Platz sieben in Reichweite: Stürmen Herthas junge Wilde nach Europa?

Berlin - Was geht noch in dieser Saison für Hertha BSC? Die Berliner sind unter Bruno Labbadia (54) furios aus der Corona-Pause gekommen. Nur Bayern (15) und Dortmund (12) konnten mehr Punkte holen als Hertha (10). 

Raphael Guerreiro (26) im Zweikampf mit Herthas Jessic Ngankam (19, r.).
Raphael Guerreiro (26) im Zweikampf mit Herthas Jessic Ngankam (19, r.).  © Lars Baron/Getty Images Europe/Pool/dpa

Gegen den BVB gab es zwar den ersten Dämpfer, doch am Samstag gegen Eintracht Frankfurt gibt es bereits die nächste Chance, die Geister-Bilanz zu verbessern. Selbst Europa ist noch in Reichweite.

Das liegt vor allem am kommenden Gegner. Die Eintracht ist nach einem tollen Kampf im DFB-Pokal-Halbfinale am FC Bayern München gescheitert. Mit dem Rekordmeister und Bayer Leverkusen als Finalisten reicht Platz sieben für die Europa League.

Auf Rang neun haben die Berliner (38) fünf Punkte Rückstand auf die siebtplatzierte TSG Hoffenheim. Dennoch übt sich Labbadia weiter in Zurückhaltung. 

"Ich bleibe dabei, wir machen uns wenig Gedanken, was in vier Spielen ist", so der Hertha-Coach auf der virtuellen Pressekonferenz. "Wenn wir eine Chance hätten, würden wir zugreifen. Klar ist aber auch, dass wir ein unfassbar intensives Restprogramm haben."

Die letzten vier Gegner heißen Frankfurt, Freiburg, Leverkusen und Gladbach. Alles Vereine mit Ambitionen. "Wir lassen es auf uns zukommen. Fakt ist: Für uns zählt das, was wir jetzt machen, auch für die neue Saison."

Mit der Eintracht kommt so etwas wie ein Lieblingsgegner von Labbadia ins Olympiastadion. In elf Bundesligaspielen hat der 54-Jährige noch nie verloren. "Ich bin ja gebürtiger Hesse, vielleicht liegt es daran, dass ich ganz in der Nähe aufgewachsen bin."

Hertha BSC muss wahrscheinlich weiter auf Cunha verzichten

Bruno Labbadia (54) will den nächsten Heimsieg.
Bruno Labbadia (54) will den nächsten Heimsieg.  © Hannibal Hanschke/Reuters Pool/dpa

Dennoch erwartet sowohl der Übungsleiter als auch Manager Michael Preetz eine intensive Partie. "Es ist zu beobachten in dieser Saison: Immer dann, wann man meint, sie haben ein größeres Problem, sind sie in der Lage zurückzuschlagen", so Preetz. "Sie werden trotz des Ausscheidens eher Selbstvertrauen ziehen aus dem Pokalspiel in München."

Verzichten muss Herthas Coach vermutlich weiterhin auf Matheus Cunha. Der Brasilianer wurde bei der 0:1-Niederlage in Dortmund schmerzlich vermisst. Seine mutige Spielweise hätte der Alten Dame in der Offensive gutgetan - auch weil sich sein Vertreter Javairo Dilrosun schon früh verletzte. Für den Niederländer ist die Saison gelaufen.

Das droht auch Leihgabe Marius Wolf, der nun einen Airwalker tragen muss, um seinen Fuß ruhig zu stellen. Da auch Mathew Leckie mit Oberschenkelproblemen ausfällt, gehen Hertha auf den Außenbahnen langsam die Alternativen aus. 

Immerhin steht einem Einsatz von Linksverteidiger Marvin Plattenhardt nichts im Wege. Der 28-Jährige musste wie Cunha aufgrund einer Gehirnerschütterung zuletzt passen.

Vermutlich wird Vertreter Maximilan Mittelstädt eine Position nach vorne geschoben. Womöglich könnte aber auch Jessic Ngankam oder Lazar Samardzic erstmals von Anfang an spielen. Labbadia hat bereits gezeigt, dass er keine Angst hat, den Talenten eine Chance zu geben. Schon beim BVB ersetzte Ngankam in der Pause den schwachen Lukebakio.

"Die drei (Dardai, Ngankam, Samardzic) gehören momentan voll dazu. Wir trauen ihnen immer zu, dass sie eingesetzt werden können", so Labbadia, der aber bemerkte, dass auch die Eigengewächse mit der langen Pause zu kämpfen haben.

Titelfoto: Lars Baron/Getty Images Europe/Pool/dpa

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