Lob für Hertha-Star Lukebakio: "Wenn er so spielt, kann man Dodi richtig lieben"

Berlin - Mit der Aufstellung hatte Pal Dardai (45) selbst die Medienabteilung von Hertha BSC überrascht. Die hatte eine Stunde vor Anpfiff auf Twitter noch verkündet, dass Krzysztof Piatek (25) und Jhon Cordoba (27) die Doppelspitze gegen Bayer 04 Leverkusen (3:0) bilden würden. Herthas Pistolero saß zunächst aber nur auf der Bank.

Dodi Lukebakio (23) jubelt nach seinem verwandelten Elfmeter gegen den FC Augsburg. Der Belgier wurde auch gegen Bayer Leverkusen zum Matchwinner.
Dodi Lukebakio (23) jubelt nach seinem verwandelten Elfmeter gegen den FC Augsburg. Der Belgier wurde auch gegen Bayer Leverkusen zum Matchwinner.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild POOL/dpa

Dardai entschied sich für den konterstarken Dodi Lukebakio (23) und sollte damit komplett richtig liegen. Der Belgier wurde zum Matchwinner, war an allen drei Treffern beteiligt.

Der 23-Jährige konnte jeweils die Vorlage zum 1:0 und zum 2:0 geben. Das 3:0 erzielte Cordoba zwar erst durch intensives Nachsetzen, mit seinem Schnittstellenpass auf Deyovaisio Zeefuik ermöglichte Luekbakio allerdings erst die Großchance.

"Wenn er so spielt, kann man Dodi richtig lieben", lobte Dardai den Flügelspieler nach seiner starken Vorstellung.

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Beinah hätte er seine Leistung noch mit einem Tor gekrönt. Kurz nach dem Seitenwechsel erhöhte Lukebakio auf 4:0, doch weil Cordoba vorher die Hand zu Hilfe genommen hatte, zählt sein Treffer nicht.

"Als kreativer Spieler ist es schwierig, immer so zu spielen, aber er hat es drauf."

Schon beim Abstiegskrimi gegen Augsburg wurde Lukebakio zum Spieler des Spiels, als er die Verantwortung übernahm und den Last-Minute-Elfmeter sicher verwandelt hatte. Dennoch saß die Offensivkraft eine Woche später bei Borussia Dortmund (0:2) erneut nur auf der Bank.

Dodi Lukebakio hatte bei Hertha BSC seinen Stammplatz verloren

Matheus Cunha (r.) bedankt sich nach seinem Treffer zum 2:0 bei Vorlagengeber Dodi Lukebakio.
Matheus Cunha (r.) bedankt sich nach seinem Treffer zum 2:0 bei Vorlagengeber Dodi Lukebakio.  © Annegret Hilse/Reuters/POOL/dpa

Unter Dardai ist Hertha weg vom Ballbesitzfußball und hin zum Umschaltspiel. Ein System, das eigentlich wie geschaffen ist für den schnellen Lukebakio, der immer wieder an der Abseitslinie lauert. Doch der belgische Nationalspieler lässt auch im zweiten Jahr in Berlin oftmals die Geradlinigkeit in seinem Spiel vermissen.

Spielte der Flügelflitzer in den ersten vier Spielen unter dem Ungarn noch jeweils von Anfang an, hatte er zuletzt seinen Stammplatz verloren. Der Sieg gegen Leverkusen war der erste Startelf-Einsatz seit dem 0:3 gegen RB Leipzig.

In dieser Form dürfte der ehemalige Düsseldorfer aber auch gegen den 1. FC Union Berlin den Vorzug vor Derbyheld Piatek erhalten.

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Denn ausgerechnet seine Lockerheit, die so manchen Hertha-Fan in den letzten Wochen zur Verzweiflung trieb, könnte der entscheidende Vorteil sein.

Der Druck im Abstiegskampf bleibt angesichts von nur zwei Punkten Vorsprung auf Platz 17 groß. Da kann der Hauptstadt-Klub einen mutigen und stets positiven Lukebakio gut gebrauchen.

Titelfoto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild POOL/dpa

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