"Schnell wie ein Känguru": Finden die Hertha-Stars um Lukebakio und Co. wieder in die Spur?

Berlin - Ein Trainerwechsel ist immer auch eine Chance, vor allem für diejenigen, die zuletzt einen schweren Stand hatten. Ein Paradebeispiel dafür könnte Dodi Lukebakio (23) sein. Der Belgier, der vergangenes Jahr als Rekord-Einkauf für rund 20 Millionen Euro vom FC Watford zu Hertha BSC wechselte, bleibt auch eineinhalb Jahre später ein Rätsel.

Herthas Dodi Lukebakio (23, r.) und Unions Julian Ryerson kämpfen um den Ball. Der Belgier wurde
Herthas Dodi Lukebakio (23, r.) und Unions Julian Ryerson kämpfen um den Ball. Der Belgier wurde  © Odd Andersen/AFP-POOL/dpa

Das Experiment als Spielmacher missglückte und auch gegen die TSG 1899 Hoffenheim lieferte der Außenbahnspieler nach seiner Einwechslung kein Bewerbungsschreiben ab. Die Folge: Bei der jüngsten Heimklatsche gegen den SV Werder Bremen (1:4) schaffte er es nicht mal in den Kader.

Von einem Denkzettel wollte Bruno Labbadia (54) am Sky-Mikrofon zwar nicht sprechen, kritisierte den Hertha-Star aber heftig, auch weil die Trainingsleistungen nicht gestimmt haben. Diesen Eindruck kann Rückkehrer Pal Dardai (44) zumindest nicht bestätigen.

"Ich bin positiv überrascht. Er läuft so schnell wie ein Känguru", lobt der Ungar den Flügelstürmer. "Bei mir hat er top trainiert."

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Die Chancen stehen nicht schlecht, dass Lukebakio am Samstag gegen Eintracht Frankfurt (15.30 Uhr/Sky) wieder in der Startelf stehen wird. "Es dürfte keine Überraschung sein. Er ist ein Unterschiedsspieler."

Der ehemalige Düsseldorfer und Bayern-Schreck ist aber nicht der einzige, der in den zwei Trainingseinheiten einen positiven Eindruck hinterlassen hat. Krzysztof Piatek (25) hat schon mal angedeutet, wie kaltschnäuzig der Ex-Mailänder vor dem Kasten ist. "Was Krzysztof im Training macht, ist eine Riesen-Überraschung für mich. Seine Bewegung. Er ist ein richtiger Mittelstürmer."

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Krzysztof Piatek erzielte all seine vier Saisontore als Joker.
Krzysztof Piatek erzielte all seine vier Saisontore als Joker.  © Odd Andersen/AFP-POOL/dpa

Der Pole kam zwar in dieser Saison in jedem Spiel zum Einsatz, pendelt aber zwischen Startelf und Bank. Kurios: All seine vier Saisontore erzielte der Torjäger von der Bank aus. Mit seinen sechs Toren (von insgesamt acht Treffern in der Bundesliga) nach einer Einwechslung ist Piatek der erfolgreichste Joker der Vereinsgeschichte.

Ob er aber wie schon zuletzt mit Jhon Cordoba (27) eine Doppelspitze bilden könnte, wollte sich Dardai noch nicht festlegen. Eines konnte er aber schon versprechen: "Ich werde mit sehr vielen Angreifern spielen!"

In der Abwehr könnte sich Jordan Torunarigha (23) seinen Stammplatz zurückholen. Das Eigengewächs und Dardai kennen sich noch bestens. Unter seiner Führung hatte Torunarigha den Sprung vom Nachwuchsspieler zum Bundesligaprofi geschafft. Zuletzt musste der 23-Jährige aber Omar Alderete (24) den Vorzug lassen.

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Luca Netz (17) hingegen, der mit 17 Jahren als jüngster Hertha-Profi in der Startelf für einen Vereinsrekord sorgte, könnte erneut hinten links verteidigen, auch wenn die Konkurrenz wieder größer geworden ist. Mit Marvin Plattenhardt (29) steht dem Ungarn eine weitere Alternative zur Verfügung.

Bedenken auf das noch unerfahrene Talent zu setzten, hat der 44-Jährige aber ohnehin nicht: "Ich habe kein Problem damit, junge Spieler reinzuwerfen – auch nicht im Abstiegskampf. Hans Meyer (78) hat es 2004 so gemacht, als ich Spieler war, es hat funktioniert. Dass die Jungs einfach loslegen und nicht zu viel grübeln, kann manchmal helfen!"

Titelfoto: Odd Andersen/AFP-POOL/dpa

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