Hertha droht Luxusproblem: Verliert Piatek seinen Stammplatz an Cordoba?

Berlin - Der Ärger über die frühe vergleichsweise frühe Auswechslung war schnell verfolgen. Nach rund einer Stunde musste Krzysztof Piatek (25) Platz machen für den erst am vergangenen Dienstag verpflichteten Jhon Cordoba (27).

Krzysztof Piatek (25) hat mit Jhon Cordoba (27) neue Konkurrenz bekommen.
Krzysztof Piatek (25) hat mit Jhon Cordoba (27) neue Konkurrenz bekommen.  © John Macdougall/AFP-Pool/dpa, Carmen Jaspersen/dpa

Es dauerte nur wenige Sekunden, ehe der Kolumbianer zeigen konnte, warum er geholt wurde. Der 27-Jährige behauptete klasse den Ball, sodass Vladimir Darida (30) Matheus Cunha (21) bedienen konnte. Der Rest war nur noch Formsache.

Auch Piatek, der gerade hinterm Tor auf dem Weg zur Auswechselbank war, ließ es sich nicht nehmen, mit seinen Mannschaftskollegen das zwischenzeitliche 3:0 auf dem Platz zu feiern. Der ehemalige Milan-Star dürfte aber geahnt haben, dass ihn schon am Freitagabend die Bank droht.

Zumal Cordoba seine Leistung noch mit einem Treffer krönen konnte. "Er hat ein Tor vorbereitet, ein Tor gemacht, das ist eine gute Quote. Ich habe nichts dagegen, wenn es so weitergeht", lobte Bruno Labbadia (54) bereits nach dem Spiel.

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Mit dem kräftigen Mittelstürmer hat Hertha BSC, die in Bremen erstmals im 4-4-2 aufliefen, ganz andere Möglichkeiten. 

Herthas neuer 15-Millionen-Mann legte nicht nur die Bälle ab, sondern hatte schon vor seinem Treffer zwei gute Möglichkeiten.

Bruno Labbadia: "Da geht noch mehr"

Dodi Lukebakio (r.) trifft zum 2:0. Theodor Gebre Selassie kann den Einschlag nicht verhindern.
Dodi Lukebakio (r.) trifft zum 2:0. Theodor Gebre Selassie kann den Einschlag nicht verhindern.  © Carmen Jaspersen/dpa

Blieb der Hauptstadt-Klub in den letzten drei Testspielen noch torlos, sieht das plötzlich ganz anders aus. Die Offensivkräfte um Piatek, Cordoba, Cunha oder Dodi Lukebakio (zwei Tore in Braunschweig, eins in Bremen) befinden sich schon jetzt in bestechender Frühform. 

In den letzten zwei Spielen erzielte die Alte Dame jeweils vier Tore. Schon bei der Pokal-Blamage in Braunschweig (4:5) hätten die vier Treffer eigentlich reichen müssen, doch durch schwere Patzer brachten sich die Berliner selbst um den Lohn.

"Wir haben da vorn jetzt einen großen Konkurrenzkampf und sind unberechenbarer geworden", freut sich Manager Michael Preetz im "Kicker". 

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Cunha gehörte - wie schon im DFB-Pokal - zu den Auffälligsten. Der Brasilianer, der Ondrej Dudas Rückennummer 10 übernommen hat, war immer anspielbar, jagte bei Ballverlust sofort hinterher und belohnte sein Spiel mit dem zwischenzeitlichen 3:0.

Dennoch sieht Labbadia noch Steigerungspotential. "Es wäre sehr einfach, wenn man nach zwei Spielen, in denen wir die Tore gemacht haben, meinen würde, es wäre schon alles gut. Ich sehe uns da vorne noch lange nicht so weit. Es gibt noch einiges, was wir besser machen müssen. Da geht noch mehr."

Angesichts von acht Toren in zwei Pflichtspielen klingt das fast schon wie eine Drohung. Ob dann aber Piatek oder Cordoba gegen Eintracht Frankfurt in der Startelf stehen, wird sich zeigen. Selbst eine Doppelspitze ist nicht ausgeschlossen.

Titelfoto: John Macdougall/AFP-Pool/dpa, Carmen Jaspersen/dpa

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