Hertha BSC muss wieder Zittern: Alte Dame patzt gegen 1. FSV Mainz 05!

Berlin - Will sich denn keiner retten? Hertha BSC hat den vorzeitigen Klassenerhalt verpasst. Gegen den 1. FSV Mainz 05 verlor die Alte Dame mit 1:2 (1:1) und muss jetzt auf den FC Bayern München hoffen.

Die Mannschaft versöhnte sich nach dem Trikot-Eklat mit den Fans in der Ostkurve.
Die Mannschaft versöhnte sich nach dem Trikot-Eklat mit den Fans in der Ostkurve.  © Soeren Stache/dpa

Silvan Widmer schoss die Gäste im mit 71.548 gut gefüllten Olympiastadion in Führung (25. Minute). Davie Selke glich kurz vor dem Halbzeitpfiff per Elfmeter zum 1:1 (45.+5). Stefan Bell traf für die Gäste zum 2:1-Auswärtssieg (81.).

Hausherren-Coach Felix Magath musste nach dem späten Nackenschlag bei Arminia Bielefeld (1:1) die Startelf auf zwei Positionen verändern. Vladimir Darida und Marton Dardai ersetzten den erkrankten Marco Richter und verletzten Marvin Plattenhardt (beide nicht im Kader).

Sein Gegenüber, M05-Coach Bo Svensson, vertraute fast exakt auf jene Elf, die mit 3:1gegen den FC Bayern München gewonnen hatte. Lediglich Finn Dahmen durfte sich im Tor beweisen. Die eigentliche Nummer eins Robin Zentner nahm auf der Bank Platz.

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Alles war angerichtet für den vorzeitigen Klassenerhalt: Traumhaftes Frühlingswetter, ein fast ausverkauftes Olympiastadion, dazu die Versöhnung mit den Fans (die Spieler gingen vor Anpfiff geschlossen in die Kurve), doch dafür kam es vor allem auf die Gastgeber an.

Sie wollten hier schon früh für klare Verhältnisse sorgen und starteten druckvoll. Bereits nach fünf Minuten hatte Selke die Führung auf dem Fuß, jagte die Kugel aber trotz freier Bahn am Kasten vorbei. Da war mehr drin!

Die Startelf von Hertha BSC

Die Anfangself des 1. FSV Mainz 05

Silvan Widmer bringt 1. FSV Mainz 05 in Führung, Davie Selke gleicht für Hertha BSC vor der Pause aus

Torschütze Silvan Widmer (r.) und Dominik Kohr bejubeln die Mainzer Führung.
Torschütze Silvan Widmer (r.) und Dominik Kohr bejubeln die Mainzer Führung.  © Soeren Stache/dpa

Mainz nahm den Kampf an und kam nun besser in die Partie. Immer wieder suchten sie den schnellen Jonathan Burkhardt.

Nachdem zunächst noch Marc Oliver Kempf gerade so das Zuspiel von Widmer verhindern konnte, war Marcel Lotka nur wenig später geschlagen. Widmer brach auf Außen durch und versuchte es aus spitzem Winkel. Lotka war zwar unten ließ die Kugel aber durch seine Arme über die Line kullern - 0:1 (25.). Da sah der Keeper nicht gut aus.

Hertha suchte durch Kevin-Prince Boateng die schnelle Antwort, fing sich aber beinahe den nächsten Treffer. Anton Stach schlenzte das Spielgerät sehenswert aus 20 Metern in die lange Ecke, doch der Linienrichter hob die Fahne. Leandro Barreiro hatte im Abseits gestanden und Lotka behindert. Der Treffer zählte nicht.

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Die Berliner knabberten sichtlich am Rückstand. Kurz vor dem Pausenpfiff gab es dann aber doch noch mal helle Aufregung. Nach einer Ecke ging Dedryck Boyata plötzlich zu Boden (45.+1).

Schiedsrichter Patrick Ittrich schaute sich die Szene noch einmal an und zeigte auf den Punkt. Selke blieb trotz sehr langer Wartezeit bis zur Ausführung cool und verwandelte den Strafstoß eiskalt zum 1:1 (45.+5).

Ausgleich von Hertha-Stürmer Davie Selke zählt nicht

Der Ausgleich. Davie Selke bejubelt seinen verwandelten Elfmeter zum 1:1.
Der Ausgleich. Davie Selke bejubelt seinen verwandelten Elfmeter zum 1:1.  © Soeren Stache/dpa

Wie schon im ersten Durchgang gehörte den Berlinern die erste gute Gelegenheit. Moussa Niakhatés Klärungsversuch wurde zum Torschuss, der aber nur ans Außennetz ging. Anschließend versuchte es Santiago Ascacibar per Seitfallzieher (50.).

Auf der anderen Seite hatten die Berliner Glück, dass der nächste Mainzer Treffer nicht zählte. Karim Onisiwo zimmerte die Pille kompromisslos ins Netz, hatte den Ball aber kurz zuvor mit dem Arm mitgenommen (52.).

Den Gästen war anzumerken, dass sie ihre schwache Auswärtsbilanz noch aufbessern wollten. Gerade durch die Standards sorgten sie immer wieder für Gefahr. Der Hauptstadtklub hingegen beschränkte sich zunehmend aufs Kontern.

Es entwickelte sich aus Berliner Sicht das erwartet eklige Spiel. Torchancen blieben zwar Mangelware, dafür war der Videobeweis aufseiten der Gastgeber.

Onisiwo blieb nach einer erneuten gefährlichen Ecke liegen, Ittrich ging daraufhin zum Monitor, blieb aber bei seiner Einschätzung. Kein Elfmeter.

Stefan Bell köpft den 1. FSV Mainz 05 zum Sieg, Luca Wollschläger und Davie Selke im Pech

Hertha-Keeper Marcel Lotka (o.) sah beim 0:1 nicht gut aus, zeigte davon abgesehen aber eine starke Leistung.
Hertha-Keeper Marcel Lotka (o.) sah beim 0:1 nicht gut aus, zeigte davon abgesehen aber eine starke Leistung.  © Soeren Stache/dpa

Den Hausherren war die Nervosität anzumerken. Sie agierten in dieser Phase viel zu passiv und konnten sich bei ihrem Schlussmann bedanken, nicht zurückzuliegen.

Mit seinem Bein entschärfte der Keeper einen Kopfball von Stach aus kürzester Distanz (75.). In der 81. Minute war dann aber auch Lotka machtlos.

Nach einer Ecke stieg Bell am höchsten und nickte zur Führung ein - 1:2. Das hatte sich angekündigt. Der BSC warf noch einmal alles nach vorne und hatte gleich doppelt Pech.

Erst klatschte der Versuch des eingewechselten Luca Wollschläger an den Pfosten, dann zählte Selkes Treffer nicht. Ittrich hatte beim leichten Schubser gegen Aaron auf Foul entschieden (90.). Eine harte und bittere Entscheidung.

Die Alte Dame muss damit nun gebannt nach München schauen. Dort empfängt der Rekordmeister den VfB Stuttgart. Nur, wenn die Bayern gewinnen, ist Hertha auch gerettet.

Die Alte Dame muss im Saisonfinale am Samstag zu Borussia Dortmund (15.30 Uhr/Sky). Mainz empfängt zeitgleich Eintracht Frankfurt.

Titelfoto: Soeren Stache/dpa

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