Pekarik ebnet Hertha BSC den Sieg: Alte Dame knackt endlich den Werder-Fluch

Bremen/Berlin - Der Fluch ist gebrochen! Erstmals seit 2006 konnte Hertha BSC mal wieder drei Punkte aus Bremen entführen. Die Berliner siegten zum Saisonauftakt mit 4:1 beim SV Werder Bremen. In Erinnerung bleibt vor allem eine kuriose Schlussphase vor der Pause.

Werder Josh Sargent (l.) und Maximilian Eggestein (r.) versuchen Herthas Torschützen Matheus Cunha zu stoppen.
Werder Josh Sargent (l.) und Maximilian Eggestein (r.) versuchen Herthas Torschützen Matheus Cunha zu stoppen.  © Carmen Jaspersen/dpa

Peter Pekarik hatte Hertha vor 8500 Zuschauern im Weserstadion mit 1:0 in Führung geschossen (42.Minute). Dodi Lukebakio erhöhte kurz vor dem Pausenpfiff auf 2:0 (45.+2). Matheus Cunha baute die Führung mit seinem Treffer zum 3:0 weiter aus (63.). 

Ausgerechnet der Ex-Herthaner Davie Selke (69.) brachte Bremen mit seinem Tor zum 1:3 noch einmal heran. Der eingewechselte Jhon Cordoba sorgte mit dem 4:1 aber für die Entscheidung (90.).  

Bruno Labbadia tauschte seine Elf nach der Pokal-Blamage bei Eintracht Braunschweig auf drei Positionen aus. Der Hertha-Coach konnte wieder auf seine Stammabwehr um Jordan Torunarigha und Dedryck Boyata bauen. Außerdem kehrte Krzysztof Piatek nach seiner Quarantäne zurück in die Startelf. 

Auf der anderen Seite setzte Florian Kohfeldt auf Hertha-Leihgabe Davie Selke und Neuzugang Tahith Chong. Ohne Sponsor auf der Brust, aber mit neuen Rückennummern für Cunha (10), Piatek (9) und Lukebakio (11) spielte sich das Geschehen in der Anfangsphase meist im Mittelfeld ab. 

Beide Teams waren darauf bedacht keine Fehler zu machen. Hertha hatte zwar mehr Ballbesitz, vorne fehlte es aber zunächst an Ideen. Piatek setzte dann das erste Ausrufezeichen, als sein Kopfball an die Oberkante der Latte klatschte (19.). Die Gäste hatten sich klasse auf die Hausherren eingestellt, hielten sie vom eigenen Strafraum fern, brachten sich aber durch Unkonzentriertheiten selbst in Gefahr. Nach einem Fehlpass von Boyata musste Schwolow gegen Sargent retten (30.).

Startelf von Hertha BSC gegen den SV Werder Bremen

Anfangsformation des SV Werder Bremen gegen Hertha BSC

Peter Pekarik und Dodi Lukebakio belohnen die kuriose Schlussphase der 1. Hälfte von Hertha BSC

Peter Pekarik bejubelt seinen Treffer zum 1:0 für Hertha BSC.
Peter Pekarik bejubelt seinen Treffer zum 1:0 für Hertha BSC.  © Carmen Jaspersen/dpa

Weder Hertha noch Werder schafften es, die Defensive ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. Als sich die Zuschauer bei dem chancenarmen Spiel schon auf ein torloses Remis zur Pause eingestellt hatten, schlug der Hauptstadt-Klub doch noch zu.

Nach einer scharfen Hereingabe von Mittelstädt lauerte Pekarik am zweiten Pfosten. Herthas Rechtsverteidiger musste nur noch einschieben - 1:0 (42.).

Nur wenige Minuten später sollte der Slowake erneut im Mittelpunkt stehen. Friedl hatte ihn an der Strafraumkante zu Fall gebracht. Schiedsrichter Sascha Stegmann zeigte sofort auf den Punkt, revidierte aber nach Hinweis des VAR seine Entscheidung und gab stattdessen Freistoß. Eine ganz knappe Entscheidung.

Der Ärger über den nicht gegebenen Elfmeter war aber schnell verflogen. Sekunden vor dem Pausenpfiff befand sich Werder nämlich im Tiefschlaf, Darida bediente Lukebakio und der blieb vor Pavlenka ganz cool - 2:0 (45.+2).

Trotz dieser Rückschläge kamen die Hausherren gut aus der Pause und suchten den Weg nach vorne. Der eingewechselte Bittencourt prüfte Schwolow gleich zweimal aus der Distanz. Hertha beschränkte sich aufs Verteidigen und versuchte immer wieder über schnelles Umschalten zum Erfolg zu kommen.

Davie Selke trifft für Werder Bremen, Jhon Cordoba mit Premierentor für Hertha BSC

Dodi Lukebakio (r.) trifft zum 2:0. Theodor Gebre Selassie kann den Einschlag nicht verhindern.
Dodi Lukebakio (r.) trifft zum 2:0. Theodor Gebre Selassie kann den Einschlag nicht verhindern.  © Carmen Jaspersen/dpa

Die Angriffe der Bremer stellten die Gäste vor keine Probleme. Stattdessen wurde es für die Mannschaft von Florian Kohfeldt noch schwerer.

Der gerade erst eingewechselte Cordoba zeigte, warum er geholt wurde, als er den Ball klasse auf Darida ablegte. Der Tscheche hatte das Auge für Cunha. Bei seinem unplatzierten Flachschuss sah SVW-Keeper Pavlenka nicht gut aus - 3:0 (63.).

Nur sechs Minuten später brachte Selke per Kopf zurück ins Spiel. Nur noch 1:3 aus Sicht der Hanseaten (69.). Hertha ließ sich davon aber zunächst nicht beeindrucken und vergab den nächsten Hochkaräter. Pavlenka rettete im Eins-gegen-Eins gegen Cordoba (71.).

Bremen hatte jetzt Morgenluft geschnuppert und machte weiter Druck. Richtig gefährlich wurde es aber nicht mehr. Erst vereitelte Schwolow in der Schlussphase die große Chance von Füllkrug (87.), dann setzte Cordoba nach einem Konter mit dem 4:1 den Schlusspunkt (90.).

Hertha kann sich nicht nur über drei Punkte zum Saisonauftakt freuen, sondern hat auch erstmals seit sieben Jahren wieder gegen Werder Bremen gewonnen.

Titelfoto: Carmen Jaspersen/dpa

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