Hertha nach Peinlich-Auftritt wieder in der Krise: "Könnten uns in den Ar*** beißen"

Berlin - Es bleibt dabei: Hertha BSC ist in dieser Saison ein absolutes Rätsel. Dem geglückten Jahresauftakt gegen FC Schalke 04 (3:0), folgt der nächste Rückschlag. Schlimmer noch: Durch den erneut schwachen Auftritt sind die so ambitionierten Berliner zurück im Abstiegskampf.

Bruno Labbadia kann den schwachen Auftritt seiner Mannschaft nicht verstehen.
Bruno Labbadia kann den schwachen Auftritt seiner Mannschaft nicht verstehen.  © Friso Gentsch/dpa

Da half auch der Glücksmantel von Bruno Labbadia (54) nichts. Seine Mannschaft hatte den 54-Jährigen abermals im Stich gelassen. Dabei waren sich die Verantwortlichen so sicher, dass es Hertha nach den Rückschlägen vor der Weihnachtspause jetzt endlich verstanden hat.

Sie wollten endlich den zweiten Sieg nacheinander. Das ist den Berlinern in dieser Saison noch gar nicht gelungen. Auf dem Platz war davon aber wenig bis gar nichts zu sehen.

Die Alte Dame begann zwar kontrolliert und hatte durch Jhon Cordoba (27), der zweimal den Ball nicht richtig traf, die ersten Halbchancen, bauten danach aber immer mehr ab.

Konnte man die enttäuschende Nullnummer ohne Torschuss gegen Mainz und die anschließende Freiburg-Klatsche (1:4) aufgrund des unglücklichen Spielverlaufs womöglich noch als Ausrutscher betrachten, ist eine klare Tendenz zu erkennen.

Die Berliner bekommen einfach keine Konstanz rein. Durch den erneuten erschreckend schwachen Auftritt hat der Hauptstadt-Klub nun bereits die siebte Niederlage kassiert.

"Wir haben heute die entscheidenden Zweikämpfe verloren. Dafür können wir uns echt in den Arsch beißen. Wir sind enttäuscht über die Niederlage und die Art und Weise", sagte Labbadia auf der Pressekonferenz.

Hertha BSC mit erneut erschreckend schwacher Leistung

Herthas Jhon Cordoba steht nach der Niederlage enttäuscht auf dem Platz.
Herthas Jhon Cordoba steht nach der Niederlage enttäuscht auf dem Platz.  © Friso Gentsch/dpa

Die Mängelliste ist lang: Ohne den verletzten Matheus Cunha (21) ist Herthas Millionentruppe völlig harmlos. Es fehlt an Tempo, Ideen, Kreativität und Leidenschaft.

Auffällig ist, dass sich die Berliner besonders gegen kompakte Gegner, die über Zweikämpfe kommen, besonders schwer tut. Im Gegensatz zum Aufsteiger hat bei Hertha keiner richtig den Kampf angenommen.

"Wir waren da einen Tick nicht so wach. Daraus müssen wir lernen und die Schlüsse ziehen", sagte Kapitän Niklas Stark (25) am Sky-Mikrofon und fügte hinzu: "Wir müssen solche Spiele richtig angehen. Wenn man Gegenwehr bekommt, auch körperlich, müssen wir das besser annehmen."

Schon vor dem Seitenwechsel hatten die Gäste Glück, dass Schiedsrichter Guido Winkmann den Elfmeter der Bielefelder nach Sichtung der Bilder zurücknahm. Stark hatte Fabian Klos (33) zuvor mit einem Trikotzupfer zu Fall gebracht.

Nach dem Seitenwechsel stand Winkmann erneut im Mittelpunkt. Reinhold Yabo (28) hatte sich grenzwertig gegen Peter Pekarik (34) Platz verschafft und erzielte dadurch das 1:0. Die Proteste nützten nichts. Der Treffer zählte.

Hertha BSC beim 1. FC Köln schon wieder unter Druck

Krzysztof Piatek erzielt das vermeintliche 1:1.
Krzysztof Piatek erzielt das vermeintliche 1:1.  © Friso Gentsch/dpa -

Auch anschließend war von einem Aufbäumen nichts zu sehen. Labbadia brachte für die Offensive frischen Wind, wirklich gefährlich wurde es aber nicht.

Krzysztof Piateks (25) vermeintlicher Ausgleichstreffer zählte wegen Handspiels zu Recht nicht. Einen Punkt verdient, hätten die Herthaner nach diesem Auftritt aber auch nicht.

"Es gab keine Anzeichen, dass es so kommt, daher ist es sehr schade. In den letzten Wochen und mit dem Spiel gegen Schalke haben wir das Gefühl gehabt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wir waren fest davon überzeugt, heute den nächsten Schritt zu gehen. Das haben wir nicht getan, das haben wir uns selbst zuzuschreiben", wundert sich auch Labbadia über diese erneut dürftige Leistung.

Die Alte Dame ist damit zurück im Abstiegskampf und steht erneut unter Druck. Am Samstag (15.30 Uhr/Sky) geht es zum derzeitigen Tabellensechzehnten 1.FC Köln. Verliert der Hauptstadt-Klub erneut, beträgt der Vorsprung auf den Relegationsplatz nur noch zwei Punkte.

Titelfoto: Friso Gentsch/dpa

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