Hertha für Schalke eine Nummer zu Gross: Ist das der Befreiungsschlag?

Berlin - Aufatmen bei den Hertha-Fans! Viele hatten bereits befürchtet, dass die Alte Dame ihren Ruf als Aufbaugegner mal wieder gerecht wird. Doch am Ende war die Sorge vor einer Blamage unbegründet. Hertha BSC siegte deutlich mit 3:0 gegen den FC Schalke 04.

Herthas Matteo Guendouzi (l.) bejubelt mit Omar Alderete und Peter Pekarik sein Tor zum 1:0.
Herthas Matteo Guendouzi (l.) bejubelt mit Omar Alderete und Peter Pekarik sein Tor zum 1:0.  © Annegret Hilse/Pool via REUTERS/dpa

Dabei war den Berlinern die Angst als erste Mannschaft gegen die Sieglos-Schalker zu verlieren durchaus anzumerken. In den ersten 25 Minuten spielten nur die Gäste.

Die Berliner hatten zwar durch den unglücklichen Dodi Lukebakio (23) die erste Großchance, konnten sich aber bei Alexander Schwolow (28) bedanken nicht ins Hintertreffen zu geraten. Mit einer Glanztat verhinderte der Keeper gegen Mark Uth (29) die Gästeführung.

"Es war ein enges Spiel, wir hatten etwas Glück, dass wir nicht in Rückstand geraten sind", sagte Schwolow am Sky-Mikrofon. "Wir konnten uns aber deutlich steigern in der zweiten Halbzeit."

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Es wäre die Geschichte des Spieltags gewesen. Ausgerechnet in Berlin hätte Schalke beim Bundesliga-Comeback von Christian Gross (66) den historischen Negativ-Rekord von Tasmania Berlin (31 Spiele ohne Sieg) einstellen können. So aber wächst die Horror-Serie auf nun schon 30 sieglose Partien.

"Wir haben uns vieles vorgenommen, deswegen ist es schön, dass wir den Sieg eingefahren haben. Das macht nicht alles gleich viel besser, aber es macht es, ein Stück leichter", erzählte Bruno Labbadia (54) bei Sky. "Wir sind schwer reingekommen. Es war ein bisschen zäh, haben uns aber immer mehr die Sicherheit geholt."

Hertha baut Schalker Horror-Serie durch Tore von Guendouzi, Cordoba und Piatek weiter aus

Torschütze Krzysztof Piatek (r.) von Hertha bejubelt seinen Treffer zum 3:0 mit Matteo Guendouzi.
Torschütze Krzysztof Piatek (r.) von Hertha bejubelt seinen Treffer zum 3:0 mit Matteo Guendouzi.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/POOL/dpa

Nach der Nullnummer ohne einzigen Torschuss gegen den FSV Mainz 05 und der 1:4-Klatsche beim SC Freiburg setzte Labbadia trotz der langen Pause wieder auf Sturmtank Jhon Cordoba (27). Eine Entscheidung, die sich bezahlt machen sollte.

Man merkte, wie sehr der Kolumbianer den Hausherren mit seiner körperlichen Präsenz gefehlt hatte. Auch wenn ihm noch ein wenig die Bindung fehlte, konnte der Goalgetter wichtige Bälle festmachen und belohnte sein Comeback gleich mit einem Treffer.

Einen fast schon zu ungenauen Ball von Matheus Cunha (21) verarbeitete Vladimir Darida (30) klasse und legte auf Cordoba zurück. Der Ex-Kölner stand goldrichtig und erledigte den Rest (52. Minute).

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Zuvor hatte Matteo Guendouzi (21) den Hauptstadt-Klub mit einem sehenswerten Schlenzer in Führung gebracht (36.). Ein Tor, das Hertha Sicherheit gegeben hat. Auch nach dem Seitenwechsel ließ die Alte Dame nicht locker.

Spätestens nach Cordobas Treffer hatte Schalke der Berliner Spielfreude nichts mehr entgegenzusetzen. Joker Krzysztof Piatek (25) sorgte zehn Minuten vor dem Ende für den Schlusspunkt (80.).

Hertha BSC gelingt ganz wichtiger Heimsieg

Herthas Vladimir Darida (l.) im Zweikampf mit Omar Mascarell von Schalke.
Herthas Vladimir Darida (l.) im Zweikampf mit Omar Mascarell von Schalke.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/POOL/dpa

Hertha feiert damit nicht nur den zweiten Heimsieg der Saison, sondern auch noch einen ganz wichtigen. Gegen die vermeintlich Kleinen tun sich die Blau-Weißen normalerweise besonders schwer.

Angesichts des straffen Programms im Januar (mit Spielen gegen Bielefeld, Köln, Hoffenheim, Bremen und Frankfurt) wollen die Berliner nun endlich richtig durchstarten.

"In den letzten zwei Spielen vor der Weihnachts-Pause haben wir uns den Aufwärtstrend ein bisschen kaputt gemacht. Das ist manchmal so. Wenn man auf den Boden fällt, muss man wieder aufstehen. Das haben wir gemacht", so der Übungsleiter weiter. "Ich bin froh, dass wir uns heute belohnt haben."

Ein Sieg, der auch noch höher hätte ausfallen können. Fährmann verhinderte mehrfach Schlimmeres. Zudem zählte Piateks zweiter Treffer wegen einer knappen Abseitsstellung nicht.

Herthas Pistolero wird noch zum Super-Joker. All seine vier Saisontore erzielte der Ex-Milan-Star von der Bank aus.

Mann des Abends war aber ohnehin ein anderer: Laufwunder Darida war nicht nur überall zu finden, stopfte viele Löcher und bereitete auch noch zwei Tore vor.

Titelfoto: Annegret Hilse/Pool via REUTERS/dpa

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