Tabellenletzter mit null Punkten: Hertha BSC schon wieder im Krisenmodus?

Berlin - Zwei Spiele, null Punkte, Tabellenletzter - so kann man die erschreckende Auftaktbilanz von Hertha BSC kurz und knapp zusammenfassen. Am meisten Grund zur Sorge bietet dabei aber wohl die Entstehung dieser prekären Lage.

Hertha-Coach Pal Dardai (45) geben die beiden Auftaktniederlagen anscheinend noch keinen Anlass zur Sorge.
Hertha-Coach Pal Dardai (45) geben die beiden Auftaktniederlagen anscheinend noch keinen Anlass zur Sorge.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Denn der Hauptstadtklub lag sowohl beim 1. FC Köln als auch gegen den VfL Wolfsburg mit 1:0 in Führung. Allerdings gelang es der Alten Dame nicht, diesen Vorteil für sich zu nutzen oder wenigstens ein Unentschieden über die Ziellinie zu retten.

Zugegeben, die neue Bundesliga-Saison ist noch jung, doch die Ausgangssituation ist zumindest bedenklich, insbesondere wenn man einen Vergleich zum letztjährigen Absteiger FC Schalke 04 zieht, der 2020/21 am zweiten Spieltag das Tabellenende ohne einen Punkt zierte und sich am Ende sang- und klanglos in die 2. Bundesliga verabschiedete.

Die Knappen kassierten dabei gleich am ersten Spieltag eine krachende 0:8-Niederlage beim FC Bayern München. Sollte den Berlinern am kommenden Samstag (18.30 Uhr/Sky) ein ähnliches Schicksal in der Allianz Arena drohen, so könnte sich eine vergleichbare Abwärtsspirale entwickeln.

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Hertha-Coach Pal Dardai (45) sieht der Aufgabe aber scheinbar gelassen entgegen: "Wenn alle denken, da holst du gar nichts, umso besser", sagte er nach dem Spiel gegen die Wölfe über den anstehenden Gegner. "Top oder Flop."

Hertha-Coach Pal Dardai äußert sich zur Niederlage gegen den VfL Wolfsburg

Kämpferische Einstellung gegen VfL Wolfsburg macht Hertha-Coach Pal Dardai Mut

Jordan Torunarigha (l.) und Marco Richter stehen nach der bitteren 1:2-Heimpleite gegen den VfL Wolfsburg mit gesenkten Köpfen auf dem Rasen des Berliner Olympiastadions.
Jordan Torunarigha (l.) und Marco Richter stehen nach der bitteren 1:2-Heimpleite gegen den VfL Wolfsburg mit gesenkten Köpfen auf dem Rasen des Berliner Olympiastadions.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Die kämpferische Einstellung seiner Mannschaft macht dem Ungarn dabei Hoffnung, denn gegen den Champions-League-Teilnehmer aus Wolfsburg lieferte die Dardai-Truppe in der zweiten Halbzeit eine engagierte Vorstellung. "Keiner ist heute spaziert, alle haben gearbeitet. Das ist ein Fortschritt", konstatierte der 45-jährige Übungsleiter.

Dodi Lukebakio (23), der in dieser Saison zum ersten Mal in der Startelf stand, holte in der 58. Minute gegen den Ex-Herthaner John Anthony Brooks (28) einen Strafstoß heraus, den der Gefoulte eiskalt selbst verwandelte.

Im Vorfeld des Elfmeters gab es zwischen dem Belgier und Davie Selke (26) eine heftige Diskussion über die Ausführung, was Dardai ebenfalls als gutes Zeichen ansah. "Als Trainer freust Du Dich, wenn zwei Spieler schießen wollen, als wenn elf Spieler Sportschokolade in der Hose haben" beschrieb er die Situation mit seinem trockenen Humor.

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Hertha wähnte sich danach bereits auf der Siegerstraße, wurde nach eigenem Freistoß in der 74. Minute aber gnadenlos ausgekontert und bekam kurz vor Schluss den Knockout durch den eingewechselten Lukas Nmecha (22) versetzt (88.).

Die bittere Niederlage dürfte nicht unbedingt das Selbstbewusstsein der Blau-Weißen gestärkt haben und sollte der Rekordmeister am Samstag früh in Führung gehen, droht ein Debakel. Zwar könnten die Spree-Athener aufgrund der Länderspielpause dann erst einmal ihre Wunden lecken, doch genau diese Rhythmus-Unterbrechungen waren in der zurückliegenden Spielzeit zusätzliches Gift. "Nachtigall ick hör' dir trapsen", würde der Berliner jetzt vielleicht sagen.

Titelfoto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa (Bildmontage)

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