Hertha BSC in der Krise: Wie lange darf Bruno Labbadia noch weitermachen?

Berlin - Es war ein ernüchternder Abend im Berliner Olympiastadion: Nach der 0:3-Niederlage gegen den direkten Tabellennachbarn TSG 1899 Hoffenheim gerät Hertha BSC immer weiter in eine Abwärtsspirale. Bei einer weiteren Niederlage am Wochenende könnte das Kapitel Hertha BSC für Bruno Labbadia (54) bereits beendet sein.

Hertha-Coach Bruno Labbadia (54) steht nachdenklich am Spielfeldrand. Gelingt es ihm, das Ruder bei Hertha BSC noch einmal herumzureißen?
Hertha-Coach Bruno Labbadia (54) steht nachdenklich am Spielfeldrand. Gelingt es ihm, das Ruder bei Hertha BSC noch einmal herumzureißen?  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Es war das dritte Spiel in Folge ohne Sieg gegen Konkurrenten aus der unteren Tabellenregion. Schlimmer noch: Es war die dritte Bundesliga-Partie ohne ein erzieltes Tor!

Labbadia (54) konstatierte nach dem Schlusspfiff selbst, "dass wir ein Spiel verloren haben, das wir nicht verlieren können und nicht verlieren dürfen. Trotzdem haben wir es verloren."

Nach dem 3:0-Sieg über den FC Schalke 04 war die Euphorie noch groß. Endlich schien man auf dem richtigen Weg zu sein, endlich schien sich eine Achse im Spiel der Berliner herauszukristallisieren.

Dabei vergaß man jedoch vielleicht, dass man gegen eine erschreckend schwache Mannschaft in Königsblau gewann und ließ sich durch den deutlichen Sieg ein wenig blenden.

Die Ernüchterung folgte auf dem Fuße mit einem blutleeren Auftritt und einer 0:1-Pleite beim Aufsteiger DSC Arminia Bielefeld sowie einem torlosen Grottenkick beim abstiegsbedrohten 1. FC Köln.

Bruno Labbadia zeigt sich bei der Pressekonferenz nach dem Spiel von Hertha BSC enttäuscht

Ein verschossener Elfmeter war der Anfang vom Ende von Herthas Niederlage gegen Hoffenheim

Krzysztof Piatek (2.v.r.) verschießt den Elfmeter, der die Führung für Hertha BSC bedeutet hätte.
Krzysztof Piatek (2.v.r.) verschießt den Elfmeter, der die Führung für Hertha BSC bedeutet hätte.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Die Niederlage gegen die ebenfalls angeschlagenen Kraichgauer ist nun der bisherige Höhepunkt eines deutlich erkennbaren Abwärtstrends.

"Momentan schaffen wir es nicht, stabil genug zu sein, das muss man ganz klar sagen, das ist auffällig, weil wir da verschiedene Probleme haben", analysierte der Hertha-Trainer die Darbietung seines Teams.

Dabei hatte alles so gut angefangen. Die Alte Dame setzte die Sinsheimer zu Beginn der Partie unter Druck, ohne sich jedoch hochkarätige Torchancen zu erspielen.

In der 11. Minute kam ihnen dann der Schiedsrichter Harm Osmers (35) zu Hilfe, der nach einem Foul an Jhon Cordoba (27) einen berechtigen Elfmeter verhängte.

Doch nicht der bisher sichere Elfmeterschütze Matheus Cunha (21) trat vom Punkt an, sondern Stürmer Krzysztof Piatek (25) schnappte sich die Kugel.

Eine fatale Entscheidung, wie sich herausstellen sollte, denn Gäste-Keeper Oliver Baumann (30) ahnte die Ecke und parierte den Schuss des Polen.

Gegen den SV Werder Bremen könnte die letzte Bewährungschance auf Bruno Labbadia warten

Hertha-Keeper Alexander Schwolow (28) kann den Einschlag zum 0:3 nicht mehr verhindern.
Hertha-Keeper Alexander Schwolow (28) kann den Einschlag zum 0:3 nicht mehr verhindern.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

In der 33. Minute ging die TSG quasi wie aus dem Nichts durch einen abgefälschten Schuss von Nationalspieler Sebastian Rudy (30) in Führung und das Drama nahm seinen Lauf.

Hoffenheims Top-Stürmer Andrej Kramaric (29) legte in der zweiten Halbzeit einen Doppelpack nach und besiegelte mit seinem herrlichen Freistoß in der 88. Minute die Niederlage der Gastgeber.

"Wir haben in der ersten Halbzeit bis auf wenige Ausnahmen ein sehr gutes Spiel geliefert, aber das juckt ja keinen", äußerte sich Labbadia nach dem Schlusspfiff zum Spielverlauf. "Wir haben 3:0 verloren, das sieht shit aus. Deswegen müssen wir uns der Kritik stellen."

Insbesondere muss er sich wohl der Kritik stellen, denn sein Stuhl dürfte bereits gewaltig wackeln. Noch scheinen die Verantwortlichen Geduld mit dem Übungsleiter zu haben und außerdem wäre eine Trainerentlassung inmitten einer englischen Woche auch nicht gerade ratsam.

Am Samstag (18.30 Uhr/Sky) kommt mit dem SV Werder Bremen der nächste direkte Tabellennachbar zum Start der Rückrunde ins Olympiastadion. Gegen die Männer von der Weser könnte bereits die letzte Bewährungschance auf Bruno Labbadia warten. Sollte die Alte Dame dann wieder mit einer Niederlage vom Platz gehen, könnte seine Zeit in der Hauptstadt abgelaufen sein.

Titelfoto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa (Bildmontage)

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