Hertha BSC: Ergebniskrise oder Abstiegskampf?

Berlin - Eine Niederlage, die Hoffnung macht? Hertha BSC verliert auch gegen RB Leipzig (1:2) das vierte Spiel in Folge. Dabei haben die Berliner fast nichts falsch gemacht. Wie schon in München (3:4) hätte die Alte Dame mindestens einen Punkt verdient gehabt, steht aber am Ende erneut mit leeren Hände da.  

Schiedsrichter Tobias Stieler zeigt Berlins Deyovaisio Zeefuik die Gelb-Rote-Karte.
Schiedsrichter Tobias Stieler zeigt Berlins Deyovaisio Zeefuik die Gelb-Rote-Karte.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Schlimmer noch: Mit nur drei Punkten aus fünf Spielen ist der schlechteste Saisonstart seit elf Jahren (2009/2010) perfekt. Damals endete die Saison mit dem Abstieg.

Klar ist: Hertha ist besser als es der Tabellenplatz (15.) aussagt, doch neun Niederlagen in elf Pflichtspielen sind alarmierend. Statt in Richtung der Europapokalplätze geht der Blick nach unten. Droht schon wieder eine Saison im Abstiegskampf?

"Mit drei Punkten aus den ersten fünf Spieltagen kann und darf man nicht zufrieden sein. Aber ich bin davon überzeugt, dass die Mannschaft auf Dauer erfolgreich sein wird", erklärte Michael Preetz (53) auf der Mitgliederversammlung am Tag nach dem 1:2 in Leipzig.

Wenige Stunde zuvor hatte der Manager den Schuldigen für die erneute Pleite bereits ausgemacht: Schiedsrichter Tobias Stieler. 

"Dieses sehr intensive Spiel hätte einen guten Schiedsrichter verdient gehabt. Das war heute eben nicht der Fall", schimpfte Preetz.

Hertha BSC bringt sich immer wieder selbst um den Lohn

Herthas Omar Alderete feierte gegen RB Leipzig sein Bundesliga-Debüt.
Herthas Omar Alderete feierte gegen RB Leipzig sein Bundesliga-Debüt.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Stieler hatte den zur Pause eingewechselten Deyovaisio Zeefuik (22) nach nicht einmal fünf Minuten mit Gelb-Rot vom Platz geschickt. Eine äußerst harte Entscheidung, auch wenn der Rechtsverteidiger sicher geschickter hätte agieren können. 

"Im Fußball ist es eigentlich so, dass der Sport und die Leistungen der beiden Mannschaften im Vordergrund stehen sollten. Den Eindruck hatte ich nicht."

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass sich die Berliner mal wieder selbst um den Lohn brachten. Auch mit zehn Mann gelang es der Mannschaft von Bruno Labbadia (54) lange, die Leipziger in Schach zu halten, bis ein individueller Fehler die Arbeit erneut zunichtemachte. 

Diesmal war es Jhon Cordoba (27), der Hertha erst in Führung gebracht hatte und ohne Not einen klaren Elfmeter verursacht hatte.

Ein Problem, das sich schon durch die ganze Saison zieht. Hinzu kommt, dass Labbadia nach dem großen Umbruch noch keine wirkliche Achse gefunden hat. 

Gegen Leipzig stand immerhin eine Mannschaft auf dem Platz, die viel kommuniziert und sich gegenseitig geholfen hat. Das war in dieser Spielzeit schon mal anders. Gelingt es aber nicht, die vielen individuellen Patzer abzustellen, könnte es ein ungemütlicher Herbst in Berlin werden. 

Titelfoto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

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