Fan-Ärger bei Hertha BSC: Ultras stören Training und machen ihrem Unmut Luft

Berlin - Es brodelt gewaltig beim Hauptstadtklub: Etwa 80 Anhänger aus der organisierten Fanszene haben am Samstag ein Geheimtraining von Hertha BSC unterbrochen und die Mannschaft mit ihren Vorwürfen konfrontiert.

Spaß beim Training war am Samstagnachmittag für die Kicker von Hertha BSC nicht angesagt, als eine größere Fan-Gruppe auf dem Trainingsgelände einmarschiert ist, um ihren Unmut zu äußern.
Spaß beim Training war am Samstagnachmittag für die Kicker von Hertha BSC nicht angesagt, als eine größere Fan-Gruppe auf dem Trainingsgelände einmarschiert ist, um ihren Unmut zu äußern.  © Andreas Gora/dpa

Die Ultras sollen mitten beim Nachmittagstraining, das um 14 Uhr begonnen hatte, auf dem Trainingsgelände einmarschiert sein und den Platz besetzt haben, das bestätigte die Polizei am Samstagabend gegenüber dem rbb.

Demnach sei es zu lautstarken verbalen Auseinandersetzungen mit dem Team gekommen, wobei die Fans ihrer Unzufriedenheit Ausdruck verliehen und in erster Linie die Mentalität und den fehlenden Einsatzwillen bemängelten. Ein Eingreifen seitens der Ordnungshüter sei jedoch nicht vonnöten gewesen.

Nach dem Überbringen der Botschaft seien die Schlachtenbummler, die dem Umfeld der Ostkurve angehören sollen, dann wieder friedlich abgezogen, sodass die Übungseinheit fortgesetzt werden konnte.

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Zuvor sollen laut "Bild" aber auch einzelne Spieler ins Gebet genommen worden sein, um ihnen den ernst der Lage klarzumachen.

Ob diese Taktik vor dem anstehenden Bundesliga-Duell am Sonntag (17.30 Uhr/DAZN) gegen den Rekordmeister FC Bayern München der ohnehin schon verunsicherten Mannschaft hilft, ist jedoch fraglich.

Ultra-Gruppierung macht ihrem Unmut am Trainingsgelände von Hertha BSC mit Banner Luft

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Ton der Hertha-Fans wird sichtbar rauer

Nach der Derby-Niederlage stellen die Hertha-Kicker sich im November ihren Fans in der Alten Försterei. Schon damals zogen sie sich den Unmut der Anhänger zu.
Nach der Derby-Niederlage stellen die Hertha-Kicker sich im November ihren Fans in der Alten Försterei. Schon damals zogen sie sich den Unmut der Anhänger zu.  © Andreas Gora/dpa

Spätestens seit dem aus Hertha-Sicht blamablen Ausscheiden aus dem DFB-Pokal, das nach einer 2:3-Niederlage im heimischen Olympiastadion ausgerechnet gegen den Lokalrivalen 1. FC Union Berlin erfolgte, ist der Frust bei den Fans scheinbar gewaltig.

So prangte bereits am Tag nach der Pleite ein riesiges Banner mit der Aufschrift "SCHANDE" am Eingang zum Trainingsgelände.

Hier lässt sich deutlich ein Stimmungswandel erkennen, denn auch in der vergangenen Spielzeit befanden die Berliner sich in einer prekären Lage, doch damals wählten die Fans aufmunternde Worte, um ihre Lieblinge zu unterstützen. Jetzt ist der Ton sichtbar rauer geworden.

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Bereits nach der zahnlosen 0:2-Niederlage in der Alten Försterei bahnte sich der Fan-Frust im November seinen Weg. So wurden die Kicker der Alten Dame in der Gästekurve von den Fans ob ihrer schwachen Leistung beschimpft und selbst ein verschenktes Trikot von Davie Selke (27) flog zurück in den Innenraum.

Der zwischenzeitliche 3:2-Überraschungscoup gegen Borussia Dortmund beruhigte die Fan-Seele vor Weihnachten einstweilen, doch mittlerweile ist die Alte Dame zurück in der Tristesse des Abstiegskampfes. Wie wird die Fan-Reaktion wohl nach einem möglichen Debakel gegen die Bayern ausfallen?

Titelfoto: Andreas Gora/dpa

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