Hertha schlägt Union im Stadtderby: Doppelpacker Piatek wird zum König von Berlin!

Berlin - Hertha BSC bleibt die Nummer eins in Berlin! Die Alte Dame siegte im Hauptstadt-Derby gegen den 1. FC Union Berlin mit 3:1 (0:1). Es ist der erste Heimsieg und dazu auch noch ein ganz wichtiger: Hertha tat sich gegen zehn Eiserne lange schwer, verteidigte aber die Stadtmeisterschaft.

Unions Taiwo Awoniyi (kniend) bejubelt sein Tor zum 0:1 mit seinen Mannschaftskollegen.
Unions Taiwo Awoniyi (kniend) bejubelt sein Tor zum 0:1 mit seinen Mannschaftskollegen.  © Odd Andersen/AFP-POOL/dpa

Taiwo Awoniyi hatte Union in Führung gebracht (20. Minute). Peter Pekarik glich kurz nach dem Seitenwechsel aus (51.). Der eingewechselte Krzysztof Piatek drehte mit einem Doppelpack das Spiel (74./79.). Unions Robert Andrich sah bereits nach 23 Minuten die Rote Karte.

Bruno Labbadia tauschte nach dem 0:0 bei Bayer Leverkusen auf zwei Positionen: Omar Alderete wurde nicht rechtzeitig fit und erwartungsgemäß durch Jordan Torunarigha ersetzt.

Der zuletzt unauffällige Piatek saß überraschend nur auf der Bank. Für ihn kehrte Lucas Tousart in die Startelf zurück.

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Union-Coach Urs Fischer nahm hingegen nur eine Veränderung vor. Julian Ryerson spielte anstelle von Sheraldo Becker (Bank).

Schon die Anfangsphase war von intensiven Zweikämpfen geprägt. Die Gastgeber hatten zwar mehr Spielanteile, waren im Spiel nach vorne aber noch zu harmlos.

Union verteidigte diszipliniert und wagte sich nach 20 Minuten erstmals nach vorne. Marcus Ingvartsen bediente Awoniyi mit einem Schnittstellenpass. Der Nigerianer traf den Ball nicht richtig, setzte ihn aber dennoch ins lange Eck - 1:0 (20. Minute). Die Führung mit dem ersten Torschuss der Partie!

Die Startelf von Hertha BSC gegen Union Berlin

Die Aufstellung vom 1. FC Union Berlin

Robert Andrich fliegt mit Rot vom Platz

Herthas Matheus Cunha (l.) im Zweikampf mit Unions Marvin Friedrich.
Herthas Matheus Cunha (l.) im Zweikampf mit Unions Marvin Friedrich.  © Odd Andersen/AFP-POOL/dpa

Besser hätte es für die Gäste kaum laufen können und doch schwächten sie sich nur drei Minuten später selbst. Andrich hatte gegen Tousart das Bein zu hoch und traf den Franzosen mit dem Stollen im Gesicht. Schiedsrichter Felix Brych stellte den Ex-Herthaner mit Rot vom Platz (23.).

Am Spiel änderte sich nichts. Hertha schaffte es nicht, zehn Unioner unter Druck zu setzen. Die Offensivbemühungen wirkten ideenlos.

Erst ein Eckball sorgte nach 40 Minuten für die erste Torchance der Hausherren. Lukebakios Kopfball war für Luthe aber kein Problem.

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Die Alte Dame hatte sich nach einer schwachen ersten Hälfte viel vorgenommen und kam mit Schwung aus der Kabine. Cunha versuchte es aus der Distanz. Luthe ließ nur abprallen - direkt vor die Füße von Pekarik. Der Slowake setzte den Ball überlegt ins lange Eck - 1:1 (51.).

Die Köpenicker ließen sich von dem Gegentreffer nicht beeindrucken. Trotz Unterzahl machten sie den Blau-Weißen weiterhin das Leben schwer. Gegen diszipliniert verteidigende Eiserne fehlte es weiterhin an Tempo und Ideen.

Joker Krzysztof Piatek entscheidet mit Doppelpack die Partie

Herthas Peter Pekarik erzielt das Tor zum 1:1.
Herthas Peter Pekarik erzielt das Tor zum 1:1.  © Odd Andersen/AFP-POOL/dpa

Und doch drehte Hertha das Spiel: Der eingewechselte Dilrosun hatte auf der Außenbahn Platz, bediente in der Mitte Piatek. Sein Schuss aus der Drehung wurde noch entscheidend abgefälscht - 2:1 (74.).

Nur fünf Minuten später war der Pistolero erneut zur Stelle. Dilrosuns Hereingabe landete über Umwege beim Polen. Der fackelte nicht lange und traf sehenswert zum 3:1 (79.).

Hertha tat sich trotz Überzahl lange schwer, konnte aber am Ende endlich den ersten Heimsieg der Saison bejubeln. Für Union endete hingegen die Serie von acht ungeschlagenen Spielen, sie bleiben aber mit fünf Punkten Vorsprung weiter vor dem Stadtnachbarn aus Charlottenburg.

Besonders bitter: Max Kruse musste noch in der Nachspielzeit verletzt vom Platz.

Für beide Vereine geht das Hammerprogramm weiter: Union empfängt nächste Woche Samstag (18.30 Uhr/Sky) den FC Bayern München. Hertha muss zuvor zu Borussia Mönchengladbach (15.30 Uhr/Sky).

Titelfoto: Odd Andersen/AFP-POOL/dpa

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