Herthas Derbyheld Piatek: Doppelpack endlich als Wendepunkt?

Berlin - Dieser Doppelpack schmeckt den Hertha-Fans besonders gut. Innerhalb von drei Minuten wird Krzysztof Piatek (25) zum Derbyhelden. Das wird dem Polen guttun.

Herthas Krzysztof Piatek wurde mit einem Doppelpack zum Derbyhelden.
Herthas Krzysztof Piatek wurde mit einem Doppelpack zum Derbyhelden.  © Odd Andersen/AFP-POOL/dpa

Nach der Verletzung von Jhon Cordoba (27) sollte der ehemalige Milan-Stürmer für Tore sorgen. Gegen Borussia Dortmund (2:5) und Bayer Leverkusen (0:0) blieb der Torjäger allerdings blass, konnte kaum einen Ball behaupten.

Die Konsequenz: beim Stadtderby gegen Union saß er nur auf der Bank. Nach nur zwei Spieltagen war Piatek seinen Stammplatz schon wieder los.

"Wir waren in den zwei vorangegangenen Spielen nicht hundertprozentig zufrieden damit, wie wir in der Offensive gespielt haben. Wir hatten zu wenig Bewegung drin", erklärte Bruno Labbadia (54) den Verzicht des Goalgetters.

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"Wir hatten die Vorstellung, dass es ein intensives Spiel wird, in dem es auch um Energie geht. Deswegen haben wir die Spieler aufgestellt, wo wir das Gefühl hatten, die haben die meiste Energie."

Statt Piatek bildeten Dodi Lukebakio (23) und Matheus Cunha (21) die Sturmspitze. Erst zur Pause brachte Labbadia seinen 24-Mio.-Stürmer. Diesmal zahlte Herthas Pistolero zurück - und wie!

Hatte er beim 2:1 noch Glück, dass der Ball entscheidend abgefälscht wurde, legte er nur drei Minuten später sehenswert nach. Aus 15 Metern setzte er die Kugel per Direktabnahme in die lange Ecke.

Krzysztof Piatek wird zum Derbyhelden von Hertha BSC

Krzysztof Piatek bejubelt mit Peter Pekarik (l.) und Dedryck Boyata (r.) sein Tor zum 2:1.
Krzysztof Piatek bejubelt mit Peter Pekarik (l.) und Dedryck Boyata (r.) sein Tor zum 2:1.  © Odd Andersen/AFP-POOL/dpa

Schon die Führung hatte der polnische Nationalspieler selbst eingeleitet, als er Union-Keeper Andreas Luthe (33) unter Druck setze und dessen Befreiungsschlag zu kurz geriet. Über Javairo Dilrosun (21) landete der Ball schließlich wieder bei Piatek und anschließend im Netz.

"Dass ein Spieler vor dem Spiel enttäuscht ist, kann ich nachvollziehen, aber die Reaktion ist sehr wichtig und das freut mich sehr für ihn", so Labbadia. "Ein Torjäger braucht Tore, jetzt hat Krzysztof zwei gemacht. Ich hoffe, dass ihm das Auftrieb gibt und eine gewisse Lockerheit."

Seit seinem Wechsel im vergangenen Winter schien der Stürmer noch immer mit Berlin und der Bundesliga zu fremdeln. Bis zu seinem Doppelpack gelangen ihm in 24 Bundesliga-Partien erst fünf Tore. Dabei hat der Stürmer vor allem im Abschluss seine Qualitäten.

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Das Problem: Hertha schafft es bislang nicht, den Angreifer Stürmer in Szene zu setzen und auch dem Polen fehlt oft die Bindung zum Team, hängt viel zu häufig in der Luft.

"Ich hoffe, dass ihm das das nötige Selbstvertrauen gibt und auch die Konsequenz, die er für sein Spiel braucht", hofft auch der Hertha-Trainer auf den endgültigen Durchbruch. Gegen Borussia Mönchengladbach wird Piatek dann aber vermutlich wieder in der Startelf stehen. Matheus Cunha (21) sah in der Schlussphase noch seine fünfte gelbe Karte und fehlt gesperrt.

Titelfoto: Odd Andersen/AFP-POOL/dpa

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