Trotz Mega-Patzer: Rune Jarstein bleibt im Hertha-Tor

Berlin - Was für ein kurioser Treffer! Eigentlich hatte Rune Jarstein den Ball nach einem Distanzschuss von Leipzigs Patrick Schick schon sicher. Im Nachfassen lenkte er sich das Leder aber noch ins Tor.

Rune Jarstein hatte in Leipzig erneut gepatzt. (Archivbild)
Rune Jarstein hatte in Leipzig erneut gepatzt. (Archivbild)  © Carmen Jaspersen/dpa

So richtig erklären konnte sich selbst Herthas Schlussmann den Patzer nicht. "Ich weiß nicht, was genau passiert ist. Das war bitter. Ich habe einen ekligen Ball gehalten und ihn mir dann selbst reingeschlagen", sagte der Norweger.

Nur wenige Minuten zuvor hatte Lukas Klostermann nach einem taktischen Foul an Matheus Cunha die Ampelkarte gesehen. 

Plötzlich sprach beim Stand von 1:1 (Grujic/Klostermann) vieles für einen Auswärtssieg von Hertha BSC - bis zu eben jenem halbwegs gefährlichen Schuss von Schick (68. Minute).

Es spricht jedoch für den Hauptstadt-Klub, dass erneut Comeback-Qualitäten gezeigt wurden.

Lookman hatte Cunha von den Beinen geholt, der eingewechselte Piatek ließ sich nicht zweimal bitten und traf sicher vom Punkt zum verdienten 2:2 (82.).

"Was ich am meisten herausgestellt habe, war die Reaktion der Mannschaft nach dem Tor", berichtete Bruno Labbadia. Die habe gezeigt, wie intakt die Mannschaft sei.

Hertha BSC holt Punkt in Leipzig

Dedryck Boyata (r.) baut Rune Jarstein wieder auf.
Dedryck Boyata (r.) baut Rune Jarstein wieder auf.  © Alexander Hassenstein/Getty Images Europe/Pool/dpa

Und Teamkollege Maximilian Mittelstädt ergänzte: "Rune hat uns oft den Arsch gerettet. Den Ausgleich haben wir für ihn gemacht."

Eine Torwartdiskussion wird es in Berlin nicht geben, wie Labbadia bereits nach dem Spiel klar stellte. "Das Ding ist erledigt für uns", sagte der Hertha-Coach. "Jede Sekunde, die wir damit noch verbringen, nimmt uns wichtige Zeit für das nächste Spiel." 

Der 54-Jährige hatte den Fehler seines Torwarts direkt nach dem Spiel in der Kabine angesprochen.

Schon in Paderborn (1:2), beim 0:5-Debakel gegen Köln oder dem 0:4 in Augsburg, als er mit Rot vom Platz flog, sah der Keeper nicht gut aus. Jarstein wirkte zunehmend verunsichert. 

Die Folge: Thomas Kraft verdrängte ihn zwischenzeitlich aus dem Hertha-Tor.

Erst Bruno Labbadia stellte die alte Hierarchie wieder her. Daran wird sich auch trotz des erneuten Patzers nichts ändern.

Titelfoto: Carmen Jaspersen/dpa

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