Hertha BSC nur das Beiwerk eines historischen Abends für den BVB

Berlin - Das war nichts: Erneut wird Hertha BSC eine Länderspielpause zum Verhängnis und bringt den Hauptstadtklub nach dem überzeugenden 3:0-Sieg beim FC Augsburg wieder aus dem Tritt. Hertha-Coach Bruno Labbadia (54) muss nach der krachenden 2:5-Niederlage gegen Borussia Dortmund nun erst einmal wieder Aufbauarbeit leisten. Dabei hatte alles so gut angefangen.

Matheus Cunha (21, r.) jubelt neben Dodi Lukebakio (23) über seinen Treffer zum 1:0. In der zweiten Halbzeit erzielte der brasilianische Stürmer auch noch das zwischenzeitliche 2:4 von Elfmeterpunkt aus.
Matheus Cunha (21, r.) jubelt neben Dodi Lukebakio (23) über seinen Treffer zum 1:0. In der zweiten Halbzeit erzielte der brasilianische Stürmer auch noch das zwischenzeitliche 2:4 von Elfmeterpunkt aus.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/ZB

Die Berliner kamen gut in die Partie rein und machten den Dortmundern beim Spielaufbau besonders im Mittelfeld das Leben schwer.

Hierbei fungierte der stark aufspielende Franzose Matteo Guendouzi (21) als ständiger Unruheherd und Antreiber der Hertha, die sich in der 33. Minute schließlich durch einen sehenswerten Distanzschuss von Matheus Cunha (21) mit der 1:0-Führung belohnte.

BVB-Top-Torjäger Erling Haaland (20) war in der ersten Halbzeit gut bei den Innenverteidigern Dedryck Boyata (29) und Omar Alderete (23) aufgehoben, doch das sollte sich nach der Pause schlagartig ändern.

Die Borussen kamen mit viel Schwung aus der Kabine und setzten die Herthaner sofort mächtig unter Druck. Und dann begann sie, die große Haaland-Gala im Berliner Olympiastadion.

Bereits zwei Minuten nach der Pause drehte der norwegische Sturmtank mit zwei Treffern in nur zwei Minuten die Partie und versetzte den Blau-Weißen einen Nackenschlag, von dem sie sich nicht mehr erholten.

Erling Haaland schießt Hertha BSC zurück in die Krise

Erling Haaland (20, Mitte) bejubelt mit seinen Teamkameraden seinen Treffer zum 3:1. Der Norweger traf im Berliner Olympiastadion zum ersten Mal vierfach in der Bundesliga.
Erling Haaland (20, Mitte) bejubelt mit seinen Teamkameraden seinen Treffer zum 3:1. Der Norweger traf im Berliner Olympiastadion zum ersten Mal vierfach in der Bundesliga.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Im Gegenteil, der Hauptstadtklub brach jetzt regelrecht auseinander und lud den Norweger nach krassem Abwehrfehler in der 62. Minute zum lupenreinen Hattrick ein.

"Wir haben die Tore zu einfach kassiert. Wir haben das Spiel sehr einfach aus der Hand gegeben und das ist ärgerlich", sagte Labbadia nach der Partie.

Sinnbildlich für die Leistung der Alten Dame in der zweiten Halbzeit war vielleicht das 4:1 von Raphaël Guerreiro (26), der in der 70. Minute auf dem Boden sitzend den Ball an Hertha-Keeper Alexander Schwolow (28) vorbei spitzelte und einfach wesentlich Gedankenschneller als sein Gegenspieler war.

Dank eines unberechtigten Elfmeters, den Cunha sicher zum 2:4-Anschlusstreffer verwandelte, keimte nochmals kurz Hoffnung bei den Hauptstädtern auf.

An dieser Stelle sei die Funktion des VAR hinterfragt, denn in der Zeitlupe kann man deutlich erkennen, dass Guendouzi den Strafstoß provoziert hat, indem er sich bei seinem Gegenspieler einhakte.

Youssoufa Moukoko schreibt mit seiner Einwechslung Bundesliga-Geschichte

Youssoufa Moukoko (16, Mitte) setzt sich gegen Herthas Deyovaisio Zeefuik (22, l.) und Dedryck Boyata (29) durch. Der Dortmunder avancierte dank seiner Einwechslung zum jüngsten Spieler der Bundesliga-Geschichte.
Youssoufa Moukoko (16, Mitte) setzt sich gegen Herthas Deyovaisio Zeefuik (22, l.) und Dedryck Boyata (29) durch. Der Dortmunder avancierte dank seiner Einwechslung zum jüngsten Spieler der Bundesliga-Geschichte.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Doch das sollte nur eine Randnotiz an einem denkwürdigen Abend bleiben, denn Herr Haaland hatte immer noch Tor-Hunger und erstickte die Hoffnungen der Berliner quasi im Gegenzug mit seiner vierten Bude im Keim - der erste Bundesliga-Viererpack des Norwegers, den Labbadia im Nachhinein als "eiskalt" bezeichnete.

So richtig historisch wurde es dann in der 85. Minute, als Dortmund-Coach Lucien Favre (63) dem 16-jährigen Youssoufa Moukoko einen Tag nach dessen Geburtstag einen Bundesliga-Rekord schenkte. Der Deutsch-Kameruner löste mit Nuri Sahin (32) ebenfalls einen Schwarz-Gelben als jüngsten Spieler der Bundesliga-Geschichte ab.

Und Hertha? Keine Spur von Gegenwehr und Stürmer Krzysztof Piatek (25) hing quasi bis zu seiner Auswechslung komplett in der Luft! Bruno Labbadia muss schnelle Aufbauhilfe leisten, denn mit Bayer 04 Leverkusen wartet am kommenden Sonntag (15.30 Uhr/Sky) gleich der nächste schwere Gegner auf die Alte Dame.

"Natürlich geht das auf die Psyche", befürchtet der 54-Jährige einen Knacks vor den nächsten Aufgaben. "Da hat jede Mannschaft dran zu knabbern".

Sollte die Partie gegen den Tabellendritten aus Leverkusen auch noch in die Hose gehen, stehen die Vorzeichen für das Stadtderby gegen den 1. FC Union Berlin am 4. Dezember (20.30 Uhr/DAZN) denkbar schlecht. Schon jetzt ist klar, dass Hertha nicht als Berlins Nummer eins in das prestigeträchtige Spiel gehen wird.

Titelfoto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/ZB (Bildmontage)

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