Hertha BSC krönt Corona-Aufholjagd und springt nach Sieg gegen Freiburg über den Strich

Berlin - Aufholjagd erfolgreich fortgesetzt! Hertha BSC besiegte den SC Freiburg im Nachholspiel des 30. Bundesliga-Spieltags verdient mit 3:0 (2:0) und verlässt vorerst die Abstiegszone. Durch den Sieg ist die Alte Dame seit vier Heimspielen ungeschlagen.

Hertha-Stürmer Krzysztof Piatek (M.) schiebt den Ball unhaltbar an Gäste-Keeper Florian Müller (l.) zum 1:0 ins Tor.
Hertha-Stürmer Krzysztof Piatek (M.) schiebt den Ball unhaltbar an Gäste-Keeper Florian Müller (l.) zum 1:0 ins Tor.  © Michael Sohn/AP pool/dpa

Krzysztof Piatek brachte Hertha im leeren Berliner Olympiastadion mit 1:0 in Führung (13. Minute), bevor Peter Pekarik noch vor der Pause auf 2:0 erhöhte (22.). Kurz vor Spielende legte Nemanja Radonjic das entscheidende 3:0 nach (85.).

Nach dem schweren Montagsspiel (1:1) beim 1. FSV Mainz 05 warf Hertha-Coach Pal Dardai die Rotationsmaschine an und änderte seine Startelf gleich auf neun (!) Positionen.

Jordan Torunarigha, Dedryck Boyata, Omar Alderete, Pekarik, Santiago Ascacibar, Javairo Dilrosun, Vladimir Darida, Piatek und Radonjic sollten für frischen Schwung sorgen.

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Marton Dardai, Niklas Stark, Sami Khedira, Maximilian Mittelstädt, Lucas Tousart, Deyovaisio Zeefuik, Matheus Cunha und Jhon Cordoba rotierten dafür auf die Reservebank. Lukas Klünter stand nicht im Kader der Berliner.

Gäste-Coach Christian Streich konnte eine ausgeruhte Truppe auf den Platz schicken und nahm lediglich zwei Veränderungen vor. Manuel Gulde und Baptiste Santamaria rückten für Dominique Heintz und Yannik Keitel (beide Bank) in die Anfangsformation.

Anfangself von Hertha BSC im Bundesliga-Heimspiel gegen den SC Freiburg

Startformation des SC Freiburg im Bundesliga-Nachholspiel bei Hertha BSC

Krzysztof Piatek bringt Hertha BSC gegen SC Freiburg in Führung, Peter Pekarik erhöht per Kopf auf 2:0

Herthas Peter Pekarik (r.) setzt zum Kopfball an, der zum 2:0 im Freiburger Kasten landet.
Herthas Peter Pekarik (r.) setzt zum Kopfball an, der zum 2:0 im Freiburger Kasten landet.  © Annegret Hilse/Reuters-Pool/dpa

Hertha überließ den Gästen aus dem Schwarzwald zunächst den Ballbesitz und versuchte in erster Linie den Spielaufbau der Streich-Truppe zu unterbinden.

Nach einem schnell ausgeführten Freistoß musste Hertha-Keeper Alexander Schwolow in der 7. Spielminute gegen den frei stehenden Lucas Höler Kopf und Kragen riskieren. Der Zusammenprall verlief jedoch glimpflich.

Wenige Zeigerumdrehungen später fuhr der Gastgeber seinen ersten gefährlichen Angriff. Torunarigha dribbelte aus dem Mittelfeld heraus bis zum gegnerischen Strafraum und zog mit links aus zweiter Reihe ab. Den Flachschuss wehrte Gästekeeper Florian Müller genau vor die Füße von Piatek ab, der sich die Kugel erkämpfte und aus spitzem Winkel in die lange Ecke schob - 1:0 (13.)!

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Und die Hausherren blieben dran. Radonjic lief auf der linken Seite bis zur Grundlinie durch und setzte sich an der linken Strafraumkante im Zweikampf gegen Philipp Lienhart durch. Seine butterweiche Flanke drückte Pekarik aus vier Metern unhaltbar mit dem Kopf in die Maschen - 2:0 (22.)!

In der Folge waren die Hausherren nun spielbestimmend. Bis auf einen Distanzschuss von Freiburgs Ermedin Demirovic (42.) erspielte sich bis zur Pause allerdings keine der beiden Mannschaften weitere gefährliche Abschlussgelegenheiten. So ging die Alte Dame mit einer verdienten 2:0-Führung in die Halbzeit.

Die Hertha-Spieler bejubeln das Tor zum 2:0 gegen den SC Freiburg.
Die Hertha-Spieler bejubeln das Tor zum 2:0 gegen den SC Freiburg.  © Annegret Hilse/Reuters-Pool/dpa

Nemanja Radonjic entscheidet in der 2. Halbzeit mit herrlichem Solo das Spiel für Hertha BSC

Herthas Nemanja Radonjic (vorne) zieht nach seinem herrlichen 40-Meter-Dribbling ab und erzielt das entscheidende 3:0 für die Berliner.
Herthas Nemanja Radonjic (vorne) zieht nach seinem herrlichen 40-Meter-Dribbling ab und erzielt das entscheidende 3:0 für die Berliner.  © Annegret Hilse/Reuters-Pool/dpa

Nach Wiederanpfiff wollten die Breisgauer umgehend zurückschlagen, doch Schwolow entschärfte einen gefährlichen Kopfball von Nicolas Höfler mit einer starken Fußparade (48.).

Die Spree-Athener zogen sich in der Folgezeit weiter zurück und überließen dem SC das Spielgeschehen. Mehr als Halbchancen konnten sich die Gäste jedoch nicht erspielen.

Mitte der zweiten Halbzeit setzte Dardai ein Zeichen und wechselte mit Cunha und Cordoba frische Offensivkräfte ein - Piatek und Dilrosun verließen das Spielfeld.

Dank Cunha hielten wieder mehr Geschwindigkeit und Spielwitz bei der Hertha Einzug, was beinahe von Erfolg gekrönt wurde, doch der Brasilianer scheiterte mit seinen Schüssen kurz nacheinander am Außennetz (70.) und am Pfosten (73.).

Praktisch im Gegenzug hatten die Schwarzwälder eine weitere gute Chance auf den Anschlusstreffer, doch der eingewechselte Nils Petersen donnerte das Spielgerät aus aussichtsreicher Position über den Querbalken (74.).

In der 82. Spielminute war es erneut Cunha, der nach einem Konter mit einem herrlichen Schlenzer an Müller scheiterte. Doch lange mussten die Bau-Weißen nicht mehr auf die Entscheidung warten. Der pfeilschnelle Radonjic schnappte sich im Mittelfeld das Leder und schloss nach starkem 40-Meter-Dribbling überlegt im Strafraum der Freiburger ab - 3:0 (85.)! Mit dieser herrlichen Einzelleistung war der Deckel endgültig drauf.

Die Herthaner empfangen am kommenden Sonntag (18 Uhr/Sky) im dritten Spiel binnen einer Woche Arminia Bielefeld zum wichtigen Abstiegsgipfel im Olympiastadion. Der Sport-Club tritt am selben Tag (13.30 Uhr/DAZN) im RheinEnergieSTADION beim 1. FC Köln an und kann den Berlinern Schützenhilfe im Abstiegskampf leisten.

Titelfoto: Annegret Hilse/Reuters-Pool/dpa

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