Rückfall in alte Zeiten? Hertha geht gegen Frankfurt unter

Berlin - Der Klassenerhalt ist nun auch rechnerisch gesichert, doch zum Feiern zumute dürfte sich Hertha BSC wohl kaum fühlen. Zu schwach war die Vorstellung gegen Eintracht Frankfurt. Mit 1:4 kamen die Berliner im vorletzten Heimspiel unter die Räder.

Herthas Torwart Rune Jarstein (r) und Herthas Jordan Torunarigha sind geschlagen.
Herthas Torwart Rune Jarstein (r) und Herthas Jordan Torunarigha sind geschlagen.  © John Macdougall/AFP-Pool/dpa

Die Klatsche am Samstag zeigte deutlich die auch unter Trainer Bruno Labbadia wieder zunehmenden Probleme. Die Berliner verteidigten schwach und konnten sich kaum Torchancen erspielen.

Bereits die Führung durch Piatek war schmeichelhaft, die Frankfurter Abwehr half mit einigen Patzern tatkräftig mit. Der Pole tankte sich gegen drei Gegenspieler durch und vollendete frei vor Trapp. 

Ansonsten brachte die Doppel-Neun - Labbadia stellte in Piatek und Ibisevic gleich zwei Mittelstürmer auf - nicht viel zustande, das Hertha-Spiel war recht ausrechenbar, Überraschungsmomente fehlten. 

Und Frankfurt erholte sich von dem Rückstand, auch wenn die Rote Karte gegen Boyata unmittelbar vor der Pause sicherlich den Gästen in die Karten spielte. Eine ganze Halbzeit spielten die Gastgeber in Unterzahl.

"Wir hatten eine Chance und haben das Tor gemacht. Mit dem Platzverweis aber war das Spiel vorbei. Danach ging es nur noch um das Verteidigen", erklärte Torschütze Piatek nach dem Spiel.

Hertha BSC verliert Dedryck Boyata und Per Skjelbred

Herthas Dedryck Boyata geht nach seinem Platzverweis vom Platz.
Herthas Dedryck Boyata geht nach seinem Platzverweis vom Platz.  © John Macdougall/AFP-Pool/dpa

Boyata hatte Bas Dost in einem Laufduell leicht touchiert und damit aus dem Tritt gebracht. Schiedsrichter Robert Hartmann zeigte sofort auf den Punkt, dann aber meldete sich der Kölner Keller. 

Nach Sichtung der Bilder revidierte er seine Entscheidung. Statt Strafstoß gab es Freistoß, statt Gelb-Rot die Rote Karte - wegen einer Vereitelung einer Torchance.

"Ich finde, wir sind verdient in Führung gegangen. Mit der Verletzung von Per (Skjelbred) und der Roten Karte gegen Dedryck (Boyata) hatten wir zwei Leute aus dem Zentrum verloren", sagte Labbadia. 

Mit Per Skjelbred reiht sich der Nächste zu der ohnehin schon langen Verletztenliste. Der Norweger musste nach rund einer halben Stunde ausgewechselt werden. Schon vor der Partie meldete Hertha den nächsten Ausfall für den Rest der Saison. Maximilian Mittelstädt ist an Pfeifferschem Drüsenfieber erkrankt.

Nach dem Seitenwechsel und mit nur noch zehn Mann schien Hertha regelrecht auseinanderzubrechen. "Das ist etwas, was wir einfach lernen müssen, besser zu verteidigen, wenn wir auch mal in Unterzahl sind".

Unter dem schon vierten Hertha-Coach der Saison legte der Hauptstadt-Klub einen fulminanten Start hin, gegen die Eintracht sollte seiner Mannschaft aber nicht viel gelingen. Mit nun 38 Punkten und zehn Punkten Vorsprung auf Fortuna Düsseldorf ist immerhin der Klassenerhalt gesichert. Es wurde aber auch deutlich, "dass du durch die vielen Ausfälle jetzt auf der letzten Rille läufst", sagte Labbadia: "Wir haben zu einfach die Tore kassiert."

Titelfoto: John Macdougall/AFP-Pool/dpa

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