Labbadia beklagt "billige Niederlage": Und jetzt Hertha?

Berlin - Selbst die Einwechslung von Dodi Lukebakio (23) ging schief. Der Belgier kam zur Pause, hatte aber das Trikot seines Kollegen Javairo Dilrosun (22) an. Erst nach einem Hinweis von Manager Michael Preetz (53) wurde der Trikot-Fauxpas bemerkt, sodass der Flügelflitzer mit seiner richtigen Rückennummer auflaufen konnte.  

Bruno Labbadia kassierte gegen seinen Ex-Verein VfB Stuttgart die dritte Niederlage in Serie.
Bruno Labbadia kassierte gegen seinen Ex-Verein VfB Stuttgart die dritte Niederlage in Serie.  © Andreas Gora/dpa

Verhindern konnte der 23-Jährige die zweite Heimpleite der noch jungen Saison aber nicht. 

Die Szene war fast schon bezeichnend für die gesamten 90 Minuten. Hertha sollte beim völlig verdienten 0:2 gegen den VfB Stuttgart nichts gelingen. Die Folge: ein gellendes Pfeifkonzert und Katerstimmung in Berlin.

Für die Mannschaft von Bruno Labbadia (54) ist es nun schon die dritte Niederlage in Serie. Nach vier Spielen hat Hertha gerade mal drei Punkte. 

"Wir haben uns das komplett anders vorgestellt", meinte der Hertha-Coach und sprach von einer billigen Niederlage: "Es war nicht so, dass der VfB so stark war, dass wir hier 0:2 verlieren müssen."

Die Berliner machten es den Gästen aber mal wieder einfach. Die erste Halbzeit hatte der Hauptstadt-Klub komplett verschlafen. Lediglich die ersten Minuten sahen ordentlich aus, doch mit dem frühen 0:1 durch Marc-Oliver Kempf (25) war das Spiel quasi gelaufen (9. Minute).

Hertha fiel gegen taktisch clevere Schwaben nichts ein. "Wir haben den Faden verloren", beklagte Maximilian Mittelstädt (23) am Sky-Mikrofon. Erst nach 40 Minuten wurde es im Strafraum der Gäste gefährlich. Nicht aber durch einen Herthaner, sondern durch den Stuttgarter Orel Mangala (22). Sein Klärungsversuch wäre beinah im eigenen Tor gelandet, Gregor Kobel (22) konnte aber Schlimmeres verhindern.

Hertha BSC spielt gegen den VfB Stuttgart ganz schwache erste Hälfte

Herthas Eduard Löwen (l.), Krzysztof Piatek und Jhon Cordoba (r.) von Hertha BSC stehen nach der Niederlage enttäuscht auf dem Spielfeld.
Herthas Eduard Löwen (l.), Krzysztof Piatek und Jhon Cordoba (r.) von Hertha BSC stehen nach der Niederlage enttäuscht auf dem Spielfeld.  © Andreas Gora/dpa

Trotz großer Personalprobleme beim VfB schafften es die Gastgeber in den ersten 45 Minuten nicht, sich auch nur eine einzige klare Torchance zu erspielen. 

Die Berliner hatten zwar durch die Länderspielpause keine wirkliche Vorbereitung, teilweise standen nur elf Mann auf dem Trainingsplatz, dennoch hatten die 4000 Hertha-Fans einen anderen Auftritt gegen einen Aufsteiger erwartet. 

Erst nach dem Seitenwechsel fand die Alte Dame endlich besser in die Partie. Vor allem Lukebakio sowie die Südamerikaner Matheus Cunha (21) und Jhon Cordoba (27), bei denen die Länderspiel-Strapazen erst zum Ende deutlich wurden, machten ordentlich Betrieb.

Doch wie so häufig im Fußball: Wer vorne nicht trifft, wird bestraft. Gonzalo Castro (33) sorgte mit einem satten Schuss aus rund 20 Metern für die verdiente Niederlage (68.). Das 0:2 hatte den Hausherren endgültig den Stecker gezogen.

"Nach der Halbzeit hätten wir den Ausgleich machen müssen, aber haben das zweite Gegentor bekommen", so Mittelstädt. "Das ist ärgerlich, da wir diese drei Punkte gebraucht hätten." Stattdessen machte Hertha den Fehlstart perfekt. Wie schon in der vergangenen Saison könnte es ein ungemütlicher Herbst werden.

Ausgerechnet beim Tabellenführer muss nun eine deutliche Leistungssteigerung her. Es droht die vierte Niederlage im fünften Spiel. Als wäre die Aufgabe bei RB Leipzig nicht schon schwer genug, droht auch noch der Ausfall beider Rechtsverteidiger. 

Peter Pekarik (33) musste nach einem Schlag in der Hüftgegend nach 20 Minuten vom Feld. Der für den Slowaken ein- und kurz vor Schluss wieder ausgewechselte Deyovaisio Zeefuik (22) musste mit Muskelproblemen ebenfalls runter. Eine Diagnose steht noch aus.

Titelfoto: Andreas Gora/dpa

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