Kalou nach irrem Video suspendiert: Hertha blieb keine andere Wahl!

Berlin - Hertha BSC und Facebook-Live werden in diesem Jahr keine Freunde mehr. Erst kündigte Jürgen Klinsmann via Facebook aus heiterem Himmel seinen Rücktritt an, um nur einen Tag später noch einmal ordentlich nachzutreten, nun haben sich die Berliner durch ein irres Kabinen-Video von Salomon Kalou erneut blamiert. 

Salomon Kalou ist von Hertha BSC suspendiert worden.
Salomon Kalou ist von Hertha BSC suspendiert worden.  © Jan-Philipp Burmann/Hertha BSC via City-Press GmbH/dpa, Andreas Gora/dpa

Gut gelaunt erreichte der Ivorer am Montag das Trainingsgelände und zeigte in einem rund 25 minütigen Clip, wie sorglos mancher Profi mit dem Coronavirus umzugehen scheint

Der 34-Jährige begrüßte erst Fitnesstrainer Hendrik Kuchno und später Kapitän Vedad Ibisevic per Handschlag. Vom Sicherheitsabstand war weder in der Kabine, noch beim Corona-Test nicht viel zu sehen. 

Zu allem Überfluss nahm der Angreifer auch noch ein Gespräch auf, in dem sich seine Teamkollegen über die angeblich zu hohen Gehaltseinbußen in Folge der Corona-Pandemie beschwerten.

Die Folge: der Hauptstadt-Klub hat Kalou noch am selben Tag "mit sofortiger Wirkung vom Trainings- und Spielbetrieb suspendiert."

Damit endet die Zeit in Berlin mit einem Knall. Ob Herthas Nummer acht überhaupt noch einmal für die Alte Dame aufläuft, ist mehr als fraglich. Sein Vertrag läuft am 30. Juni 2020 aus und wird nicht verlängert. Nach 151 Bundesligaspielen und 49 Toren ist Schluss.

"Salomon Kalou hat mit seinem Video nicht nur Hertha BSC einen großen Schaden zugefügt, sondern vor allem in der aktuellen gesellschaftlichen Diskussion über die Wiederaufnahme des Spielbetriebs und die Rolle des Profifußballs den Eindruck erweckt, dass einzelne Spieler das Thema Corona nicht ernst nehmen", erklärte Manager Michael Preetz in dem Statement des Vereins.

Salomon Kalou wechselte 2014 zu Hertha BSC

Salomon Kalou und Karim Rekik auf dem Weg zum Training.
Salomon Kalou und Karim Rekik auf dem Weg zum Training.  © Paul Zinken/dpa

Dass es ausgerechnet Kalou trifft, ist besonders bitter. Der Champions-League-Sieger von 2012 gilt als absoluter Musterprofi, hat keine Star-Allüren und immer ein Lächeln auf den Lippen. In seinen sechs Jahren Berlin ist der Routinier noch nie negativ aufgefallen. 

"Es tut mir leid, wenn ich mit meinem Verhalten den Eindruck erweckt habe, dass ich Corona nicht ernst nehme. Dafür möchte ich mich entschuldigen", so der Hertha-Star, der sich mit seiner Stiftung auch sozial engagiert. "Ich habe nicht wirklich nachgedacht und mich darüber gefreut, dass unsere Tests alle negativ waren."

Am Ende blieb den Berlinern gar keine andere Wahl, als den 34-Jährigen zu suspendieren. Mit seinem Video hat der Stürmer in der brisanten Debatte um die Wiederaufnahme des Spielbetriebs nicht nur für ordentlich Zündstoff gesorgt, sondern das DFL-Hygienekonzept ad absurdum geführt.

Zuvor hatte sich die Deutsche Fußball Liga via Twitter bereits entsetzt über die Video-Sequenzen aus der Hauptstadt gezeigt. "Die Bilder von Salomon Kalou aus der Kabine von Hertha BSC sind absolut inakzeptabel. Hierfür kann es keine Toleranz geben – auch mit Blick auf Spieler und Clubs, die sich an die Vorgaben halten, weil sie die Ernsthaftigkeit der Situation erfasst haben".

Dem kam Hertha nach. Für den Offensivspieler endet ein unrühmliches Fußballjahr. Sportlich spielte der ehemalige ivorische Nationalspieler schon länger keine Rolle mehr. In dieser Spielzeit kam Kalou erst auf fünf Spiele und einen Treffer.

Titelfoto: Jan-Philipp Burmann/Hertha BSC via City-Press GmbH/dpa, Andreas Gora/dpa

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