Hertha BSC: Darum hat Olympia für Rückkehrer Selke "nicht gepasst"

Berlin/Leogang - Rückkehrer Davie Selke (26) scheint bei Hertha BSC wieder richtig angekommen zu sein. Während der Mittelstürmer sich mit seinem Team im österreichischen Leogang auf die kommende Bundesliga-Saison vorbereitet, haben seine ehemaligen Kollegen vom SV Werder Bremen sich im ersten Zweitliga-Spiel seit fast 41 Jahren zu einem mühsamen 1:1 (0:0) gegen Hannover 96 gequält.

Davie Selke (26) beim Trainingsauftakt von Hertha BSC. Der Angreifer fühlt sich unter Coach Pal Dardai sehr wohl.
Davie Selke (26) beim Trainingsauftakt von Hertha BSC. Der Angreifer fühlt sich unter Coach Pal Dardai sehr wohl.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Doch dieses Kapitel, das getrost als großes Missverständnis bezeichnet werden darf, will der 26-Jährige hinter sich lassen und mit der Alten Dame in eine rosige Zukunft starten.

Und bisher ist der Torjäger auf einem guten Weg, denn Herthas neue Nummer sieben hat in den bisherigen fünf Testspielen ganze achte Buden beigesteuert.

In diesem Zusammenhang sollte man jedoch nicht außer Acht lassen, dass er auch für Werder in der Vorbereitung auf die zurückliegende Spielzeit ordentlich genetzt hatte. Doch nun genug in die Vergangenheit geblickt.

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Nach den Abgängen von Jhon Cordoba (28) und Jessic Ngankam (21) und der Verletzung von Krzysztof Piatek (26) ist Selke in der Sturmmitte der Berliner quasi gesetzt. Das Experiment mit Dodi Lukebakio (23) als Stoßstürmer dürfte Coach Pal Dardai (45) nach dem Testspiel gegen den VfB Lübeck (1:1) wohl schnell für beendet erklärt haben.

Zudem soll der Belgier nach Möglichkeit sowieso noch verkauft werden, genauso wie Matheus Cunha (22), der zurzeit mit der brasilianischen Nationalmannschaft am Olympischen Fußballturner teilnimmt.

Davie Selke bei der Medienrunde im österreichischen Leogang

Davie Selke schlägt Olympia-Einladung von Stefan Kuntz zugunsten von Hertha BSC aus

Davie Selke (r.) im Zweikampf mit dem Brasilianer Douglas Santos (27). Bei den Olympischen Spielen 2016 errang der Hertha-Stürmer mit der U23 die Silbermedaille.
Davie Selke (r.) im Zweikampf mit dem Brasilianer Douglas Santos (27). Bei den Olympischen Spielen 2016 errang der Hertha-Stürmer mit der U23 die Silbermedaille.  © Friso Gentsch/dpa

Stichwort Olympia: Dort hätte U21-Coach Stefan Kuntz (58) einen der Rio-Helden auch gern wieder gesehen. 2016 steuerte Selke beim Gewinn der Silbermedaille immerhin zwei Tore bei.

Diesmal lehnte er die Einladung jedoch ab, wie er in einer Medienrunde in Leogang berichtete. "Ich hatte ein gutes Gespräch mit Stefan Kuntz", der seiner Aussage zufolge schon ein wenig überrascht über die Absage war.

"Es war einfach wichtig für meine Karriere, jetzt hier schnell anzukommen, alle kennenzulernen, die ganzen Abläufe mitzubekommen", begründete er seine Entscheidung. Daher habe Olympia einfach "nicht gepasst".

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Beim Ankommen hat ihm mit Sicherheit auch Dardai geholfen, denn unter ihm habe sich Selke "immer sehr wohlgefühlt". "Er ist ein väterlicher Typ, sowas mag ich. Er ist ehrlich, das ist ganz, ganz wichtig", betonte der 26-Jährige.

"Es ist wie damals in meiner ersten Zeit. Ich fühle mich sehr wohl mit dem Trainerteam und ich denke, das wird meiner Leistung helfen", hofft er. Unter dem Ungar steuerte der Angreifer zwischen 2017 und 2019 18 Tore und 13 Vorlagen für die Spree-Athener bei. Eine ähnliche Leistung wünscht sich sein Übungsleiter wohl auch in der kommenden Saison. Doch Davie Selke möchte sich nicht nur an seinen Toren messen lassen, "sondern an den Aufgaben, die ich als Teil der Mannschaft erfüllen will".

Wie gut seine Form wirklich ist, kann er am Donnerstag (20.20 Uhr/ServusTV) im Testspiel gegen den FC Liverpool unter Beweis stellen. Dort könnte der Stürmer auf keinen Geringeren als Virgil van Dijk (30) treffen, seines Zeichens einer der besten Innenverteidiger der Welt, der vor seinem Comeback nach Kreuzbandriss steht.

Titelfoto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa, Friso Gentsch/dpa (Bildmontage)

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