Preetz packt über Klinsmann-Abgang aus: "So, tschüss! Ich bin dann mal weg"  

Berlin - Mit diesem Abgang sorgte Jürgen Klinsmann nicht nur in Berlin für erstaunte Gesichter. Der ehemalige Bundestrainer sollte Hertha BSC zu neuem Glanz verhelfen und schmiss völlig überraschend nach gerade mal 76 Tagen das Handtuch - mitten im Abstiegskampf!

Michael Preetz (52) spricht im Podcast der "Bild"-Zeitung ausführlich über den Abgang von Jürgen Klinsmann.
Michael Preetz (52) spricht im Podcast der "Bild"-Zeitung ausführlich über den Abgang von Jürgen Klinsmann.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Nachdem sich Herthas Kurzzeit-Trainer erst über Facebook-Live und später noch über sein veröffentlichtes Protokoll zu Wort gemeldet hatte, hat sich nun auch Manager Michael Preetz im "Bild"-Podcast "Phrasenmäher" ausführlich zum Abgang geäußert. 

Es war im wahrsten Sinne des Wortes ein kurzer Moment. "Denn er ist zu mir und auch zu meiner Assistentin ins Büro gekommen und hat einfach nur gesagt: 'So, tschüss! Ich bin dann mal weg!'"

Ehe sie realisieren konnten, was da gerade passiert ist, war Klinsmann auch schon weg. Erst im Trainerbüro konnte Preetz den Coach noch einmal antreffen. 

"Da war aber ein Gespräch nicht mehr möglich, was ja auch vorher nicht möglich war, weil er sich offensichtlich für einen anderen Weg entschieden hat. Quasi im Rausgehen hat er den Finger schon am berühmten Abzug gehabt und hat seinen Facebook-Post online gestellt und damit dann auch wirklich für Fakten gesorgt", so Preetz.

Für den 52-Jährigen gab es keinerlei Anzeichen, zumal die Berliner bis dato sportlich auf einem guten Weg waren. Von dem Abgang wurden die Herthaner völlig überrumpelt. "Ich konnte nicht vorhersehen, dass es im Jahr 2020 noch Menschen gibt, die sich umdrehen und einfach gehen."

Hertha BSC wurde über das Klinsmann-Protokoll informiert

Da war die Welt noch in Ordnung. Michael Preetz stellt Jürgen Klinsmann als Cheftrainer von Hertha BSC vor.
Da war die Welt noch in Ordnung. Michael Preetz stellt Jürgen Klinsmann als Cheftrainer von Hertha BSC vor.  © Andreas Gora/dpa

Als sich die Lage in Berlin halbwegs beruhigt hatte, verschärfte sich die Situation noch einmal. Auf 22 Seiten rechnete Klinsmann mit seinem Tagebuch schonungslos ab. Im Blickpunkt der Kritik stand wieder einmal der Geschäftsführer Sport. So müsse die Geschäftsleitung einmal komplett ausgetauscht werden.

Zwei Tage vor Erscheinen der neuen Ausgabe der Sport Bild, die das Protokoll abgedruckt hatten, wurde Hertha BSC per Mail über die Klinsmann-Papers informiert. 

Preetz selbst habe das Protokoll nur einmal gelesen - und das habe ihm auch schon gereicht. "Wir waren angemessen fassungslos."

Obwohl Klinsmann offenbar gravierende Mängel und Fehler im Verein erkannt hatte, soll er nie das Gespräch gesucht haben. Ihn umzustimmen, war nicht mehr möglich. 

"Ich kenne es so, dass wenn Probleme auftreten, man darüber spricht. Er hat auf meine Fragen jedoch nur noch mit 'Neenee, da gibt's nichts mehr zu reden. Ich gehe jetzt' geantwortet und ist zurück nach Kalifornien."

Seitdem herrscht zwischen Preetz, der von Klinsmann heftig kritisiert worden war und dem Schwaben Funkstille.

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