Lehmann weicht im Doppelpass Hertha-Fragen aus: "Eingeladen, weil kein anderer Zeit hatte"

Berlin - Die Stadt ist blau-weiß. Hertha BSC ist nach dem 3:1-Erfolg über den 1. FC Union Berlin der alte und neue Stadtmeister. Der erste Heimsieg der Saison ist zudem ein ganz wichtiger. Dennoch hinken die Berliner weiter den eigenen Ansprüchen hinterher.

Jens Lehmann sollte am Sonntag im Doppelpass über Hertha BSC reden. (Bildmontage)
Jens Lehmann sollte am Sonntag im Doppelpass über Hertha BSC reden. (Bildmontage)  © Sven Hoppe/dpa

Elf Punkte aus nun zehn Spielen sind zu wenig. Im Doppelpass am Sonntag wollte die Expertenrunde um Alfred Draxler (67), Stefan Effenberg (52) und Co. diskutieren, warum der Hauptstadt-Klub trotz der Windhorst-Millionen nicht in Tritt kommt.

Jens Lehmann (51) hat dabei allerdings nicht wirklich viel zur Diskussion über die Zukunft der Alten Dame beigetragen.

Schon bei der Frage, was Union besser mache als Hertha, wich Lehmann, der im Aufsichtsrat der Hertha-Kommanditgesellschaft sitzt, aus. Die Antwort des ehemaligen Nationalspielers: "Man muss nicht alle Fragen beantworten."

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Nach dem Einspieler sollte dann aber auch der Ex-Arsenal-Profi Rede und Antwort stehen, blieb jedoch weiter wortkarg. Stattdessen sorgte Lehmann schließlich für einen Lacher: "Wenn man hier eingeladen wird, ist es natürlich auch so, dass wahrscheinlich kein anderer Zeit hatte.

Eine Anspielung auf Unions Max Kruse (32), der eigentlich für die Runde vorgesehen war. Der 32-Jährige hatte sich aber beim Derby verletzt und sagte ab. Daraufhin rückte Lehmann nach. "Man wird auch nicht wirklich darauf vorbereitet, was einen hier erwartet."

Jens Lehmann spricht über, aber nicht für Hertha BSC

Jens Lehmann sitzt bei der Hertha KGaA als Berater von Investor Lars Windhorst im Aufsichtsrat.
Jens Lehmann sitzt bei der Hertha KGaA als Berater von Investor Lars Windhorst im Aufsichtsrat.  © Axel Heimken/dpa

Dass sich der Windhorst-Berater in der Diskussion zurückhielt, hat aber auch einen entsprechenden Grund. "Als Aufsichtsrat darf man gar nicht viel sagen. Ich bin gesetzlich dazu verpflichtet, dass ich hier gar nicht viel Auskunft geben darf."

Der 51-Jährige hatte im Oktober für Irritationen gesorgt, als er die Qualifikation für die Europa League gefordert hatte. Die Verantwortlichen des Vereins, der auch mit Investor spürbar unter der Corona-Krise leidet und einen gewaltigen Umbruch zu bewältigen hat, sehen das anders.

"Auch Herr Lehmann spricht als Berater von Tennor über und nicht für Hertha BSC", machte Hertha-Präsident Werner Gegenbar deutlich, was er von den entsprechenden Forderungen hielt.

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Eines war dem ehemaligen Torwart aber wichtig klarzustellen. Dicke Luft herrsche zwischen Investor und Klub nicht. "Was stimmt, ist, dass natürlich hervorragende Leute bei Hertha arbeiten. Herr Gegenbauer als Präsident, den ich vorher auch nicht kannte und der ein guter Typ ist. Ein bisschen anders, aber ein guter Berliner Typ."

Lehmann ist sich sicher, dass Hertha noch Erfolge feiern wird - gerade weil das Modell mit Investor Lars Windhorst (44) seiner Meinung nach Vorreiter im deutschen Fußball sei. "Der Weg auf lange Sicht wird nach oben führen, das Investment ist nachhaltig und Windhorst ist langfristig motiviert."

Am Ende der Debatte zeigte sich auch Moderator Thomas Helmer (55) mit dem Nachrücker gnädig: "Jens, ich verspreche dir: Das nächste Mal bekommst du alle Fragen im Voraus. Damit du vorbereitet bist."

Titelfoto: Sven Hoppe/dpa

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