fuggerstädter unheimlich schwer. Die Hausherren versuchten es vor allem über die Außen, blieben aber meist harmlos.

Wenn es dann aber doch mal gefährlich wurde, setzte sich die mangelnde Chancenverwertung der letzten Wochen fort. Ex-Unioner Rafal Gikiewicz (33) verhinderte mit einer Fußabwehr gegen Khedira-Ersatz Santaiago Ascacibar (24) den Ausgleich (21.).

"In der ersten Halbzeit habe ich elf blasse Herthaner gesehen, da hat ein bisschen das Blut gefehlt", so Dardai.

Eine Leistung, die der Ungar bereits geahnt hatte. "Am Donnerstag hatten wir noch ein Top-Training mit richtig guter Stimmung. Das Abschlusstraining am Freitag war dann schon gehemmt und hat nicht gut ausgesehen."

Dodi Lukebakio lässt Hertha jubeln

Dodi Lukebakio verwandelt den Elfmeter zum 2:1.
Dodi Lukebakio verwandelt den Elfmeter zum 2:1.  © John Macdougall/AFP POOL/dpa

Erst nach dem Seitenwechsel waren die Hausherren griffiger, suchten konsequent den Weg nach vorne und schnürten die Augsburger teilweise in deren Hälfte ein. Laut musste der Coach in der Kabine aber nicht werden.

"Ich bin fachlich geblieben, natürlich mit einer Motivationsrede", stellte Dardai klar. "Man muss ins Risiko gehen, es ist nicht schlimm, wenn einer mal einen Fehler macht. Das gehört zum Fußball."

Zunächst aber schien sich das Stürmer-Pech fortzusetzen. Erst kratzte Gikiewicz einen Schuss von Jhon Cordoba (27) von der Linie, dann scheiterte Krzysztof Piatek (25) aus kurzer Distanz. Wenige Minuten später stand der Pole aber goldrichtig, als er eine Flanke von Vladimir Darida (30) per Kopf zum 1:1 verwertete.

Zum Ende wurde es noch eine echte Nervenschlacht. Die Berliner wollten unbedingt drei Punkte und belohnten sich endlich für den großen Aufwand. Mads Pedersen (24) hatte Lucas Tousart (23) aus dem Tritt gebracht. Schiedsrichter Florian Badstübner zeigte auf den Punkt.

Wie schon beim VfL Wolfsburg mussten die Blau-Weißen lange warten, doch diesmal hatte der Pfiff Bestand. Der eingewechselte Lukebakio schnappte sich den Ball und behielt die Nerven. Spiel gedreht!

Die letzten beiden Elfmeter hatten Matheus Cunha (21) und Piatek noch verschossen. "Was für ein Stein, der da vom Herzen gefallen ist, wir hätten fast geweint, denn die letzten Wochen waren wirklich schlimm für uns", sagte Lukas Klünter (24) am Sky-Mikrofon.

Ein Sieg, der am Ende noch ganz wichtig werden kann. Pünktlich vor den nächsten Hammer-Aufgaben gegen Borussia Dortmund, Bayer 04 Leverkusen, 1. FC Union Berlin und Borussia Mönchengladbach ist das Selbstvertrauen zurück.

Titelfoto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild POOL/dpa

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