Hertha-Dilemma gegen zehn Gladbacher: Ein gewonnener oder zwei verlorene Punkte?

Berlin - Wie viel ist der Punkt gegen Borussia Mönchengladbach am Ende wert? Hertha BSC kommt einfach nicht vom Fleck. Obwohl die Berliner über 75 Minuten lang in Überzahl gespielt haben, reichte es nur zu einem 2:2. Die Alte Dame steckt damit weiter knietief im Abstiegskampf.

Galdbachs Florian Neuhaus (l) im Zweikampf mit Herthas Stürmer Matheus Cunha.
Galdbachs Florian Neuhaus (l) im Zweikampf mit Herthas Stürmer Matheus Cunha.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild POOL/dpa

Dabei sah zunächst alles nach dem dritten Heimsieg in Folge aus. Yann Sommer (32) wurde nach einer Notbremse gegen Jhon Cordoba (27) schon nach 12 Minuten mit Rot vom Platz gestellt. Hertha nutzte die Überzahl, machte Druck und ging durch einen sehenswerten Treffer von Santiago Ascacibar (24) verdient in Führung (23. Minute).

Es war das erste Bundesligator des Argentiniers. "Ich glaube, jeder, der die Tabelle lesen kann, weiß, dass wir heute einen Sieg gebraucht hätten", sagte ein enttäuschter Niklas Stark (25).

Hertha verlor plötzlich völlig die Ordnung, ließ sich im eigenen Stadion mit einem Mann mehr auf dem Platz von den Gästen auskontern. Erst traf Alassane Plea (27.) überlegt zum Ausgleich, dann konnte Lars Stindl (38.) per Elfmeter die Partie noch vor dem Pausenpfiff drehen.

"Wenn man 1:0 führt und in Überzahl ist, muss man das Spiel anders angehen", ärgerte sich auch Sami Khedira (34). Sein Trainer Pal Dardai (45) ließ sich gar dazu hinreißen, dass er das Spiel lieber mit elf gegen elf gespielt hätte.

"Wir sind in die Partie gut reingekommen. Die Rote Karte hat uns gestört. In der zweiten Halbzeit waren wir gut, aber heute ist es durch die fünf erlaubten Wechsel nicht mehr so einfach", erklärte der Ungar, der das Unentschieden nicht zu negativ bewerten wollte.

Hertha BSC hadert mit chaotischer erster Hälfte

Schiedsrichter Patrick Ittrich schickt Yann Sommer mit Rot vom Feld. Trotz Überzahl reichte es für Herthas Matteo Guendouzi (M.) nur zu einem 2:2.
Schiedsrichter Patrick Ittrich schickt Yann Sommer mit Rot vom Feld. Trotz Überzahl reichte es für Herthas Matteo Guendouzi (M.) nur zu einem 2:2.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild POOL/dpa

Immer wieder betonte er, dass seine Mannschaft ansehnlichen Fußball gespielt habe. "Wir müssen damit zufrieden sein. Jeder Punkt, den wir sammeln ist wichtig im Abstiegskampf. Wichtig ist: Das war Fußball!"

Mit dem Seitenwechsel machten es die Gastgeber besser. Bereits drei Minuten nach Wiederanpfiff zappelte der Ball im Netz. Cordoba hatte die Kugel nach einer scharfen Hereingabe von Matheus Cunha (21) über die Linie gedrückt. Erst nach einer minutenlangen Überprüfung folgte die Erlösung. Kein Abseits. Der Treffer zählte (51.).

Hertha machte vor allem in der zweiten Hälfte ordentlich Druck, erspielte sich Ecke um Ecke, doch 23 Torschüsse reichten nicht. "Ich würde hochnäsig sein, wenn ich sage, wir haben drei Punkte verdient. Die letzte Konsequenz war nicht da."

Der Hauptstadt-Klub hätte das Spiel auch noch verlieren können, hatte aber Glück, dass sich der Kölner Keller nach einem kniffligen Zweikampf von Lukas Klünter (24) und Marcus Thuram (23) nicht gemeldet hatte. Vielmehr haderten die Herthaner aber ohnehin mit der eigenen Leistung im ersten Durchgang.

"Was geht in den Köpfen vor, dass du so die Kontrolle verlierst?", fragte Dardai nach dem Spiel: "Statt nach der Führung weiter Fußball zu spielen, folgte ein Chaos." Der Mangel an Führungsspieler in der jungen Mannschaft wurde erneut offensichtlich. "Das ist einfache Mathematik. Wir sind einer mehr, hinten sichert einer ab, dann passiert nichts."

Titelfoto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild POOL/dpa

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