Herthas Tousart über Klinsmann-Abgang: "Das war ein bisschen heikel"

Berlin - Ende Januar unterschrieb Lucas Tousart (23) seinen Vertrag bei Hertha BSC. Knapp zwei Wochen später war auch schon der Trainer weg: Jürgen Klinsmann (56) gab nach gerade mal 76 Tagen seinen Rücktritt bekannt - via Facebook!

Hertha-Neuzugang Lucas Tousart beim Training.
Hertha-Neuzugang Lucas Tousart beim Training.  © Andreas Gora/dpa

Ein einmaliger Vorgang in der Fußball-Bundesliga. Mitten im Abstiegskampf schmiss der ehemalige Bundestrainer das Handtuch. 

Eine Entscheidung, die nicht nur in Deutschland für Verwunderung gesorgt hatte. "Das war ein bisschen heikel", erinnert sich Herthas Rekord-Einkauf Tousart im Interview mit der Sport Bild. 

"Von außen, in Frankreich, hat man das alles nicht nachvollziehen können. Ich selbst auch nicht. Ich habe nicht wirklich verstanden, warum er einfach gegangen ist."

Der 56-Jährige hatte die Berliner nach dem Aus von Ante Covic (44) übernommen, wollte dem Hauptstadt-Klub zu neuem Glanz verhelfen. Aus der Alten Dame sollt ein Big-City-Club werden. 

Doch weil eine Vertragsverlängerung mit weitreichenden Kompetenzen für Klinsmann nicht zustande kam, verließ der Wahl-Kalifornier Hals über Kopf Berlin

Hertha stand plötzlich ohne Trainer da. Ex-Klinsmann-Assistent Alexander Nouri (40) stieg zum Chefcoach aus, wurde in der Corona-Pause aber durch Bruno Labbadia (54) ersetzt.

Für Tousart, der die Rückrunde bei Olympique Lyon gespielt hatte, war der überraschende Klinsmann-Abgang ohnehin kein Problem. An seiner Entscheidung für Hertha hätte sich nichts geändert. "Ich dachte: Dann wirst du dich eben bei einem anderen Trainer beweisen müssen. Michael Preetz wollte mich unbedingt holen, hat mir viel Vertrauen geschenkt. Ich habe nicht gezögert."  

Jürgen Klinsmann trat bereits nach wenigen Wochen zurück.
Jürgen Klinsmann trat bereits nach wenigen Wochen zurück.  © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Für Hertha hatte der Franzose gar auf die Champions League verzichtet. Stattdessen bereitet sich der 23-Jährige auf seine erste Bundesliga-Saison vor. Mit dem Neuzugang bekommen die Blau-Weißen einen Spielertypen im Zentrum, den sie so noch nicht hatten.

"Er ist jemand, der strategisch Fußball spielen kann. Er hat ein gutes Raumgefühl. Es ist schlau, wie er Bälle klaut", lobte sein neuer Coach Labbadia nach den ersten Trainingseindrücken. 

Titelfoto: Andreas Gora/dpa

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