Hertha hält endlich die Null, aber Uremovic bleibt Sorgenkind

Berlin - Die Wände haben zwar nicht gewackelt, dafür aber hat Sandro Schwarz (43) wortwörtlich in der Kabine auf den Tisch gehauen. "Meine Hand ist stabil", gab er noch auf der Pressekonferenz Entwarnung. Viele Gründe laut zu werden hatte er ohnehin nicht. Es war zwar nicht das beste Spiel unter seiner Leitung, Hertha BSC hatte den Gegner aber im Griff.

Filip Uremovic (25, vorne) konnte bei Hertha BSC noch nicht wirklich überzeugen.
Filip Uremovic (25, vorne) konnte bei Hertha BSC noch nicht wirklich überzeugen.  © Tom Weller/dpa

Der Hertha-Coach schien dennoch die richtigen Worte gefunden zu haben: Die Alte Dame belohnte sich endlich und nahm drei wichtige Punkte mit nach Berlin.

Wichtig, weil die Berliner die Abstiegsränge verließen und der Glauben an die eigene Stärke nach dem schwierigen Auftaktprogramm wächst. "Wir haben vor dem Spiel und in der Halbzeitpause ganz deutlich gesagt, dass wir etwas mitnehmen wollen", zitiert der Kicker Schwarz aus einer Medienrunde.

Bereits gegen Borussia Mönchengladbach (0:1) und Borussia Dortmund (0:1) stimmte die Leistung. Es fehlten allein die Punkte. "Wir wollten nicht nochmal für eine Leistung gelobt werden, ohne etwas in der Hand zu halten."

Herthas Dauerläufer Darida vor Abgang
Hertha BSC Herthas Dauerläufer Darida vor Abgang

So holte der Hauptstadtklub nicht nur den ersten Saisonsieg, sondern spielt erstmals auch zu null. Von den Fuggerstädtern war über 90 Minuten lang so gut wie nichts zu sehen und doch hätte es ein ganz anderes Spiel werden können.

Mitte der ersten Hälfte wusste sich Filip Uremovic (25) gegen Mërgim Berisha (24) nur mit einer Ringeinlage zu helfen (23. Minute). Hertha hatte Glück, dass Schiedsrichter Harm Osmers das Halten mit Gelb und nicht als Notbremse bewertete. Über einen Platzverweis hätte sich der Innenverteidiger (54 % gewonnener Zweikämpfe), der gerade erst nach überstandener Gelb-Rot-Sperre zurückkehrte, nicht beschweren dürfen.

Feiert Agustin Rogel gegen Bayer 04 Leverkusen seine Startelfpremiere?

Der Uruguayer Agustin Rogel (24, l.) wechselte kurz vor Transferschluss zu Hertha BSC.
Der Uruguayer Agustin Rogel (24, l.) wechselte kurz vor Transferschluss zu Hertha BSC.  © JUAN MABROMATA / AFP

Die Schnelligkeitsdefizite waren nicht nur in der Szene nicht zu übersehen. Nur kurze Zeit später entwischte Berisha nach einem Stockfehler erneut und traf den Außenpfosten (27.).

Der Kroate, der weite Teile der Vorbereitung verpasste, hat offenbar noch Anpassungsschwierigkeiten. Gegen Eintracht Frankfurt verschuldete der 25-Jährige den Ausgleich, um eine Woche später in Gladbach einen Handelfmeter zu verursachen und vom Platz zu fliegen.

Positiv erwähnt werden sollte aber auch, dass er in dem Kampfspiel in der zweiten Hälfte ohne ein einziges Foulspiel auskam. Und auch Marc Oliver Kempf (27, 70 % gewonnene Zweikämpfe) bestätigte seine ansteigende Form. Dennoch ist es gut möglich, dass der Abwehrboss schon am Samstag gegen Bayer 04 Leverkusen einen neuen Nebenmann bekommt.

Hertha BSC testet gegen Eintracht Braunschweig im Hanns-Braun-Stadion
Hertha BSC Hertha BSC testet gegen Eintracht Braunschweig im Hanns-Braun-Stadion

Mit Last-Minute-Neuzugang Agustin Rogel (24) ist nochmal ein neuer Konkurrent hinzukommen. Die Uru-Kante war durch die Reisestrapazen noch nicht im Kader, ist durch seine robuste Zweikampfführung und Kopfballstärke aber eine echte Waffe.

Titelfoto: Tom Weller/dpa

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